Rund um die Gesundheit                    

1. Vorwort und ein paar kritische Gedanken                 

                                                     
                                             
Wer Rat und Hilfe benötigt kann auch gerne weitere Informationen über unser Kromi-Forum einholen   
Damit wir auch weiterhin betroffenen Hundebesitzern helfen und die Zucht gesunder Kromfohrländer unterstützen können, bitten wir Euch, uns über etwaige Erkrankungen Eurer Kromis unabhängig von etwaigen Vereinszugehörigkeiten zu informieren. Egal, ob es jetzt Epilepsie, eine Autoimmunerkrankung, Krebs, Gelenkerkrankung oder was auch immer ist. Wir sind an all Euren Informationen zum Gesundheitszustand Eures Kromis interessiert. Die Daten werden NICHT veröffentlicht (es sei denn Ihr wünscht das) und sind nur für unseren internen Gebrauch bestimmt. Gerne helfen wir Euch natürlich, wenn Ihr irgendeinen Rat benötigt. Bitte schickt Eure Mails an: familienkromi@web.de

    familienkromi@web.de         

Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)
 
  
 1.Vorwort und ein paar kritische Gedanken  
 
 
Auf dieser Unterseite möchte ich mich mit den bei Kromfohrländern häufiger vorkommenden Krankheiten (insbesondere der Epilepsie, der Digitalen Hyperkeratose und den Autoimmunerkrankungen) sowie mit der Kastration befassen. Zu einigen Dingen wie der Digitalen Hyperkeratose und Autoimmunerkrankungen kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Bei anderen Dingen wie z.B. der Epilepsie, Cystinurie, Ellenbogendysplasie und weiteren Gelenkerkrankungen werde ich auf die Erfahrungen anderer zurückgreifen und dementsprechend auch Erfahrungsberichte betroffener Kromibesitzer auf meiner HP veröffentlichen sowie auf Links zu Seiten, die sich mit dem Thema befassen, verweisen. Da ich kein Mediziner bin, werde ich hier natürlich keine Berichte mit wissenschaftlichem Anspruch erstellen - vielmehr möchte ich versuchen, die Themen für Laien verständlich aufzuarbeiten und Tipps für die Praxis geben.
 
Wenn Sie zu einem Thema dieser Seite Bilder, Pflege- bzw. Ernährungstipps oder eigene Erfahrungsberichte beisteuern können, würde ich mich freuen, wenn Sie mir eine entsprechende E-Mail ( familienkromi@web.de ) zusenden würden. Genauso wie bei der Erziehungsseite ist es so, dass Themen auf dieser Seite nach und nach hinzukommen bzw. mit Berichten betroffener Kromi-Besitzer ergänzt werden.
 
Erfreulicherweise findet man heutzutage die eine oder andere Website, auf der offen und ehrlich über Krankheiten, die in der Rasse Kromfohrländer vorkommen, berichtet wird. Als wir 2003 bis 2004 noch zu den Interessenten zählten, war es in Kromikreisen nicht gern gesehen über Erbkrankheiten oder gar rassetypische Erkrankungen zu sprechen und uns wurde von anderen Kromi-Besitzern geraten das Thema Krankheiten bei gewissen Züchtern besser gar nicht erst anzusprechen, da dies neben den damals noch kleinen Kindern auch ein Anlass sein könnte, auf der Interessentenliste weit nach hinten zu rutschen oder ganz gestrichen zu werden. Auch gab es damals noch nicht die Vielzahl an Kromfohrländer-Websites im Internet, wie man sie heutzutage findet.
 
Nach einer zwischenzeitlich da gewesenen freizügigeren Berichterstattung über erkrankte Kromfohrländer ist in den letzten Jahren allerdings festzustellen, dass es wieder vermehrt Websites gibt, auf denen das Thema Krankheiten bagatellisiert und schöngeredet wird. Auch bekommen Besitzer, die es dennoch tun, Gegenwind von Züchtern oder anderen Kromi-Besitzern. Insbesondere relativ neue Züchter, deren Würfe unter 5 Jahren alt sind und Kromi-Besitzer, die noch nicht auf langjährige Erfahrungen zurückblicken können sowie eine Handvoll langjähriger Züchter, die es zwar besser wissen, sich jedoch um den Absatz ihrer Welpen sorgen, versuchen das Thema Krankheiten auf ihren HPs entweder ganz auszusparen oder aber die vorhandene inzuchtbedingte Krankheitsproblematik dadurch zu verharmlosen, dass behauptet wird, dass man nur deshalb so viel über Gesundheitsprobleme bei den Kromfohrländern hören bzw. lesen würde, weil man in Kromi-Kreisen im Gegensatz zu anderen Rassen darüber reden würde. Teilweise enthalten die Berichte auch grotestke Versuche, die Rasse krampfhaft in einem absolut tadellosen und kerngesunden Licht dastehen zu lassen.
 
Websites wie unsere Familienkromi-HP, auf denen offen und ehrlich über Krankheiten berichtet wird, wurden nach früherer langjähriger Popularität und vielfacher Verlinkung von den Linklisten der "Vogel-Strauß-Anhänger" (frei nach dem Motto: Den Kopf in den Sand stecken) gelöscht und diejenigen, die über unliebsame Theman berichten kurzum zur Persona non grata erklärt ;-) Glücklicherweise gibt es noch genug Kromi-Besitzer und Interessierte, die sich ihre eigene Meinung bilden und von derlei Einflussnahme nicht beeindrucken lassen :-)
 
Den von Erkrankungen ihres Hundes betroffenen Kromi-Besitzern und der Zucht zukünftiger Kromi-Generationen ist mit der Vogel-Strauß-Taktik freilich nicht geholfen. Und so gibt es einige Kromfohrländer, bei denen leider nach vorhandenen Symptomen für eine Autoimmunerkankung jede Hilfe zu spät kam, weil die betroffenen Hundebesitzer zuvor von ihrem Züchter oder anderen Kromfohrländerbesitzern in einer trügerischen Sicherheit gewogen wurden. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass gewisse Krankheiten oftmals erst im mittleren Lebensalter zu Tage treten. Epilepsie z.B. bricht meistens in dem Alter von 2-3 Jahren aus und Autoimmunerkankungen -soweit sie nicht bereits im ersten Lebensjahr auftreten- manifestieren sich oft erst zwischen dem 5. - 7. Lebensjahr. Auch die Gelenkprobleme wie Arthrose, Ellenbogendyspalasie und Autoimmune Arthritis treten vielfach ab dem mittleren Lebensalter ab 5 Jahren auf, so dass es befremdlich wirkt, wenn gerade Kromi-Besitzer, die erst seit 2 oder 3 Jahren einen Kromfohrländer ihr eigen nennen und nicht auf langjährige Erfahrungen zurückblicken können zu den vehementesten Vertretern der Vogel-Strauß-Fraktion gehören.
 
Ich möchte mit meinem Vorwort jedoch weder unnötige Panik verbreiten noch die ganze Rasse krank reden, so dass ich nach all diesen kritischen Anmerkungen das Vorwort gerne damit enden lassen möchte, dass es auch jede Menge gesunde Kromfohrländer gibt, die aktiv und verspielt bis ins hohe Alter ihren Besitzern viel Freude bereiten. Des Weiteren können auch kranke Kromfohrländer trotz ihrer Erkrankung bei entsprechender Pflege ein stolzes Alter erreichen. Auch unsere Amelie, die im Alter von 7 Jahren schwer leberkrank wurde, ist momentan sehr agil, lustig und verspielt und wird nunmehr bereits 11 Jahre alt.
 
Berlin, im Juli 2015
 
                          
                                           (Amelie im September 2017, 13 Jahre alt)
Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)
 
  
 2. Digitale Hyperkeratose (Corny feet)
 
Bei der Digitalen Hyperkeratose (DH) handelt es sich um eine Erbkrankheit, deren Symptome relativ gut zu erkennen und zu behandeln sind. Des Weiteren gibt es seit Anfang 2014 einen Gentest auf Digitale Hyperkeratose  Auch unsere Amelie hatte damals Blut gespendet um die Forschung zu unterstützen. Mit Hilfe des Gentests dürfte die Hyperkeratose bei den Kromfohrländern in Zukunft der Vergangenheit angehören. Jeder seriöse Kromfohrländer Züchter bedient sich heutzutage dieses Gentests.
 
Unter dem Begriff Hyperkeratose versteht man eine übermäßige Verdickung der Hornschicht der Haut (das gibt es auch beim Menschen). Bei Hunden kann sich eine solche Hornbildungsstörung in allen hornzellenbildenden Körperstellen (Pfotenballen, Nasenspiegel, Haut) zeigen. Der Begriff „Digital“ bezeichnet die 5 Pfotenballen des Hundes. Bei der DH handelt es sich also um eine Hornbildungsstörung, die sich in erster Linie an den Pfotenballen niederschlägt.
Der englische Begriff Corny feet –CF- ( = körniger Fuss ) trifft das Ganze noch besser, denn im Gegensatz zu den Ballen eines gesunden Hundes, die weich, fest, elastisch und abgerundet sind, sind die Ballen eines an Digitaler Hyperkeratose erkrankten Hundes trocken, verhärtet und abgeflacht so dass sich Risse bilden, die wie Risse in der Erde eines ausgetrockneten Flussbettes aussehen. Manche Ballen stärker betroffener Hunde haben auch eine regelrecht körnige Oberfläche.
 
Die folgenden Bilder sollen den Unterschied zwischen gesunden und erkrankten Ballen verdeutlichen:
 
              
                        (gesunder Ballen -vorne-)               (gesunder Ballen -vorne-)                    

        
                   
                          (gesunder Ballen -vorne-)                             (gesunder Ballen -hinten-)     
 
                                 
   
               (Trockene-Erde-Struktur bei kranken Ballen)                  (Detailansicht von einem kranken Ballen) 
 
                                      
                                                   (Gesamtbild von einem kranken Ballen)   
                               
 
Zu den Erkennungsmerkmalen der Digitalen Hyperkeratose (Corny feet) nun aber im Einzelnen:
 
  • Die Fellstruktur:

    Betrachtet man das Fell eines neugeborenen Welpen, so können sich hier bereits Verdachtsmomente ergeben, dass es sich um einen an Corny feet (CF) erkrankten Hund handeln könnte. Das Fell eines neugeborenen Welpen ist normalerweise von glatter, anliegender Struktur. Viele Hunde, die an CF erkrankt sind, hatten als neugeborener Welpe ein gewelltes Fell (vor allem auch im Bereich der Schwanzwurzel). Diese Wellung –auch Persianerfell genannt- verschwindet bei den meisten CF-Hunden nach einigen Stunden jedoch wieder und tritt ca. bis zum 3. - 4. Lebensmonat nicht mehr auf, so dass die betroffenen Welpen zum Zeitpunkt der Wurfabnahme (ca. 9 Wochen alt) völlig unauffällig sind. Es gibt aber auch CF-Hunde, wie man auf den unten stehenden Bildern des glatthaarigen Kromis sehen kann, die als neugeborener Welpe keine Wellung im Fell zeigten. Dort bildete sich die Wellung erst im Laufe des Heranwachsens (mit ca. 2 Wochen) aus.

     
    (gesunde neugeborene Welpen mit glatter Fellstruktur)         (gesunde neugeboren Glatthaarkromis - der Welpe  Der Kromi ohne Pfeil ist von CF
     
           
    (Neugeborene Rauhaarkromis. Die Welpen mit dem roten Pfeil haben ein auffälliges Fell und der CF-Verdacht hat sich später bestätigt)
      
    (Detailansichten des auffälligen Wellenmusters. Diese Rauhhaarkromis sind nur wenige Stunden alt.)

                                  
    (Der rote Pfeil zeigt auf den 2 Wochen alten Glatthaarkromi, der bei seiner Geburt noch   
     unauffällig war)

                            
     
    (Oben ist der betroffene Glatthaarkromi komplett zu sehen. Der untenstehende Glatthaarkromi hatte bereits bei seiner Geburt das auffällige Wellenmuster. Dieses verschwand nach einigen Stunden jedoch wieder. Auf dem unteren Bild ist der entsprechende Glatthaarwelpe 2 Wochen alt und bekam noch einmal eine Wellenstruktur im Gesichtsbereich, die jedoch nur für wenige Tage sichtbar war.)

                                           
       

                      

                       (Auch hier ist das Wellenmuster noch einmal gut zu erkennen)

    Da es jedoch auch Welpen gibt, die mit gewelltem Fell geboren werden, ohne jemals an CF zu erkranken, ist das wellige Fell nur einer von mehreren Hinweispunkten auf eine mögliche Erkrankung. Das gewellte Fell kann auch darauf hindeuten, dass der Hund später relativ langhaarig wird oder als erwachsner Hund ein gewelltes Fell hat, das nicht im Zusammenhang mit CF steht. Sicher ist jedoch, dass man die Welpen mit dem gewellten Fell weiterhin auf Fell- bzw. Ballen- und Krallenveränderungen beobachten sollte, damit man frühzeitig eine Diagnose stellen kann.
    Auffällig sind bei den CF-Hunden oftmals auch die Tasthaare. Während die Tasthaare bei gesunden Welpen gerade oder allenfalls leicht gebogen wachsen, sind sie bei dem CF-Hund stark gebogen. Bei unserer Amelie sah das halbkreisförmig aus. In späteren Wachstumsphasen (um die 12. Woche herum) können die Tasthaare auch eine korkenzieherartige Drehung aufweisen. Im Erwachsenenalter sind die Tasthaare, die sich regelmäßig erneuern (die alten fallen aus und neue wachsen nach), dann wieder etwas weniger stark gebogen.


          
    (gebogeneTasthaare beim Rauhaarkromi)              (gebogene Tasthaare beim Glatthaarkromi)

    Im Laufe des Wachstums wellt sich dann auch wieder das Fell am restlichen Körper. Zwar gibt es auch viele gesunde Kromis mit gewelltem Fell; diese haben im Gesichtsbereich jedoch glattes Haar bzw. gerade Tasthaare. Gerade bei den an CF erkrankten rauhaarigen Kromis kann man eine spezielle Lockung des Fells im Gesichtsbereich bzw. an der Nasenwurzel erkennen. Ein wenig erinnert das an die Löckchen, die man auch an Pudeln sehen kann (viele umschreiben diese Art der Wellung auch mit dem Begriff „gekräuselt“). Das Fell als solches ist in dem Gesichtsbereich auch etwas weicher bzw. fusseliger als bei gesunden Kromis. Weiterhin können die Haare spröder sein und schneller abbrechen oder aussehen, als wäre Spliss an den Haaren – bei unserer Amelie konnte ich das jedoch noch nicht feststellen.


     

                     (Portrait eines CF-Hundes)    
     
                         

                      (Auf diesem Bild kann man gut die Pudel-ähnliche Fellstruktur erkennen)


                                   
                    (Und hier das gekräuselte Fell im Gesichtsbereich bei unserer Amelie)

                                   
       
             (So sah unsere Amelie als Junghund aus, also noch nicht allzu deutliche Löckchen)    

    Diejenigen Hunde, die an einer stärkeren Form der Digitalen Hyperkeratose (Corny feet) leiden, können zudem an schuppiger Haut oder Juckreiz leiden. Bei unserer Amelie hatten wir diesbezüglich aber noch keine Probleme. Eine gute Ölbeigabe (z.B. Distelöl, Lachsöl oder Leinöl) in das Futter kann hiergegen vorbeugen bzw. Linderung verschaffen.
    Sofern man einen von CF betroffenen Kromi mit mittellangem Fell hat, kann sich auch ein regelmäßiges Entfernen toter Haare bzw. Unterwolle (mittels eines Trimmstriegels und Herauszupfens mit den Fingern) positiv auswirken. Außerdem sehen die CF-Hunde dann insgesamt gepflegter und nicht so zottelig aus.
  • Die Krallen:

    Bei gesunden Hunden und auch bei den von Corny feet betroffenen Welpen laufen sich die Krallen auf hartem Untergrund von selber ausreichend ab. Wenn sich im Laufe des Heranwachsens jedoch die Symptome der Digitalen Hyperkeratose (Corny feet) immer mehr ausprägen, wachsen auch die Krallen schneller, so dass diese sich nicht mehr von alleine ablaufen. Man kann das gut an der Unterseite der Kralle erkennen. Dort befindet sich eine Art Fuge. Diese ist bei gesunden Hunden von elliptischer Form (besonders gut sichtbar an den Vorderkrallen), so dass die Krallen zum Ende hin spitz zulaufen. Bei den CF-Hunden ist diese Fuge eigentlich nur ein Strich (wie eine Nahtstelle) und die Kralle endet stumpf (das Krallenende sieht dann eher rund wie eine Baumscheibe aus).

                             

                                                           (gesunde Krallen)
                                      

                        (gesunde Krallen an den Vorderpfoten mit "offener" elliptischer Fuge)

                          
                                   (kranke Krallen)

      
                             (Im Gegensatz dazu sehen die Krallen von CF-Hunden ganz anders aus)

           

    Weiterhin können die Krallen bei den CF-Hunden spröde sein und splittern. Dies verstärkt sich umso mehr, je länger die Krallen werden, denn dann biegen sich die Krallen zur Seite und wachsen schief. Deshalb ist es auch so wichtig die Krallen der betroffenen Hunde regelmäßig zu kürzen. Beginnt man zu spät mit dem regelmäßigen Krallenschneiden, so kann es passieren, dass man die Krallen gar nicht mehr vernünftig zurückschneiden kann, weil die Blutgefäße, die sich im Inneren der Kralle befinden, mitwachsen. Daher ist es von großem Vorteil, die Corny feet Erkrankung möglichst frühzeitig zu erkennen.
    Weiterhin führen zu lange Krallen dazu, dass die Ballen nach oben gedrückt werden und sich die Bänder des Bewegungsapparates überdehnen können.
    Auch die an den Vorderläufen über den Ballen befindliche 5. Kralle –die sogenannte Daumenkralle- darf man bei dem Krallenschneiden nicht vergessen, denn wenn diese zu lang ist, kann der Hund sie sich beim Spiel abreißen, was für den Hund eine sehr schmerzhafte und blutige Angelegenheit ist. Bei einigen sehr stark von CF betroffenen Hunden kann jedoch auch eine operative Entfernung der Daumenkralle erforderlich sein, was zum Glück eher selten der Fall ist.
    Bei unserer Amelie kürze ich die Krallen ca. 1 – 2 x im Monat um jeweils 1 – 2 mm. Ich mache das mit einer Krallenzange für Hunde, wobei ich die Krallen dann schräg abschneide und ggfs. mit einer Nagelfeile nachbearbeite. Ich lege Amelie dann mit dem Rücken nach unten auf meine Beine. Da ich Amelie von Anfang daran gewöhnt habe, hält sie bei der Prozedur ganz still (ab und zu zuckt sie aber doch mal mit den Beinen ;-)). Dennoch findet sie das Ganze natürlich nicht besonders toll und kommt mit angelegten Ohren und hängendem Schwanz zu mir, wenn sie merkt, dass das Krallenschneiden ansteht. Manchmal versucht sie sich auch erst einmal unauffällig wegzuschleichen.....aber es muss eben leider sein.
    Wenn man aufpasst, dass man nicht in die Blutgefäße schneidet (bei hellen Krallen sieht man diese natürlich besser als bei dunklen Krallen), ist es für den Hund auch nicht schmerzhaft. Danach bekommt Amelie immer ein Megaleckerlie!
  • Die Pfotenballen:

    Die ersten Veränderungen an den Ballen zeigen sich ab einem Alter von ca. 4-6 Monaten. Es beginnt damit, dass die Ballen trockener und härter werden und sich erste feine Risse zeigen. Außerdem werden die Ballen nach und nach platter und die Hornhaut verdickt sich an den Rändern. 
     
          
              (Verdickungen im Frühstadium sind vor allem an den Ballenrändern zu erkennen)

                                                      
     
                                                      (Und hier sieht man die Abplattungen)


     
                                                    (erste feine Risse im Frühstadium)

    Natürlich zeigen sich auch bei gesunden Hunden regelmäßig Risse in den Ballen, so dass man nicht direkt an Corny feet denken sollte, wenn der eigene Hund einmal rissige Ballen hat. Im Gegensatz zu den gesunden geschmeidigen Ballen sind die CF-Ballen jedoch trockener und spröder und reißen nicht nur aufgrund äußerer Einwirkung (Witterung, Bodenverhältnisse) sondern wegen dem Verlust ihrer Elastizität. Eine Kromibesitzerin, die selber einen CF-Hund hat, beschrieb die ersten Ballenveränderungen an ihrem Jungkromi so, dass sich die Ballen wie „Spülhände“ angefühlt hätten.
    Auch die Farbe von Ballen, die vorher dunkelgrau bzw. anthrazitfarben waren, verändert sich in ein etwas helleres Grau.
    Mit dem Älterwerden des betroffenen Hundes werden die Risse immer zahlreicher und tiefer. Morgens nach dem Aufstehen sind die Ballen übrigens am trockensten und nach einem Spaziergang am geschmeidigsten. Später (mit ca. 1 Jahr) kommen dann die sogenannten „Hornplaques“ hinzu, die wie die übereinanderliegenden Schuppen eines Tannenzapfens aussehen.
     
                   

    Da das Ballenhorn sich regelmäßig erneuert, wachsen diese „Hornplaques“ von innen nach außen aus den einzelnen Ballen heraus. Sie trocknen dabei aus und können zur Seite überstehen. Diese „Hornplaques“ habe ich bei Amelie erst in dem Alter von fast 2 Jahren ab und zu einmal feststellen können und -sobald sie rauswuchsen- direkt mit einem Nagelknipser abgeknipst (es handelt sich um tote Haut) bzw. mit einer Nagelfeile weggefeilt.
    Außerdem bilden sich bei vielen CF-Hunden Auswüchse an den Krallenrändern –die sogenannten Hornzapfen-. Da es sich auch hierbei um trockene tote Hornhaut handelt, lassen sich die Hornzapfen ebenfalls mit einem Nagelknipser entfernen. Keinesfalls sollte man diese Zapfen an den Ballen belassen oder allzu groß werden lassen, da der Hund dann eine Ballenfehlstellung entwickeln kann. Eine Züchterin berichtete mir einmal von einem CF-Hund dem eine regelrechte „Platte“ neben dem Ballen gewachsen war, weil seine Besitzer den Hornzapfen nicht im Frühstadium entfernt hatten. Die Hornzapfen sind übrigens das eindeutigste Erkennungsmerkmal für eine Corny feet Erkrankung. Allerdings bildet nicht jeder CF-Hund Hornzapfen aus, sondern nur diejenigen, die von einer stärkeren Form betroffen sind.
    Da unsere Amelie offensichtlich an der leichtesten Form der DH „erkrankt“ ist (sie zeigt keinerlei Beeinträchtigung und hat nur leicht rissige Ballen), hat sie bislang keine Hornzapfen ausgebildet. Bei einer ihrer Schwestern bildete sich im Alter von 8 Monaten der erste kleine Hornzapfen.

       
                      

    Im Gegensatz zu gesunden Pfoten, die rund fest und geschlossen sind, scheinen die einzelnen Ballen der CF-Hunde in sich etwas beweglicher gegeneinander zu sein. Ein Besitzer eines CF-Hundes beschrieb die Pfoten seines Hundes auch als „Plattfüße“, da die Ballen abgeflacht sind. Jedoch scheint bei der Stärke der Ausprägung dieser Plattfüße und somit der Digitalen Hyperkeratose (Corny feet) auch das Gewicht des Hundes eine Rolle zu spielen. Ein schwerer Hund hat mit der Digitalen Hyperkeratose oftmals mehr Probleme als ein leichter Hund.           

    Die Digitale Hyperkeratose (Corny feet) gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen, so dass es Hunde gibt, die nur leicht rissige, trockene Ballen haben, die wenig Pflege bedürfen; aber auch Hunde, deren Ballen extrem trocken und rissig sind und viel Pflege bedürfen.
    Diejenigen Hunde bei denen CF in einer leichten oder mittleren Form vorliegt, sind in der Regel genauso lauffreudig und vital wie andere Hunde. Bei Hunden, die an einer starken Form leiden, hängt ihr Wohlbefinden sehr von der jeweiligen Pflege durch den Besitzer ab. In einigen wenigen Fällen gibt es leider auch Kromis, die trotz guter Pfotenpflege größere Probleme mit CF haben. Sie neigen dann zu Lahmheiten und sind bei bestimmten Bodenverhältnissen (z.B. Schotter oder Asphalt) empfindlicher an den Pfoten, so dass sie versuchen, auf grasbewachsene Ränder auszuweichen. Auch können sich bei ihnen die Ballen wegen Verschmutzungen in den äußerst tiefen Rissen entzünden.


     
  • Die Diagnose ist heutzutage mittels Gentest problemelos möglich. Bis 2014 ging man wie folgt vor :

    Nur wenn alle 3 Merkmale (gekräuseltes Fell –vor allem im Gesichtsbereich-, übermäßiges Krallenwachstum und trockene rissige Ballen ggfs. mit Hornzapfen) gemeinsam vorliegen, spricht man von einem an Digitaler Hyperkeratose (Corny feet) erkrankten Hund.

    Andere Gründe für zu lange Krallen können z.B. zu wenig Bewegung oder ein überwiegendes Laufen auf weichem Untergrund sein. Auch gibt es Hunde, die eher eine trockene Haut haben und zu rauen rissigen Ballen neigen, ohne dass es sich um Corny feet handelt.

    Ein sicheres Zeichen für CF sind vor allem die Hornzapfen.

    Viele Tierärzte kennen die Digitale Hyperkeratose (Corny feet) jedoch nicht. Vielleicht haben sie schon einmal davon gehört, aber gerade bei den Hunden, die keine Hornzapfen ausbilden, tun sie sich mit einer Diagnose schwer, da die Krankheit nicht besonders verbreitet ist. Außer von den Kromfohrländern kennt man die Digitale Hyperkeratose auch noch von den Irish Terriern, Bedlington Terriern und noch ein paar anderen Hunderassen. Da mit den CF-Hunden nicht gezüchtet werden darf (erkrankte Hunde werden gar nicht erst angekört), wird auch die Digitale Hyperkeratose über kurz oder lang in den Kromfohrländer-Populationen (zumindest bei den offiziellen Zuchten) verschwinden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass verantwortungbewusste Kromfohrländerbesitzer eine Erkrankung ihres Hundes an den Rassezuchtverein melden - und zwar auch dann, wenn sie selber nicht züchten möchten !!! Bei den Irish Terriern ist der Rückgang bzw. das Verschwinden der CF-Erkrankungen durch entsprechende Zuchtlenkungsmaßnahmen des Rassezuchtvereins der Irish Terrier bereits gelungen.

     
Pflegemaßnahmen
 
Wie oben bereits geschrieben, lässt sich die Digitale Hyperkeratose (Corny feet) durch Ballenpflege und Krallenkürzen sehr gut behandeln. Auch durch die Ernährung kann man das Ganze positiv beeinflussen. Weiterhin nimmt auch der Hormonhaushalt des CF-Hundes Einfluss auf den Zustand der Ballen, so dass eine Kastration zu Verbesserungen führen kann.
 
Hierzu jedoch nun im Einzelnen:
 
·        Ballenpflege:

Bei den an CF erkrankten Hunden muss darauf geachtet werden, dass die Ballen möglichst geschmeidig bleiben. Dieses erreicht man durch abendliches Eincrémen. Im Winter sollte man zudem vor jedem Spaziergang Melkfett auftragen. Allerdings darf man die Ballen nicht zu weich crémen, da sie sonst anfälliger gegenüber Verletzungen durch spitze Gegenstände (Steine, Scherben....) werden. Daher sollte man ab und zu auch mal mit dem Eincrémen pausieren.
Weiterhin ist es wichtig, dass die Ballen nach den Spaziergängen gut gesäubert werden, damit sich keine kleinen Steinchen oder Sand in den Rissen festsetzen.
Bei Hunden, die an einer sehr starken Form der Digitalen Hyperkeratose (Corny feet) leiden, kann je nach Witterung auch das Tragen von Pfotenschutzschuhen angebracht sein. Mir persönlich ist jedoch bislang kein Kromi bekannt, bei dem das nötig wäre.
Da jeder CF-Hund anders auf die unterschiedlichen Crémes anspricht, muss man ausprobieren, was bei seinem eigenen Hund am Besten wirkt. Verschlechtern sich die Ballen bei einem Produkt, steigt man eben auf ein anderes um. Da das Ballenhorn sich regelmäßig erneuert und nachwächst, wachsen auch die Risse wieder heraus, nachdem man ein wirksameres Mittel gefunden hat.
Bei unserer Amelie habe ich die folgenden Dinge ausprobiert:
-Melkfett mit Vitamin E
-Hirschhorntalg
-Ballistolöl
-Neutrogena Handcréme
-Pfotenschutzcréme
-Bienenwachscréme
-Shea Butter
-Mineral Hautcréme von der Fa. Fette (Wirkstoff: Totes Meer Salz)
-Propolis (= Kittharz der Bienen) Tinktur vom Imker
-Handcréme mit Bienenwachs
Am Besten kommen wir mit einem abendlichen Auftragen von Neutrogena Handcréme klar, wobei es auch immer wieder einmal Phasen gibt, in denen wir überhaupt nicht crémen müssen. Im Winter benutzen wir zudem Melkfett vor den Spaziergängen.
All die anderen Produkte haben wenig gebracht und teilweise viel zu sehr rumgeschmiert (z.B. das Ballistolöl).
Amelies Schwester Lea kommt am Besten mit dem Hirschhorntalg klar. Das gibt es als Pflegestift (ähnlich einem Labello) in der Apotheke.
Bei einem anderen CF-Hund wiederum hat am Besten die Mineral Hautcréme mit dem Toten Meer Salz gewirkt. Ein weiterer „Geheimtipp“ soll Emuöl sein. Ich selber habe es nie ausprobiert, weil wir mit der Neutrogena Créme so gut klar kommen. Allerdings wirkt das Emuöl bei einem besonders stark betroffenen CF-Hund lt. Auskunft seiner Besitzer Wunder.

 
·        Krallenschneiden:

Dies hatte ich weiter oben bei den Symptomen schon beschrieben. Wichtig ist, dass man früh genug damit anfängt, damit die Blutgefäße nicht schon zu lang gewachsen sind ! Nach einem Spaziergang im Regen oder feuchtem Gras lassen sich die Krallen übrigens am Besten kürzen.

 
·        Ernährung:

Ein CF-Hund kann ganz normal ernährt werden. Allerdings sollte man auf biotinhaltige Produkte wie z.B. Bierhefe verzichten, da sie zu vermehrtem Horn- und Krallenwachstum führen.
Eine Zugabe von guten Ölen wirkt sich –wie bei anderen Hunden auch- positiv auf Haut und Haar aus. Ich nehme meistens Distelöl, Rapsöl und Lachsöl. Außerdem hatte ich ausprobiert wie sich das besonders gute und teure Velcote Öl auf Amelies Ballen und Fell auswirkt. Da ich allerdings keine gravierenden Verbesserungen feststellen konnte, bin ich wieder auf das Distel-, Raps- und Lachsöl umgestiegen.
Bei Hunden, die unter juckender, schuppiger Haut leiden soll sich die tägliche Gabe einer aufgelösten Zink-Brause-Tablette über das Futter positiv auswirken.

 
·        Homöopathie:

Bei CF-Hunden sollen Silicea Globuli sehr gut wirken. Da Amelie aber eine so leichte Form der DH hat, habe ich es bislang nicht ausprobiert, da wir auch so sehr gut klar kommen.

 
·        Kastration:

Im Gegensatz zu den Rüden, deren Hormonspiegel relativ konstant ist, schwankt der Hormonspiegel der Hündinnen im Laufe ihres Zyklus nicht unerheblich. Offensichtlich hat dies auch Einfluss auf die Beschaffenheit der Ballen des CF-Hundes. Kurz vor, während und nach der Läufigkeit werden die Ballen nämlich trockener und rissiger. In der Zeit der relativen Ruhe im Zyklus sehen die Ballen am Besten aus.
Dies ist auch der Grund weshalb von einigen Züchtern bei CF-Hunden die Frühkastration (vor der 1. Läufigkeit) empfohlen wird. Ich persönlich sehe diese Frühkastration jedoch nicht ganz unkritisch, da der Hund in seiner Persönlichkeit nie richtig erwachsen wird. Außerdem birgt eine Kastration die Gefahr von Inkontinenz sowie Gewichtszunahme und auch der Fellzustand kann unter der Kastration leiden (es wird fusseliger mit mehr Unterwolle und die Farben verblassen).
Daher würde ich eher empfehlen erst einmal abzuwarten, wie stark der Hund die CF-Symptome entwickelt. Amelies Schwester Lea hat eine mittelstarke Form der Digitalen Hyperkeratose (Corny feet) und ist nach der 2. Läufigkeit kastriert worden. Dadurch fallen bei ihr die zyklusbedingten Schwankungen weg, so dass die Ballen nun insgesamt besser sind. Amelie ist nach wie vor unkastriert.
Bei dem an CF erkrankten Rüden Grimo (Zeno) von Herrenwis hat eine Kastration im Alter von 1 Jahr dazu geführt, dass die Symptome fast vollständig veschwunden sind. Seine
Homepage ist
hier zu finden.
 
Alles in allem kann man sagen, dass die Digitale Hyperkeratose eine Krankheit ist, die sich durch entsprechende Pflegemaßnahmen sehr gut in den Griff bekommen lässt. Die Hunde können damit ein völlig normales Leben führen und das rassetypische Alter erreichen. Weitere Informationen zu dem Thema Corny feet finden Sie bei den folgenden Links:

Homepage vom Zwinger vom Cronewaldstollen unter "Krankheiten"
 
Update 19.Juli 2015: Seit Anfang 2014 gibt es einen Gentest auf Digitale Hyperkeratose. Mit Hilfe dieses Gentests sollte die DH langfristig aus der Kromfohrländer-Population verbannt werden können 
 
Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)
 
  
 3.Epilepsie
             a) allgemeine Informationen
             c) Praxiserfahrungen von Marion Wisst
             d) Praxiserfahrungen von Anikó Weiß 
 
                    
                (Erbse vom Isarflimmern im September 2017, trotz Epi bereits 14 Jahre alt )
                
a) allgemeine Informationen:
 
Die Epilepsie ist eine chronische Erkrankung des Gehirns, die mit von Zeit zu Zeit auftretenden krampfartigen Anfällen verbunden ist. Es gibt angeborene aber auch erworbene Formen der Epilepsie. Bei dem Kromfohrländer treten in der Regel die angeborenen Formen der Epilepsie auf, so dass man diese Krankheit auch zu den erblichen Krankheiten zählt. Der erste epileptische Anfall tritt bei vielen betroffenen Hunden um den 2. Geburtstag herum auf, aber auch frühere oder spätere Erkrankungen sind möglich. Nach dem 6. Lebensjahr erkrankt aber kaum noch ein Hund an Epilepsie.
 
                              
                 (Goya vom rauhen Stein, *18.02.2010, trotz Epilepsie ein lebensfroher Kromi)
 
Der Rassezuchtverein der Kromfohrländer bekämpft die Epilepsie seit den 1990er Jahren erfolgreich durch Zuchtlenkungsmaßnahmen, so dass die Neuerkrankungen bei den Kromfohrländern immer weiter zurückgehen. Auch der Zuchtverein ProKromfohrländer e.V. arbeitet mit dem sogenannten Genotypverfahren zur Eindämmung der Epilepsie.  Erkrankte in den 1980er Jahren noch ein relativ großer Prozentsatz der zu dem Zeitpunkt geborenen Kromfohrländer an Epilepsie, so werden diese Fälle heutzutage von Jahr zu Jahr immer weniger (bei den seit 2001 geborenen Kromis liegt die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahrgang bei ca. 4%). Dies wurde dadurch erreicht, dass jeder bei dem Rassezuchtverein registrierte Kromfohländer einen sogenannten Epi-Wert zugewiesen bekommt, welcher sich aus seinem Alter, Wurfgröße, Erkrankungen bei den Vorfahren, Nachkommen und Verwandten berechnet. Wird von einem Züchter dann ein Zuchtantrag gestellt, so dürfen nur Hunde miteinander verpaart werden, bei denen das Produkt aus den multiplizierten Werten beider Hunde einen gewissen Wert nicht überschreitet. Hierdurch wird das Risiko von erkrankten Welpen in einem Wurf minimiert. Deshalb würde ich persönlich auch keinen Hund (egal ob Kromfohrländer oder anderer Rassehund –bei Mischlingen sieht es natürlich anders aus-) aus einer „Schwarzzucht“ ( = nicht registrierte Züchter und nicht genehmigte Zucht) kaufen, bei der auf solche Werte vielleicht nicht geachtet wird bzw. nicht geachtet werden kann, weil diesen Züchtern z.B. die Informationen fehlen. Eine gewisse Kontrolle bei den Verpaarungen ist mir wichtiger, als vielleicht etwas schneller oder günstiger an einen Hund zu kommen. Wer sich über das sogenannte Genotypverfahren zur Zuchtlenkung genauer informieren möchte, kann dies auf der Homepage des Rassezuchtvereins an dieser Stelle nachlesen: http://kromfohrlaender.info/wuff_archiv/wuff_genotyp.htm
 
Bezüglich der allgemeinen und wissenschaftlichen Informationen über Epilepsie möchte ich auf zwei andere Homepages verweisen. Und zwar zum einen (mal wieder ;-)) zu der klasse Homepage von Dorothee Klein, deren Hündin Erbse vom Isarflimmern ebenfalls an der erblichen Form der Epilepsie erkrankt ist: http://www.kromfohrlaender-siegen.de/Website-Zwinger/z-krankheiten.html#Epilepsie
 
                           
                                     (Erbse vom Isarflimmern, 14 Jahre alt)

 
Und zum anderen auf die Seite www.epilepsie-beim-hund.de . Dort finden sich viele Informationen rund um das Thema Epilepsie. Vor allem gibt es dort auch eine „Epilepsie-Fibel“ im PDF-Format, die sich jeder Interessierte auf seinen Computer herunterladen kann. Allerdings ist diese Homepage eine allgemeine Seite über epileptische Hunde aller Rassen. Die Form der Epilepsie, die sich beim Kromfohrländer findet, verläuft meistens (leider nicht immer) in einer leichteren Form.
 
Betroffene Hundehalter sind natürlich froh, wenn sie Berichte aus der Praxis lesen können, so dass ich an dieser Stelle Kromi-Besitzer zu Wort kommen lassen möchte, die über ihren an Epilepsie erkrankten Kromi berichten. Nachfolgend können Sie nun also Berichte von betroffenen Kromi-Besitzern lesen.
                   
                                            (Und noch einmal die süße Erbse ;-))
 
b) Praxiserfahrungen von Petra Henning
 
 
Als erstes folgen Auszüge aus einem Bericht von der alten Fassung der Homepage von Petra Henning ( http://www.petra-henning.de ), deren mittlerweile verstorbener Kromfohrländer Lenin von der Holderheide Epilepsie hatte:
 
„Unser Lenin hat von Zeit zu Zeit Epileptische Anfälle. Der Abstand zwischen den einzelnen Anfällen liegt im Durchschnitt bei 7 – 8 Wochen, die Dauer bei ca. 1 – 2 Minuten, in denen unser Hund überhaupt nicht ansprechbar ist.
 
Wenn man so einen Anfall die ersten Male bei seinem Hund miterlebt, dann steht man selber erstmal unter Schock, weiß oft gar nicht, was man tun soll. Wir haben damals gleich den Züchter von Lenin informiert, der uns riet, bei unserem Tierarzt vorbeizuschauen, um ein großes Blutbild machen zu lassen. Damit lässt sich nachweisen, ob irgendwelche organischen Probleme vorliegen, was meistens ausgeschlossen werden kann.
 
Die Form der Epilepsie, die Lenin hat, nennt man auch Idiopathische Epilepsie (ohne erkennbare Ursache entstanden, somit genetisch bedingt). Dagegen gibt es kein Heilmittel, man sollte auch nicht zu früh zu irgendwelchen Medikamenten greifen, die die Anfälle eindämmen. Ist der Hund nämlich erst mal medikamentös eingestellt, dann ist er das für den Rest seines Lebens. Und das muss nicht sein, sofern die Anfälle nicht zu gehäuft (also in geringerem Abstand als 4 Wochen) auftreten.
 
Was ich in solchen Fällen immer griffbereit habe sind Rescue-Tropfen (auch Notfalltropfen genannt), die ich Lenin in die Lefzen einträufle, während er einen Anfall hat. Ich habe festgestellt, dass dadurch die Anfälle sanfter verlaufen und er früher reagiert, wenn er völlig weggetreten war.
 
Was ich weiterhin nur jedem betroffenen Besitzer empfehlen kann, ist das Führen eines sog. Epilepsie-Tagebuches. Ich habe eine lose DIN A4-Blattsammlung; auf jedem Blatt wurde ein Anfall vermerkt, mit Datum, Uhrzeit, Dauer des Anfalles, wo war der Anfall, Begleitumstände (Stress, Schmerz, etc.), was ist vielleicht die Tage vorher passiert. Alle diese Dinge halte ich fest, um ein mögliches Schema zu erkennen bzw. auch zur Info für meinen Tierarzt (beim jährlichen Check up und Impfen).
 
Mittlerweile verhält es sich bei den Anfälle auch so, dass Lenin wohl ahnt, dass irgendetwas demnächst mit ihm passiert. Jedenfalls kommt er dann immer auf meinen Mann oder mich zu, kuschelt sich ganz eng an die Beine und schaut einen aus großen braunen Augen an. Meist kurz darauf beginnt dann ein Zittern, v.a. in den Hinterläufen. Das sind für mich die ersten Anzeichen.
 
Ich gehe dann mit Lenin immer zu seinem Liegeplatz (oder trage ihn auch dorthin) und beachte, dass ich seinen Kopf etwas erhöht ablege. Wenn die Zeit bleibt, dann sollte man schauen, dass der Hund möglichst nicht auf irgendwelchen „teuren“ Teppichböden oder sonstigen Sachen liegt, da bei einem epileptischen Anfall die Möglichkeit besteht, dass der Hund sich entleert.
Für mich besonders wichtig ist, dass ich Lenin während des Anfalles nicht alleine lasse, möglichst Körperkontakt halte (Streicheln), und auf ihn einspreche. Ich weiß nicht, ob das meinem Hund weiterhilft, mich beruhigt es jedenfalls.
 
Wenn Lenin aus den Anfällen wieder auftaucht, dann macht sich das durch klare Augen bemerkbar. Nach kurzer Zeit will er dann auch gleich aufstehen, und wir gehen immer als erstes zum Pieseln vor die Türe. Anschließend erfolgt noch ein kurzes Schütteln, und alles ist vergessen und wie vorher.
 
FAZIT:
Wenn man einen Hund mit Epilepsie hat, dann sollte man ihn nicht in Watte packen. Wichtig ist, dass man den ganz normalen Tagesrhythmus beibehält, dass man weiterhin alle Aktivitäten wahrnimmt, die man auch vor den Anfällen schon zusammen unternommen hat. Hunde sind Gewohnheitstiere, und es brächte sie wohl viel mehr aus der Fassung, wenn plötzlich alles anders wäre als früher.
Zumindest haben wir das festgestellt und auch im Erfahrungsaustausch mit anderen betroffenen Hundebesitzern bestätigt bekommen“
 
c) Praxiserfahrungen von Marion Wisst 
 
Mein Hund hat Anfälle – was soll ich tun
 
Diese Frage stellte sich uns vor nun schon 12 1/2 Jahren, als unsere damals gut 2 ½ jährige Hündin auf einem Spaziergang ohne Vorwarnung einfach wegsackte. Der Anfall dauerte nur wenige Minuten und die Hündin setzte mit meinem Mann den Spaziergang nach kurzer Erholungspause fort. Zuhause benahm sie sich wie immer, machte sofort klar, dass sofort ein Leckerchen fällig ist für braves Gassi gehen.
 
Dies war der erste aber leider nicht der letzte Anfall. In den folgenden Jahren kamen und gingen die Anfälle in unregelmäßigen Abständen, mit unterschiedlicher Dauer und Intensität. Niemals schäumte sie, urinierte oder bekam Tobsuchtsanfälle. Meist schaute sie einen mit riesigen Augen an, bevor sie langsam in der Hinterhand schwach wurde, zu Boden sank und dann über den Rücken verlaufend begann zu krampfen. Die Augen waren weit geöffnet, der Blick starr, Muskelzuckungen breiteten sich aus, rudernde Bewegungen der Vorder- und/oder Hinterläufe. Diese Krämpfe dauerten unterschiedlich lang, manchmal erholte sie sich ganz schnell, manchmal fiel sie in einen zweiten Krampf. Danach war sie immer für ein Leckerchen zu haben. Ein ganz sicheres Zeichen, dass der Anfall vorüber war.
 
Aber was war nun zu tun?
 
Vor allem: Ruhe bewaren! Sich am besten zum Hund hinknien oder auf den Boden setzen. Darauf achten, dass er sich nicht verletzen kann. Einer aus unserer Familie saß immer bei unserer Hündin am Boden, streichelte sie und sprach mit ihr. Ich bin überzeugt sie höre uns. Zweitens: den Verlauf des Anfalls beobachten. Notizen machen. Auf die Uhr schauen von Beginn des Anfalls bis der Hund wieder ganz fit ist. Bei unserem Hund lagen diese Krämpfe zwischen 4 und 10 Minuten, manchmal auch etwas länger. Vor allem ist der Hund nach einer kurzen Erholungspause wieder absolut der Alte. Keine bleibende Schwäche, schwankender Gang oder Ähnliches. Sollte dies der Fall sein, z.B. der Hund erholt sich über Stunden nicht, so war dieser Anfall mit Sicherheit eine Herzattacke!
Drittens: Nach Beendigung des Anfalles den Hund nicht „überbetütteln“. Dies versteht er mit Sicherheit nicht, im Gegenteil, für ihn ist dann klar er hat etwas furchtbares angestellt. Normal behandeln! Am besten gleich spielen oder eine kurze Runde im Garten Gassi gehen. Sind die Menschen ganz normal verliert der Hund eine etwaige Unsicherheit, denn sein Rudel zeigt keine Anzeichen die ungewöhnlich wären.
Tierarzt: Machen Sie einen Termin bei Ihrem Tierarzt und stellen Sie Ihren Hund dort vor. Er wird ihn durchchecken, abhören und er soll ein großes Blutbild machen. Hiermit werden Organische Schäden als Folge oder Auslöser der Anfälle ausgeschlossen. Ihr Tierarzt wird Sie über eine Behandlung der epileptischen Anfälle beraten. Jeder Arzt hat seine eigenen Erfahrungen und Behandlungsmethoden. Sie müssen keiner Behandlung sofort zustimmen. Denken Sie in Ruhe Zuhause darüber nach, erkundigen Sie sich im Bekanntenkreis, im Verein, erfragen Sie Vor- und Nachteile einer Therapie bevor Sie sich dazu entschließen. Etwas Zeit in der Entscheidung ist allemal besser als eine Therapie mit zu großen Nebenwirkungen.
 
Informieren Sie Ihren Züchter.
Melden Sie umgehend selbst die Erkrankung Ihres Hundes im Verein unabhängig von der Information Ihres Züchters. Am besten dem Zuchtleiter (Telefonnummer/Adresse im wuff). Er wird Ihre Angaben hinterfragen und Ihnen einen Fragebogen zuschicken, den Sie zusammen mit Ihrem Tierarzt ausfüllen sollen. Sollten Sie ihn nicht erreichen können Sie jeden Zuchtwart informieren.
Warum ist es wichtig, dass der Verein informiert wird? Nur wenn bekannt ist welche Hunde an Epilepsie erkrankt sind kann mit Zuchtlenkungsmaßnahmen gegen zukünftige Erkrankungen vorgegangen werden.
Das hilft Ihnen und Ihrem Hund wenig? Richtig! Aber zukünftigen Kromfohrländern und deren Besitzern wird ein ähnliches Leid wie Ihnen erspart. Das sollte man sich immer vor Augen halten. Die Zuchtlenkung ist immer nur so gut wie der Informationsfluss aus der Mitgliedschaft bzw. von den Kromfohrländer Besitzern.
Ihr Züchter wiegelt unter Umständen ab? Melden Sie die Erkrankung trotzdem! Es ist wichtig, richtig und immer besser als Stillschweigen.
Warum hat Ihr Hund Epilepsie? Ich bin kein Tierarzt und möchte deshalb die ärztliche Seite dieser Erkrankung außen vor lassen. Möchte aber gerne versuchen aus züchterischer Seite darauf einzugehen.
 
Epilepsie gibt es in zwei Formen. Die erworbene Epilepsie, z.B. durch eine Kopfverletzung bei einem Unfall und die vererbte Epilepsie. Wir sprechen hier von der vererbten Epilepsie. Diese Erkrankung gab es schon immer bei allen Hunderassen, auch bei Mischlingen und eben auch bei unseren Kromfohrländern. Vor etlichen Jahren waren in einem Jahrgang unter Umständen noch ganze Würfe davon betroffen. (Wer sich hier genauer informieren möchte kann bei der Zuchtbuchstelle die Genotypwahrscheinlichkeitsliste, nachstehend Epi – Liste genannt, anfordern und selbst nachlesen wer erkrankt war/ist und nicht. Allerdings stehen diese Informationen nur Vereinsmitgliedern zu Verfügung) Woher kommen diese Informationen? Zum Einen wurden die Erkrankungen von den Besitzern gemeldet bzw. waren bei den zuständigen Zuchtleitern bekannt. Zum Anderen wird seit Januar 2000 eine jährliche Umfrage durch den Verein durchgeführt in der unter anderem nach der Epilepsie gefragt wird. Durch diese Umfrage, also durch die Besitzer selbst, konnte ein enormer Datenstand erreicht werden, der bei der züchterischen Planung wichtig ist. Aus diesen Daten wird durch den Genetiker H. Dr. Beuing schon seit einigen Jahren eine Epi - Liste erstellt, die als Zuchtauswahlhilfe bzw. Risikobestimmung zu Hilfe genommen wird.
 
Diese Liste gibt also an, mit welchem Epi - Risiko mein Zuchtkromi bzw. der gewünschte Partner behaftet ist, bzw. welches Risiko die zu erwartenden Welpen haben. Sie ist ein Hilfsmittel, d.h. die letztendliche Verantwortung liegt beim Züchter. DerZuchtausschuss legt einen Risiko-Grenzwert für die geplante Paarung fest, der nicht überschritten werden darf.
In der züchterischen Verantwortung liegt nun die Entscheidung ob die gedachte Paarung, mit einem noch im Rahmen liegenden Grenzwert, durchgeführt wird oder nicht. Unbedingt sollte man sich auch das Umfeld der Tiere, mit Hilfe der Ahnentafel/Zuchtbuch und der Epi - Liste, auf erkrankte Tiere anschauen.
 
Marion Wisst          (Homepage: Zwinger von der Au )
 
 
d) Praxiserfahrungen von Anikó Weiß
 
 
Unser Leben mit einem Epi(lepsie)-Hund !

Eigentlich war alles bestens, wir hatten ein gesundes Kromimädel aus eigener Zucht. Bei der Wahl des Rüden wurde natürlich alles beachtet besonders die Gesundheit und in den Verpaarungslinien trat keine Epilepsie auf, dieses Thema war gar nicht präsent.

                      
                           (Ashley von Ravennas Land, *29.04.2002 - 21.02.2008)

Am 16.12.2004 kam dann der Schock. Mein Mann war mit den Hunden spazieren, Ashley fraß viel Gras was ja schon mal vorkommt und würgte es dann wieder raus. Danach fiel sie aber einfach um und fing an zu „zappeln“, sie war auch nicht mehr bei Bewusstsein. Mein Mann dachte natürlich Ashley hätte sich vergiftet, drückte die Leinen der anderen beiden Hunde, die mit waren, einer Bekannten in die Hand und rannte den Weg bis nach Hause. Unterwegs kam Ashley etwas zu Bewusstsein, aber sie erkannte meinen Mann nicht und fing an in Panik um sich zu schnappen und zu schreien. Er fuhr dann sofort in die Tierklinik, dort wurde Ashley an den Tropf gehängt und es wurde ein großes Blutbild gemacht. Ich bin dann ca. 2 Stunden später hin und habe darauf bestanden meinen Hund zu sehen, sie erkannte mich aber immer noch nicht richtig und war orientierungslos. Abends konnten wir sie wieder abholen, sie war zwar sehr schlapp, aber lief unruhig durch die Wohnung. Die Blutwerte waren alle in Ordnung und wir bekamen die Diagnose „Verdacht auf Epilepsie“

Natürlich ist das erstmal nicht zu glauben, Ashley ging es die Wochen vorher schon nicht besonders, sie hatte arg abgenommen, war scheinträchtig und hatte eine Virusinfektion, ihr Hormonhaushalt war aus dem Ruder gelaufen. Also schoben wir es darauf.

                             

4 Wochen später wieder ein Anfall, mein erster, ich war geschockt. Weitere Anfälle alle 4-6 Wochen, auch mal ein 2 Wochen Rhythmus, folgten. Also mussten wir uns nun mit der Diagnose abfinden. Es wurden auch Stimmen von Bekannten laut, den Hund doch zu „erlösen“ und einzuschläfern, das kam aber für uns nicht einen Moment in Frage. Ashley war sonst ein lebenslustiger, fröhlicher Hund mit einen herrlichen Temperament. Im April 2005 wurde Ashley dann kastriert da ihr Hormonhaushalt immer noch durcheinander war, bei der Kastration zeigte sich dann auch, dass die Gebärmutter und die Eileiter in verschiedenen Stadien der „Läufigkeit“ standen, obwohl Ashley erst 3 Monate später überhaupt läufig werden sollte.

Da Ashley nach jedem Anfall arge Probleme mit der Orientierung hatte und auch ihre Pupillen nur träge reagierten, wurden wir noch in eine Tierklinik geschickt. Dort wurde eine neurologische Untersuchung gemacht. Augenüberprüfung, Gleichgewichttests, und vieles mehr um ggfs. einen Hirntumor auszuschließen, wieder alles ohne Befund. Epilepsie kann viele Auslöser haben, ein Autounfall, extremer Stress, Mangelerscheinungen, Vererbung, auch Impfen, Zeckenmittel stehen im Verdacht Auslöser zu sein.

Am Ende wurde uns gesagt, dass Ashleys Hormonhaushalt und eine Vergiftung, die ihre Mutter Thalea während der letzten Woche der Trächtigkeit hatte, durchhaus zu einer Epilepsie führen konnten. Natürlich kann man eine vererbte Epilepsie nicht ausschließen, leider gibt es dafür keine Tests.

Da die Anfälle weiterhin kamen, entschieden wir uns zu einer Behandlung mit Luminal. Bei Luminal ist der Wirkstoff Phenobarbital, dieses muss über mehrere Wochen gegeben werden, damit sich ein sogenannter „Phenobarbital-Spiegel“ aufbaut, der auch nicht zu großen Schwankungen unterliegen sollte um weitere Anfälle zu verhindern. Die Nebenwirkungen sind allerdings auch nicht zu verachten, Ashley bekam Koordinierungsschwierigkeiten mit den Hinterbeinen, die dauerten ca. 1 Woche, dabei sackte sie mit den Hinterbeinen weg und konnte keine Treppen gehen. Bei anderen Hunden ist auch eine Schlappheit und Müdigkeit zu sehen.

Trotz der Medikamente wurde es nicht besser. Ashleys Leberwerte stiegen immer höher durch die Luminal, dagegen hätten wir dann ein anderes Medikament bekommen. Durch ein Forum von Epi-Dogs bin ich dann auf die Idee gekommen es parallel auf homöopatischer Basis zu versuchen. Ich fand eine sehr gute Homöopathin, die Ashley über die Bioresonanz behandelt hat. Die Bioresonanz hat dahingehend geholfen, dass Ashley uns nach einem Anfall schneller wieder erkennt und somit auch ihre Panik/Schreien nicht mehr ist. (Von einer Bekannten, die selber Epilepsie hat, weiß ich, dass das Gedächtnis nach einem Anfall erst wieder „vorgespult“ werden muss, bis man sich an die aktuellen Ereignisse erinnert).

Als homöopathische Behandlung (ich muss gestehen ich war sehr skeptisch) wurden uns Globulis Zinkum und Apisinum gegeben, die mit einer bestimmten Frequenz noch behandelt wurden. Diese bekommt Ashley 3x am Tag auf die Lefze oder mit einem Leckerchen. Gegen die Unruhe nach einem Anfall (Ashley läuft dann in Schränke hinein oder durch einen Wassernapf/Teich) wurde uns Belladonna in einer bestimmten Potenz gegeben, alle 10 min. bis eine Besserung eintritt. Während sie früher ca. 5-7 Stunden benötigte um wieder ganz die „alte“ zu sein, schaffen wir es dank Bellladonna, dass sie sich schon nach 1 Stunde wieder normal verhält.

Wir haben ihr ein Jahr lang Bachblüten gegeben damit sich ihre Unsicherheit etwas verliert, die sich durch die Vielzahl der Anfälle steigerte. Die Rescuetropfen, die wir auch immer dabei haben, haben bei uns leider keinen sichtbaren Erfolg gebracht. Im Dezember 2005 haben wir dann die Luminal langsam ausgeschlichen, niemals einfach absetzten!!!!! Seit Januar 2006 behandeln wir Ashley nur noch rein homöopathisch. Wir hatten 2005 - 14 Anfälle und  2006 - 5 Anfälle.

Was ich ebenfalls nur empfehlen kann, ist ein Tagebuch zu schreiben, zu jedem Anfall(Dauer, Tageszeit) evt. Umstände und so verrückt es klingt vielleicht auch Wetter und Mond aufschreiben. Es hilft einem selber, sich diese Gedanken von der Seele zu schreiben und man findet ggfs. Gemeinsamkeiten, die einem THP, Tierarzt oder einem selber bei der weiteren Behandlung zu helfen.

Ashleys Anfälle sind zwar immer noch sehr traurig, aber nicht mehr so schlimm wie beim ersten Mal. Manchmal kommt sie vorher zu uns und kuschelt sich an, auf den Spaziergängen trägt sie oft ein Geschirr, für den Fall, dass sie uns nicht erkennt und wir sie dann nicht am Halsband zerren müssen, ihr Freiraum geben können bis sie sich an uns erinnert. Während des Anfalls streicheln wir sie und reden beruhigend auf sie ein, ansonsten passen wir nur auf, dass sie sich nirgends verletzen kann.

Zwischen den Anfällen ist sie ein ganz normaler Hund, lustig lebensfroh wir nehmen sie auch weiterhin überall mit hin, wir machen Agility, Beschäftigung für und mit vielen Hunden, wir haben nun auch mit Dogdance angefangen, was sie unglaublich schnell lernt.
                                           

Meist bekommen die Hunde die Anfälle nachts oder kurz nach dem aufstehen, sie dauern dann ein paar Minuten, ggfs. kann sich auch ein weiterer Anfall anschließen. Wenn ein Hund mehrere Anfälle hintereinander hat, oder eine richtige Anfallsserie ist das eine extreme Belastung für das Herz und den Stoffwechsel (vermehrter Hunger und Durst danach sind üblich) und dies kann dann zum Tode führen. Für so einen Notfall haben wir Diazepan im Hause das dann notfalls verabreicht werden kann um die Serie zu unterbrechen.


Fazit: Es ist eine Krankheit, die man mit allen Mitteln und Vernunft bekämpfen muss, es gibt leichtere Fälle so wie wir es haben, und es gibt schwere Fälle wenn der Hund z.b. mehrere Anfälle an einem Tag hat, aber man sollte den Mut nie verlieren. Sicherlich haben wir noch viel Glück, es gibt viel schlimmere und dramatischere Fälle, aber es gibt vieles das man versuchen kann (Futter, Gesundheitsplanung usw.) bevor man seinen Hund wirklich einschläfern muss.

Für uns hat sich der Slogan bewahrheitet „Epi-lepi aber happy“.

Alles Gute
Anikó Weiß mit Ashley


                               

(Ashley ging am 21.02.2008 im Alter von 5 Jahren und 9 Monaten wegen eines Status epilepticus, aus dem sie nicht mehr herauskam, über die Regenbogenbrücke)
 
 
e) Praxiserfahrungen von Eva Hammerschick
 
Epilepsie bei Fango – Eindrücke von einer Jugendlichen
 
Unser Kromi-Rüde Fango vom Isarflimmern ist seit Oktober 2007 an Epilepsie erkrankt. Am Anfang war es für mich und meine Familie ein Schock, man wird vor dem 1. Anfall (Fango war 3 Jahre und 4 Monate) nicht vorgewarnt. Doch mit der Zeit lernt man, damit umzugehen.
                     
 
Am 18. Oktober 2007 haben wir beide miteinander gespielt, bis Fango torkelnd mit dem Kopf gegen den Türstock geknallt ist. Danach ging alles relativ schnell. Zuerst hat er nur abwechselnd die Hinterbeine angehoben, dann ist er umgekippt und hat auch zu Krampfen begonnen. Ich habe seinen Kopf auf meinen Oberschenkel gelegt, ihn gestreichelt und ruhig auf ihn eingeredet. Meine Eltern und mein Bruder sind sofort aus allen Ecken gekommen. Fango war nicht ansprechbar, sein Blick war starr, er hatte starken Speichelfluss und seine Beine machten kreisende Bewegungen. Ich habe ihm Bachblüten Notfall-Tropfen in die Lefzen geträufelt, das Maul bekam ich nicht geöffnet.
Danach hat Fango sich langsam wieder erholt, er kam zu sich. Der Spuk dauerte 4 Minuten, danach stand er auf, schüttelte sich ab und wollte weiterspielen, als wäre nie etwas passiert. Mit kreisenden Tellington-Touch Beinkreisbewegungen habe ich getestet, ob seine Gliedmaßen nun wieder beweglich sind, es war alles befreit.
Mein Vater ist mit Fango kurz aufs Feld zum Pinkeln gegangen, der Hund war ganz der Alte.
Das Bild, das hilflose Gefühl und die Angst, die ich in diesen 4 Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vorgekommen sind, werde ich wohl nie vergessen.
                               
 
Agilitytraining stand am darauf folgenden Tag am Programm. Jetzt werden sich wahrscheinlich einige Leute fragen, warum man Agility mit einem Epi-kranken Hund macht. Der Vierbeiner bekommt beim Anfall direkt meist nichts mit, für ihn wäre es viel schlimmer, wenn sich auf einmal der komplette Tagesablauf ändern würde und Dinge, die bisher wöchentlich gemacht wurden, plötzlich gestrichen werden.
Wir steigen also aus dem Auto aus und Schnuffelchen entdeckt seine heiß-geliebte Puli Freundin Easy. Egal, ob sie läufig ist oder nicht, Fangos Hormone fahren bei ihrem Anblick bzw. Geruch Achterbahn. Die Kleine war zwar am anderen Ende der Wiese, das ist für einen hormongesteuertem Rüden aber keine Ausrede. Da ich mich von meinem hochgepushtem Hund nicht dorthin ziehen lasse, wo es ihm gerade gefallen würde, bin ich mit ihm auf den eingezäunten Agilityplatz und in den dort stehenden Container, in dem sonst Geräte sind, gegangen. Kaum kam er ein bisschen runter, konnte ich wieder Koordinationsprobleme erkennen, die Hinterbeine waren wackelig, Fango setzte sich hin, stand wieder auf, konnte sich nicht halten und fiel um. Am kalten Boden wollte ich ihn nicht liegen lassen, also habe ich mich hingesetzt und ihn auf meinen Schoß gelegt, den Kopf diesmal an meinem Arm hochgelagert. Zwei Minuten lang war er nicht ansprechbar, danach schon wieder und eine Minute später stand er wieder auf den Beinen und hielt Ausschau nach Easy. Ziemlich schrecklich anzuhören waren bei diesem Anfall die Krämpfe in den Stimmbandritzen, bei jedem Muskelzusammenziehen gab Fango ein Grunzgeräusch von sich.
Ich habe ihn geschnappt, bin eine kleine Runde mit ihm gegangen und der Hund war wieder ganz normal. Für mich selbst war dieser Anfall fast noch schlimmer, da ich noch lange nicht verarbeiten konnte, was mit meinem Hund los ist.
Trainiert haben wir an diesem Tag nicht mehr, alleine schon, weil es mir nicht mehr gut ging.
 
                                   
                                            ( Fango mit 14 Jahren - fotografiert von Eva Hammerschick)
 
Am 11. November 2007 kam ein leichter Epilepsie-Anfall. Am Vortag hatten Fango und ich ein Agilityturnier und am Abend kam Besuch zu uns, über den sich Hundi mächtig gefreut hat. Das bedeutet (positiven) Stress für den Hund, kann auch ein Auslöser für Anfälle sein.
An dem Morgen hat mich Fango aufgeweckt, nichts Außergewöhnliches an sich. Allerdings stand er auf einmal wie angewurzelt da, setzte einen hilflosen Blick auf und verlor einige Harntropfen (obwohl er davor eine große Morgenrunde war). In meinem Zimmer waren zu dem Zeitpunkt die Notfalltropfen, also gleich mal eine Dröhnung verabreicht. Gehen konnte er nicht, das stand fest. Nach 2 Minuten hat er sein Frühstück erbrochen, dann noch 2mal gelben Schleim – nochmals Notfalltropfen verabreicht. Was ich diesmal beobachten konnte waren Muskelkrämpfe in den Hinterbeinen. Meist zogen sie sich 5 Sekunden zusammen, haben ausgelassen und dann wieder.
Diesmal dauerte alles ca. 8 Minuten, danach war wieder alles im grünen Bereich.
 
Einen 4. Anfall hatte er am 20. Jänner 2008, wieder war am Vortag ein Agilityturnier. Am Vorabend hechelte Fango sehr stark, sein ganzer Körper hat sich mitbewegt.
Diesen Anfall haben allerdings nur meine Eltern miterlebt. Bei ihnen im Schlafzimmer hat er Körperkontakt gesucht, dann kam der hilflose Blick und Fango konnte nicht mehr gehen. Er hat wieder nur mit den Hinterbeinen gescheppert, hat Harntropfen verloren (diesmal war das zwar VOR der Morgenrunde, allerdings war er in der Nacht davor noch kurz am Feld zum Pinkeln) und die Muskeln haben sich wieder zusammengezogen. Fango war ansprechbar, hatte allerdings große Pupillen.
Geschätzte 3-4 Minuten hat alles gedauert, allerdings hat er dann noch Schleim erbrochen. Später war er wieder der lustigste Hund und bei der Runde sehr fröhlich.
 
Die genauen Auslöser für Fangos Anfälle kann ich nicht genau nennen, meiner Meinung nach hängt es sehr mit Stress zusammen. Meist kommen sie in einer Ruhephase und Schnuffi sucht den Kontakt zu uns. Medikamente bekommt er keine, allerdings wie geschrieben, bei jedem Anfall (wenn griffbereit) Notfalltropfen.
 
                      
                              (Fango im Alter von 14 Jahren, fotografiert von Eva Hammerschick)
 
Ich möchte alle Kromibesitzer, die Koordinationsschwierigkeiten bei ihrem Hund feststellen können bitten, erstmal zum Tierarzt zu gehen um eventuelle andere Gesundheitsprobleme festzustellen. Sollte nichts festgestellt werden können, dann sollte man Epilepsie nicht ausschließen. Vor allem aber den Hund gegebenenfalls aus der Zucht nehmen und dem RZV die Probleme melden!!!!!!!
Nur durch Offenheit und Ehrlichkeit können wir weiterkommen, hier geht es nicht nur um den einen Hund, sondern um die ganze Rasse!!!!!!
 
Eva Hammerschick mit Fango vom Isarflimmern
 
                        
Fango vom Isarflimmern, *25.06.2004, im Alter von 13 Jahren fotografiert von seiner Besitzerin Eva Hammerschick. Viele Bilder der jungen Hobbyfotografin sind auch auf ihrer facebook-Präsenz unter  https://www.facebook.com/EvaHammerschickFotografie/   zu finden
 
 
Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)
 
 
 4.Ellenbogendysplasie, Arthrose, Polyarthritis, Patella-Luxation und Lahmheiten beim Kromfohrländer
 
 
 Zur Zeit arbeiten wir an diesem Themenkomplex. Ein paar Bilder und Informationen sind jedoch bereits eingefügt
 
a) Vorwort:
 
Diesen Unterbereich zu den Gelenkerkrankungen haben wir erstellt, da es recht viele Kromfohrländer gibt, die Probleme mit dem Bewegungsapparat bekommen. Oftmals spielen eine Polyarthritis / rheumatoide Arthritis (Autoimmunerkrankung) und Ellenbogendysplasien eine Rolle. Probleme in dem Kniebereich sind auch oftmals auf Patellaluxation zurückzuführen. Auch im Zusammenhang mit der Autoimmunerkrankung SLE treten öfters Lahmheiten beim Kromfohrländer auf. Die Symptome der Polyarthritis sind vielschichtig und reichen von Lahmheiten, morgendlichen Aufstehschwierigkeiten und Knacken in den Gelenken über Fieber und multiple andere Gesundheitsprobleme. Festgestellt werden können die Polyarthritis und rheumatoide Arthritis über eine Gelenkpunktion zur Bestimmung der Rheumafaktoren. Hierzu ist es erforderlich, dass der Hund sich in einem aktuten Krankheitsschub befindet, damit genügend Gelenkflüssigkeit vorhanden ist, die man aus den geschwollenen Gelenken herausziehen kann. Arthrosen sind oftmals die Folgeerscheinungen einer anderen vorliegenden Grunderkrankung oder auch von Fehlbelastungen, die in der Folge von Verletzungen und Unfällen entstanden sind.
 
  
            (Charly -Deibel- von der Heidehummel)                                  (Crazy Jumpers Linos im Hundebuggy)       
 
Nachfolgend haben wir ein paar Bilder von betroffenen Kromfohrländern sowie einen Bericht über die Goldakupunktur bei der Kromi-Hündin Deetje vom Tüskendoor und eine Videodokumentation über Arthrose beim Kromfohrländer hochgeladen. Unser Dank gilt allen Kromfohrländer-Besitzern, die uns mit Bildern und Informationen versorgen und uns dadurch eine Berichterstattung ermöglichen :-)
 
Für den Austausch mit anderen betroffenen Kromfohrländer-Besitzern steht zudem das sogenannte AI-Forum unter dem folgenden Link zur Verfügung:
 
 
Das ursprünglich für autoimmunkranke Kromfohrländer gegründete AI-Forum hat sich im Laufe der Zeit auch zu einem Anlaufpunkt für Kromfohrländer mit nicht autoimmunbedingten Gelenkerkrankungen und Lahmheiten entwickelt, so dass auch Kromi-Besitzer, die sich aus diesem Grunde um ihren Vierbeiner sorgen, dort herzlich Willkommen sind. Es gibt dort reichlich Infos und hilfreiche Tipps rund um die Gelenkbeschwerden und Lahmheiten, die bei Kromfohrländern auftreten. Auch in unserem allgemeinen Kromi-Forum bekommen Sie Hilfe und Kontakt zu anderen Kromi-Besitzern.
 
 
b) Bilder von betroffenen Kromfohrländern
            
Die obigen Bilder (links und rechts außen) zeigen geschwollene Carpalgelenke von Kromi-Hündin Aysha von der Heidehummel, wie sie bei Arthrose und Polyarthritis (= Form der Autoimmunerkrankung) auftreten. Die langjährigen Entzündungen in den Gelenken mit den damit verbundenen Schonhaltungen führten im Laufe der Jahre zu deformierten Vorderläufen ( Bild Mitte ).
(Das Röntgenbild zeigt Deformatinen an den Vorderläufen / Zehen eines betroffenenKromfohrländers)
 
Auch einen Kreuzbandriss zog Aysha sich zu. Im AI-Forum berichteten mehrere Hundebesitzer darüber, dass ihre an Polyarthritis erkrankten Kromis sich im Laufe der Zeit einen Kreuzbandriss zuzogen.
 
                             
                                  Verband und "Schutzanzug" nach Kreuzband-OP        
                          
                                              Kreuzband-OP-Narbe
 
Die Genesung nach der OP und die Wundheilung können bei AI-Erkrankungen schon einmal länger dauern.
                            
Die nachfolgenden Bilder zeigen den Glatthaarkromi Charly (Deibel) von der Heidehummel nach seiner wegen Ellenbogendysplasie durchgeführten OP. Anschließend bekam er verschiedene Physiotherapien (detailliertere Berichte folgen demnächst).
 
               
           Verband nach ED-Operation                          Nach der OP leistete ein solcher Kragen gute Dienste
                                                                                  und war für Charly angenehmer als der klassische Plastikkragen   
                                               
   
                                                               
                           Massagen      
             
               Charly (Deibel) von der Heidehummel bei der Bewegungstherapie im Wasser
Charly, * 05.03.2007 war trotz seiner vielen Gesundheitsbeschwerden (Blasenkrebs, Arthrose, Uratkristalle, Bandscheibenvorfall etc. immer wieder lebensfroh. Er starb 8-jährig am 07.03.2015. 
                                                                  
c) Videodokumentation zur Arthrose-Therapie beim Kromfohrländer
 
Auf YouTube wurde am 23.04.2014 von der Mofilm-Produktions GmbH ein Video zum Thema Arthrose beim Kromfohrländer veröffentlicht. In dem Bericht sind insbesondere die Ausführungen zu einer neuen Behandlungstherapie sehr interessant. Quincys Besitzerin Yvonne Bernhardt ist selber Tierärztin. Quincys Homepage ist unter dem folgenden Link zu finden: http://www.quincyonline.de/
 

(Mit freundlicher Genehmigung von: www.mofilm.de )

d) Bericht zur Goldakupunktur

Der nachfolgende Bericht über die Goldakupunktur bei der Kromi-Hündin Deetje vom Tüskendoor wurde uns freundlicherweise von der Kromi-Züchterin Christa Steinbrink ( Zwinger vom Steenbrook ) zur Verfügung gestellt.

Goldakupunktur - Februar 2012

                         Ein entscheidener Tag für Deetje
 

Anstatt Deetje wegen ihrer Arthrose den Rest ihrer Tage mit Schmerzmedikamenten vollzudröhnen, wollte ich zuvor die Möglichkeit der Goldimplantation ausprobieren.Ob es ihr wirklich helfen wird??? Dazu später mehr!

                        Tierärztliches Zentrum für Gold-Akupunktur

Im Wartezimmer beim Spezialisten für Goldakupunktur Dr. Schulze in Kamen.

   

Fürsorglich wird Deetje nach dem Eingriff von der Tierarzthelferin umsorgt.

                         

Von der Schlafspritze noch etwas benommen.......

   

...wird sie zum Aufwachen auf eine gemütliche Decke gelegt

      

                                                         Knie und Ellenbogen

        Einstichstellen Knie außen...............und......................Knie innen

     

Einstichstellen Ellenbogen außen............und.................Ellenbogen innen

     

Deetje nach der Goldakupunktur Zuhause

                       

Und wie geht es weiter!?

In wenigen Fällen kann es schon  innerhalb weniger Tage nach der Goldakupunktur zur vollständigen Schmerzfreiheit kommen. Der überwiegende Teil aber; und das sind ca. 70% der Tiere, tritt die Wirkung nach ca. 4 bis 6 Wochen ein.

Manchmal benötigt ein Hund aber auch einige Monate....

Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)
  

 5.Autoimmunerkrankungen / Hautveränderungen
 
 
                       
                                             (Verband nach Krallenverlusten)
 
a) Allgemeine Ausführungen zu den Autoimmunerkrankungen bei den Kromfohrländern
 
Dieser Themenbereich ist sehr schwierig und komplex, da viele Dinge (z.B. Vererbungsgänge) noch nicht abschließend erforscht und die verschiedenen Formen der Autoimmunerkrankungen nur sehr schwer bzw. gar nicht zu diagnostizieren sind. Auf Grund langjähriger Beschäftigung mit dieser Thematik und vielen Kontakten mit betroffenen Kromfohrländerbesitzern konnten im Laufe der Jahre jedoch viele Informationen und Hintergrundwissen zusammengetragen werden, welche ich gerne mit anderen Kromfohrländer-Besitzern teilen möchte, da gerade die Autoimmunerkrankungen für die betroffenen Hunde und Halter oftmals mit sehr viel Leid, Kosten und teilweise jahrelangen Odysseen durch die Tierarztpraxen verbunden sind. Allerdings möchte ich nochmals betonen, dass ich weder ein Mediziner bin; noch in der Lage bin, medizinisch fundierte Berichte zu erstellen. Vielmehr soll es sich bei meinen Ausführungen um eine zusätzliche Informationsmöglichkeit handeln.
 
                          
                ( Muskelschwund -Myositis- am Kopf, auch andere Bereiche des Körpers sind oft betroffen)                   
 
Kromfohrländerbesitzer, bei deren Hunden eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert wurde oder deren Hunde auffällige Hautveränderungen, Lahmheiten oder andere Symptome zeigen, können sich gerne per E-Mail (familienkromi@web.de) bei mir melden. Zudem gibt es ein spezielles, nicht öffentliches Autoimmunforum für die Besitzer autoimmunkranker Hunde aller Rassen bzw. Mischlinge, welches über den Link http://www.carookee.de/forum/autoimmun zu erreichen ist. Man kann sich dort über Diagnosemöglichkeiten informieren, aber auch Rat, Hilfetipps und moralische Unterstützung bekommen. Für Kromfohrländerbesitzer gibt es dort zusätzlich noch einen internen Bereich, in dem sich über züchterische Angelegenheiten und andere Kromfohrländer-spezifische Dinge ausgetauscht werden kann.
                       
                                                 (kahle Schwanzspitze im Frühstadium)
 
Den Autoimmunerkrankungen liegt eine Störung des körpereigenen Immunsystems zugrunde, die dazu führt, dass Abwehrzellen, die eigentlich dazu da sind körperfremde Zellbestandteile oder Stoffe (z.B. Bakterien, Viren, Proteine) zu bekämpfen, sich auch gegen körpereigene Zellen und Gewebe richten und dadurch zerstören. Daher werden die Autoimmunerkrankungen auch als Autoaggressionserkrankungen bezeichnet. Im Gegensatz dazu würde eine gesunde Immunabwehr erkennen ob es sich um körpereigene oder körperfremde Stoffe und Zellen handelt und nur die „Eindringlinge“ bekämpfen. Von den Autoimmunerkrankungen sind übrigens die Immunschwächen (= ausbleibende oder zu schwache Reaktionen des Immunsystems) und die Allergien (= eine übermäßige Reaktion auf an sich harmlose Substanzen) zu unterscheiden.
                        
                                                           (Entzündungen im Maul)
                                                                                                                                                                                      *click* zurück zum "AI-Menü"
b) Alter, in dem AI bei Kromfohrländern ausbricht
 
Autoimmunerkrankungen befallen Menschen, Katzen, verschiedene andere Säugetierarten und Hunde unterschiedlicher Rassen. Auch bei den Kromfohrländern finden sich nicht zuletzt auf Grund jahrelanger Inzucht leider doch recht häufig betroffene Tiere. Eine genetische Disposition wird angenommen, so dass erkrankte Hunde von der Zucht ausgeschlossen sind. Allerdings konnte ich im Rahmen vieler Kontakte zu Besitzern autoimmunkranker Kromis und Einblicke in Gesundheitsaufzeichnungen der Rasse feststellen, dass sich die Autoimmunerkrankungen bei den meisten Kromfohrländern erst im mittleren Lebensalter zwischen 5 - 8 Jahren richtig manifestieren. Oftmal haben diese Hunde in den vorangegangenen Jahren zwar auch immer wieder diverse Erkrankungen gehabt; diese wurden jedoch -mal abgesehen von den Kromis mit massiven Hautsymptomen oder Lahmheiten- von ihren Besitzern und auch Tierärzten meistens nicht im Zusmmenhang mit einer Autoimmunerkrankung erkannt. Aus diesem Grunde gibt es durchaus Kromfohrländer, die zu dem Zeitpunkt, an dem sie erkranken, bereits Nachwuchs haben, welcher dann selber ein hohes Risiko für eine Autoimmunerkrankung in sich trägt. Auch fällt es den betroffenen Kromi-Besitzern verständlicherweise schwer, sich einzugestehen, dass die Symptome, die der eigene Hund zeigt, auf die kromitypischen Autoimmun-Krankheitsverläufe passen, welche nicht immer schlagartig kommen, sondern sich oft auch über Jahre hinziehen und -unterbrochen von Phasen, in denen es dem Hund sehr gut geht- langsam hochschaukeln. Und so klammern sich nicht wenige Kromi-Besitzer an die Strohhalme einzelner symptombezogener Diagnosen, bevor sie sich dann eingestehen, dass leider auch der eigene Kromfohrländer von einer Autoimmunerkrankung betroffen ist. Vielfach finden sich auch in der engeren Verwandtschaft dieser Kromis autoimmunkranke Hunde bzw. Kromis, bei denen ein starker Verdacht auf AI besteht. Leider erfahren die betroffenen Hundebesitzer erst im Nachhinein davon, weil nicht immer offen mit diesen Krankheiten umgegangen wird.
                             
(Ein AI-kranker Jungrüde an einem seiner guten Tage. Die Bilder von den schlechten Tagen stellen wir hier bewusst nicht ein)
                                                                                                                                                                                            *click* zurück zum "AI-Menü"
 
c) Formen der Autoimmunerkrankung, die bei Kromfohrländern auftreten
 
Die Autoimmunerkrankungen (kurz: AI) können sowohl einzelne Organsysteme befallen, als auch systemisch auftreten. Weiterhin können neben den Organen, die Haut, der Bewegungsapparat und das Blut betroffen sein. Es gibt auch Autoimmunerkrankungen, bei denen mehrere Bereiche des Körpers gleichzeitig betroffen sind.
 
                          
                           ( Blutige Schwanzspitze - zu dem Zeitpunkt noch behaart )

 
 
Nachfolgend möchte ich ein paar mögliche Formen der Autoimmunerkrankung aufzählen, die bereits bei Kromfohrländern aufgetreten sind, als da wären
 
  • als systemübergreifende Erkrankung der Systemische Lupus erythematodes (SLE), bei dem neben Haut-, Gelenk- und Blutsymptomen auch innere Organe betroffen sein können. Des Weiteren wird auch allgemeiner Muskelschwund im Zusammenhang mit dem Systemischen Lupus erythematodes beobachtet, wobei als Begleiterscheiung ein Rückgang der Kiefer- und Kopfmuskulatur auftreten kann. Dies wird als Kaumuskelmyositis bezeichnet und bedarf schnellstens einer Behandlung. Die Schwester unserer Amelie ist leider im Rahmen einer Kaumuskelmyosits frühzeitig verstorben.
  • als Erkrankung der Haut der Diskoide Lupus erythematodes,
  • als Erkrankung der Muskulatur, mit einer damit oftmals verbundenen Speiseröhrenlähmung bzw. –erweiterung (Megaösophagus), die u.a. zu Erbrechen führt, Myastenia gravis. Auch wechselnde Lahmheiten werden bei dieser Form der AI vielfach beobachtet.
  • als Erkrankung des Bewegungsapparates die rheumatische Arthritis bzw. Polyarthritis, die ebenfalls zu wechselnden Lahmheiten führen.
  • als Bluterkrankungen die autoimmunhämolytische Anämie, bei der die roten Blutkörperchen durch Antikörper zerstört werden, und die autoimmuninduzierte Thrombozytopenie, bei der die Blutplättchen betroffen sind, was Gerinnungsstörungen und Blutungsneigungen zur Folge hat. Diese beiden Krankheiten können auch gemeinsam auftreten (Evans-Syndrom). Als Begleiterscheinung zur AIHA kann es auch zur Lungenembolie bzw. einem Lungenemphysem kommen. Da die Symptome sehr den Symptomen einer Vergiftung ähneln, versterben die betroffenen Hunde oftmals vor der Erstellung der richtigen Diagnose, so dass hier vermutlich eine hohe Dunkelziffer vorliegt. 
  • als Lebererkrankung die autoimmune Hepatitis, welche auch im Zusammenhang mit SLE auftreten kann.
  • als Erkrankung der Krallen und des Nagelbettes die symmetrische lupoide Onychodystrophie (SLO), in deren Rahmen Krallenverluste und Nagelbettentzündungen auftreten.
  • die autoimmune Thyreoiditis bei der das Gewebe der Schilddrüse durch die Autoimmunkrankheit zerstört wird und zu einer autoimmun bedingten Schilddrüsenunterfunktion (SDU) führt, welche bei Kromfohrländern sogar besonders häufig anzutreffen ist. Die Symptome, die bei der Schilddrüsenunterfunktion auftreten, sind sehr mannigfaltig und auch die kahle Schwanzspitze ist im Rahmen der SDU möglich. Da Autoimmunerkrankungen oftmals systemisch sind, kann auch die Zerstörung des Schilddrüsengewebes im Rahmen dieser systemischen AI vorliegen. Im Gegensatz zu einer nicht autoimmun bedingten SDU helfen die Schilddrüsenmedikamente bei einer autoimmunbedingten SDU nur vorübergehend, indem sie die durch die Gewebezerstörungen bedingte Unterfunktion ausgleichen oder einbremsen. Langfristig können aber immer mehr Symptome einer Autoimmunerkrankung hinzukommen und welche nur durch die Behandlung auf eine Autoimmunerkrankung (mit Cortison und / oder Immunsuppresiva) in den Griff zu bekommen sind. Gute Informationen zur SDU findet man auch auf der Homepage der Tierklinik Birkenfeld.
  • verschiedene Pemphigus Erkrankungen, welche mit Pustelbildungen verbunden sind

                       
(Auch die AI-Gelenkerkrankung Polyartrhitis ist für die betroffenen Kromis und ihre Besitzer belastend. Es tut einfach weh, mit anzusehen , wenn ein so lebensfroher Hund wie der Kromfohrländer bereits mit 6 oder 7 Jahren große Schmerzen bei Bewegungen zeigt)

Die obige Aufzählung ist nicht abschließend, da es mir nur darum geht einen kleinen Überblick darüber zu geben, wie vielfältig die Autoimmunerkrankungen sind. Interessierte können über Google weitere Formen der Autoimmunerkrankungen finden. Im Zusammenhang mit den Autoimmunerkrankungen wurden bei den Kromfohrländern auch schon Dermatomyosotis (entzündliche Erkrankungen der Haut und der Muskulatur), Morbus addison und Vaskulitis (immunbedingte Entzündungen der Blutgefäße) diagnostiziert.
                                                                                                                                                                      *click* zurück zum "AI-Menü"
 
d) Die langwierige Suche nach der Diagnose
 
Vielfach werden die Hunde zunächst auf Allergien, Borreliose, Anaplasmose, Pilzerkrankungen oder Milbenbefall behandelt, zumal AI-kranke Kromfohrländer oftmals auch auf Allergietests ansprechen, erhöhte Borreliose- oderAnaplasomsetiter haben und gerade bei den Hautsymptomen oftmals Sekundärinfektionen mit Bakterien oder Pilzen vorliegen. Es gibt nicht wenige Kromi-Züchter, die erst dann von einer Autoimmunerkrankung bei ihrer Zucht sprechen, wenn auch eine eindeutige Diagnose vorliegt. Die Praxis zeigt aber, dass durch diese engstirnige Haltung wichtige Zeit verschenkt wird, in der die Kromibesitzer auf der Suche nach der endgültigen Diagnose von Tierarzt zu Tierarzt rennen und ihr Hund immer neue Baustellen entwickelt, die unter Umständen dann kaum noch oder gar nicht mehr therapierbar sind. Aus diesem Grunde ist es mir persönlich ehrlich gesagt völlig egal, WIE sich die Krankheit mit den AI-Symptomen nun nennt, an der die Hunde leiden. Wichtig finde ich, dass Betroffene Hilfe bekommen und die Symptome dem Rassezuchtverein der Kromfohrländer und auch dem Zuchtverein ProKromfohrländer e.V. gemeldet werden (siehe unten). Wer sich unsicher ist oder eine bagatellisierende Antwort bekommen hat, kann auch mir gerne eine Mail (familienkromi@arcor.de) schreiben oder sich im AI-Forum anmelden.
 
                            
                                                 (Pemphigus - Pusteln im Ohr)

Da die Autoimmunerkrankungen so vielfältig sind, ist die Diagnose entsprechend schwer und oftmals leider gar nicht möglich. Als Diagnosemöglichkeiten stehen unter anderem der ANA-Test (Bluttest auf antinukleäre Antikörper), der Coombs-Test (wird bei den Blutformen angewandt), die Bestimmung von Rheumafaktoren bzw. Punktion der Gelenke mit Untersuchung der Gelenkflüssigkeit (bei der Gelenkform), der Acetylcholin-Rezeptoren-AK Test und eine immunfluoreszenz-mikroskopische Untersuchung von Gewebeproben (Biopsie) zur Verfügung. Auch die Überprüfung der Schilddrüsenwerte ist anzuraten. Leider hat sich in der Vergangenheit aber immer wieder gezeigt, dass viele Diagnosemöglichkeiten unzuverlässig sind, so dass auch bei einem negativen Ausfall der Tests eine AI vorliegen kann. Vielfach wird dann auf eine diagnostische Therapie mittels Cortison zurückgegriffen. Dies bedeutet, dass dem Hund über einen gewissen Zeitraum Cortison verabreicht wird. Wichtig ist, dass bei einem Verdacht auf AI mit einer hohen Dosis begonnen wird. Klingen die Krankheitssymptome unter der Cortisongabe ab und kommen nach der Absetzung des Medikaments wieder, so besteht ein starker Verdacht auf AI. Da das Cortison als solches gerade auch bei Naturheilkundlern nicht unumstritten ist, scheut jedoch so manch ein Hundehalter diese Form der Diagnose.  Allerdings muss ich mittlerweile auch sagen, dass das Cortison schon so manchem Kromi das Leben gerettet hat.
                       
              ( Pemphigus - Haarausfall und Pusteln auf der Nase eines betroffenen Kromfohrländers )
 
Erwähnenswert ist auch, dass die Tests oftmals nur dann bei einer vorliegenden AI anschlagen, wenn zuvor noch kein Cortison, Antibiotikum oder Immunsuppressiva gegeben wurden. Hat der Hund bereits Medikamente bekommen, so führt dies oft dazu, dass der Test negativ ausfällt und der Besitzer sich in einer trügerischen Sicherheit wiegt. Des Weiteren schlägt der Test insbesondere dann an, wenn man ihn in einem akuten Krankheitsschub durchführen lässt!!!
 
Während man bei einem negativen ANA-Test nicht davon ausgehen kann, dass der getestete Hund frei von einer Autoimmunerkrankung ist, hat bei einem positiven ANA-Test die Praxis gezeigt, dass man zumindest bei den Kromfohrländern davon ausgehen kann, dass sie tatsächlich eine Autoimmunerkrankung haben. Falsch positive Tests bei gleichzeitig vorliegenden Krankheitssymptomen sind mir bei den Kromis bislang in keinem einzigen Fall untergekommen, währenddessen falsch negative Tests regelmäßig zu verzeichnen sind. Deshalb bitte auf gar keinen Fall die Augen vor einem erhöhten ANA-Titer bzw. AI-Symptomen verschließen!

                     (Pemphigus Pusteln im Frühstadium an den Beinen eines betroffenen Kromis)
 
Für die Zucht gesunder Kromfohrländer ist es sehr wichtig, dass auch Hunde ohne diagnostizierte AI, jedoch mit einem starken Verdacht auf AI dem Rassezuchtverein der Kromfohrländer (RZV) und dem Zuchtverein ProKromfohrländer e.V. gemeldet werden, damit bei den in der Zucht befindlichen Verwandten des Hundes auf Paarungszusammenstellungen geachtet werden kann, die das Risiko von weiteren erkrankten Hunden weitestgehend minimieren. Sollte Ihr Hund also von seinem Tierarzt eine AI diagnostiziert bekommen oder verdächtige Symptome vorliegen, so melden Sie dies bitte unbedingt umgehend der Zuchtbuchstelle der o.g. Rassezuchtvereine.
 
Um selber umfassend und gut informiert betroffenen Kromi-Besitzern weiterhelfen zu können, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie auch mir Informationen zu erkrankten Kromis bzw. zu Kromis mit den beschriebenen Krankheitssymptomen zukommen lassen:
  familienkromi@web.de 
 
Warten Sie bitte nicht bis zur nächsten Zusendung des Gesundheitsfragebogens durch die Zuchtvereine, denn unter Umständen können zwischen Auftreten der Erkrankung und der Zusendung des nächsten Fragebogens viele Monate vergehen. In dieser Zeit wird mitunter aber mit den Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten des erkrankten Hundes weitergezüchtet, ohne dass die Züchter oder der Zuchtausschuss, der die Zuchtanträge zu genehmigen hat, etwas von der Erkrankung des betreffenden Hundes wissen. Das Risiko weiterer erkrankter Hunde wird dadurch erhöht! Gerade die Schwanzspitzennekrosen (siehe unten) und Lahmheiten vererben sich gerne weiter, wobei in dem Vererbungsgang auch eine Generation übersprungen werden kann. Selbst wenn bei dem eigenen Hund „nur“ eine Schwanzspitzennekrose vorliegen sollte, mit der er einigermaßen beschwerdefrei leben kann, könnte bei einem seiner später gezüchteten Verwandten durchaus eine stärkere Form der AI durchschlagen, die bei entsprechender Meldung vermeidbar gewesen wäre!
                              (
                                      ( auch mit AI gibt es immer wieder auch gute Phasen )
                                                                                                                                                                 *click* zurück zum "AI-Menü"
 
e) Das Bagatellisieren von Krankheitssymptomen durch diverse Züchter
 
Leider weiß ich aus meinen vielen aktiven Jahren in Kromikreisen, dass es Züchter und Kromi-Besitzer gibt, die Krankheiten bagatellisieren und die Besitzer betroffener Hunde in trügerischer Sicherheit wiegen. Manch einem Neu-Kromi-Besitzer oder A-Wurf Züchter kann man da noch nicht einmal große Vorwürfe machen, weil sie aufgrund mangelnder Erfahrung einfach keine Ahnung von der Materie haben -man möge es mir verzeihen, wenn ich das so offen sagen muss-. Schlimm ist aber, dass es auch langjährige Züchter gibt, die das Vorliegen vielfacher Autoimmunerkrankungen abstreiten, um ihren Welpenabsatz nicht zu gefährden oder auch um ihre Zuchtlinie nach außen hin möglichst "sauber" erscheinen zu lassen.
 
Auch meine Homepage wurde vor einigen Jahren von vielen Linklisten gelöscht, damit sie nicht von so vielen Interessierten gefunden wird, welche die Artikel über Krankheiten lesen könnten. Leider verlieren betroffene Hundebesitzer dadurch jedoch wichtige Zeit um auf die Krankheitsanzeichen ihrer Kromis richtig zu reagieren und es hat schon einige Kromfohrländer gegeben, die dann unerwartet und plötzlich mit unerklärlichen Krankheitssymptomen verstorben sind, weil dann auf einmal jede Hilfe zu spät kam.

 
                     
                                        (Entzündeter Gaumen und Zahnfleisch)
 
Leider gab es auch einige engagierte und sehr gute Kromi-Züchter die sich auf Grund der Krankheitsthematik  enttäuscht aus der Kromi-Zucht zurückgezogen haben und auf eine andere Rasse umgestiegen sind. Exemplarisch möchte ich die nachfolgenden Zeilen des Glatthaar-Zwingers vom Kreuzviertel veröffentlichen, der jetzt unter dem Namen "Silkyfur" Minni-Aussies züchtet.


 
Ich möchte hier niemanden ängstigen oder unnötig Panik verbreiten, zumal es auch wirklich viele AI-kranke Kromis gibt, die mit ihrer Krankheit ein hohes Lebensalter erreichen und ein halbwegs beschwerdenfreies Kromi-Leben führen. Wichtig ist jedoch, dass man die Augen nicht aus "Selbstschutz" oder im Vertrauen auf falsche Ratschläge vor einer AI-Erkrankung verschließt, damit der Hund URSACHEN-bezogen auf AI behandelt werden kann, statt jahrelang an den SYMPTOMEN herumzudoktorn und dadurch immer neue (teilweise schlimmere) Symptome zu bekommen. Wie oben ausgeführt, handelt es sich bei der Autoimmunerkrankung nämlich um eine Erkrankung, bei der durch den Körper, die eigenen Zellen zerstört werden, so dass dort angesetzt werden muss, indem der Hund beispielsweise Cortison oder Immunsuppressiva (Cyclosporin / Azathioprin ) bekommt, statt ausschließlich auf Pilzerkrankungen, Allergien, ungeklärte Lahmheiten, immer wiederkehrende Halsentzündungen oder Ähnliches behandelt zu werden.
                       
(Pemphigus im Frühstadium unter dem Bauch - bitte NICHT verwechseln mit einer Grasmilbenallergie oder Pickelchen im Welpenahlter, die sehr ähnlich aussehen. Bei Pemphigus sind auch noch andere Bereiche des Körpers betroffen. Eine Diagnose und Abgrenzung zu harmloseren Ursachen  kann per Hautgeschabsel bzw. Biopsie erfolgen)
 
Ich kann nur jeden ermutigen offen mit dem Thema umzugehen um den Mantel des Schweigens zu zerschneiden und in Zukunft geborenen Kromfohrländern und ihren Familien dieses Schicksal zu ersparen.
 
Lassen Sie sich nicht abwiegeln oder die Krankheitsanzeichen bei ihrem Hund bagatellisieren. Falls Sie Zweifel haben, können Sie mir auch gerne eine E-Mail unter familienkromi@web.de schicken.
                                                                                                                                                                                      *click* zurück zum "AI-Menü"
 
f) Symptome einer Autoimmunerkrankung
 
Was aber sind Symptome, die den Verdacht auf eine AI nahe legen? Die nachfolgenden Punkte sollen eine kleine Hilfestellung sein:
 
  • schlecht heilende Wunden (Wundheilungsstörungen)
  • häufigere Nagelbettentzündungen, die teilweise auch mit einem Krallenverlust verbunden sein können
  • länger andauernde Entzündungen der Mundschleimhaut und/oder der Lefzen. Hiermit verbunden ist oftmals ein charakteristischer unangenehmer Mundgeruch, der an Metall erinnert. Auch ein vermehrter Speichelfluss (verklebte Barthaare) und eine vermehrte Zahnsteinbildung wurden in diesem Zusammenhang schon beobachtet (siehe Bild unten). Der bei einem gesunden Hund waschbrettartig aussehende Gaumen, ist bei an AI-erkrankten Hunden oftmals von glatter Struktur (siehe unten).
  • Entzündungen oder Geschwüre an den Lidrändern und/oder am After
  • Entzündliche Pusteln oder Blasen, die anschließend verkrusten können
  • Eine kahle Schwanzspitze, die auch offen (= entzündet bzw. blutig) sein kann. Gerade im Anfangsstadium der AI wird dieses Symptom oftmals übersehen, da die kahle Schwanzspitze von längeren Haaren verdeckt sein kann. Um die Schwanzspitze richtig betrachten zu können, sollte man die Haare beiseite ziehen (siehe Bilder unten). In einem späteren Stadium der AI kann die Schwanzspitze von oben herab schwarz werden und absterben (= Schwanzspitzennekrose). Manchmal ist dann eine Amputation der Schwanzspitze erforderlich.
  • Kahle, entzündete Ohrränder, die ebenfalls schwarz (nekrotisch) werden können und anschließend „verledern“ (siehe Bild unten)
  • Geschwollene Ohrränder
  • Wechselnde Lahmheiten, ohne dass man einen Grund dafür finden würde, teilweise auch verbunden mit einer schmerzhaften Schwellung der Gelenke
  • Häufiges Erbrechen, ohne dass ein anderer Grund hierfür gefunden werden könnte
  • Immer wieder blutige Durchfälle
  • Unerklärlicher Fellverlust. Markante Stellen hierfür sind der Gesichtsbereich und die „Hosen“ an den Hinterbeinen
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Immer wiederkehrende und häufige Infekte (z.B. Mandelentzündungen, Gebärmutterentzündungen, Bindehautentzündungen, Blasenentzündungen, Magen-Darm-Probleme). Ab und zu mal ein Infekt im Welpenalter ist normal (Kinderkrankheiten), aber wenn es immer wieder und häufig zu Infekten kommt, so sollte man seinen Tierarzt auch mal auf die Möglichkeit einer Autoimmunerkrankung ansprechen.
  • Muskelschwund ggfs. auch in Verbindung mit einem sogenannten "Fuchsschädel", der bei einer Kaumuskelmyositis auftritt. Die Hunde wirken auf ihre Besitzer dann zunächst wie frühzeitig gealtert. Sie haben oftmals auch Schwierigkeiten beim Kauen und mit der Nahrungsaufnahme.
  • Schluckstörungen, Röcheln, Rückwärtsniesen

Nur in den seltensten Fällen liegen alle diese Symptome gleichzeitig bei einem einzelnen Hund vor. Auch die kahle Schwanzspitze ist nicht bei jeder AI vorhanden. Vielmehr tritt die "klassische" kahle Schwanzspitze meistens bei den Kromis auf, die unter systemischen Lupus (SLE) oder einer autoimmunen Schilddrüsenunterfunktion leiden.

Auch ist es so, dass sich die Autoimmunerkrankung an der persönlichen Schwachstelle eines einzelnen Tieres manifestiert. Das kann sogar bei Wurfgeschwistern bedeuten, dass in ein und demselben Wurf zwar mehrere Hunde an AI erkranken, diese jedoch unterschiedliche Diagnosen erhalten, was jedoch nicht verwundert, da es sich bei Autoimmunerkrankungen oftmals um sytemische Erkrankungen handelt. Auch bei Amelie und ihren Wurfgeschwistern ist dies so: Eine Schwester von Amelie hat ausfallende Krallen und dementsprechend die Diagnose SLO bekommen. Eine weitere -mittlerweile verstorbene- Schwester war von Kaumuskelmyositis betroffen und unsere Amelie hat eine vermutlich autoimmun bedingte Leberhepatitis bekommen.

                 
 (abgebrochene Krallen mit Nagelbettentzündungen)               (beginnender Haarausfall am Schwanz)         

Sofern Sie Symptome bei ihrem Kromfohrländer feststellen, sich unsicher sind oder sich durch den Züchter nicht offen und ehrlich beraten fühlen, können Sie mich -wie oben bereits ausgeführt- gerne unter familienkromi@web.de kontaktieren oder sich unter dem Link http://www.carookee.de/forum/autoimmun im sogenannten AI-Forum anmelden. Auch Kromfohrländer mit Erkrankungen des Bewegungsapparates wie z.B. Ellenbogendysplasie (ED), Arthrose und unerklärlichen Lahmheiten sowie krebskranke Kromis sind dort Herzlich Willkommen.

                
                         (Haarausfall mit Hautpartikeln bei Pemphigus)
                                                                                                                                                                                          *click* zurück zum "AI-Menü"

g) Bilder und Videos von Symptomen betroffener Kromfohrländer
 Kahle Schwanzspitze
  
 
 
Zum Vergleich: Gesunde Schwanzspitze
 
                         
 
Entzündungen im Maul / Gaumen, an den Lefzen und an der Zunge
 
               
                    Verklebte Haare im Maulbereich und entzündete Lefzen
 
                        
        Entzündungen im Maul. Besonders gut zu erkennen ist hier auch der glatte Gaumen
 
             
                        Entzündlich veränderte Zunge und Zahnsteinbildung
 
Zum Vergleich: Gesundes Schleimhäute im Maul
 
                                    
           Hier kann man gut die waschbrettartige Struktur eines gesunden Gaumens erkennen
 
                             
             Die gesunde Zunge ist gleichmäßig von samtiger, ebener Struktur
 
Veränderungen an den Ohrrändern und Pusteln in den Ohren
 
                 
Diese Innenansicht zeigt die schorfige Struktur des Innenohres. Die weißliche Farbe rührt von Penaten-Créme, welche
die Besitzer zur Linderung der Symptome aufgetragen hatten). Die Ohrränder sind verledert.
 
                    
Hier kann man gut entzündliche Pusteln erkennen. Sie kommen und gehen in unregelmäßigen Zeitabständen.

Von außen kann man an den Ohren nur die schwarz verfärbten Verlederungen erkennen. Bevor es zu der Verlederung kam, waren die Ohrränder rosa entzündet.
 
Zum Vergleich: gesunde Ohren
                 
 
Entzündete bzw. deformierte Gelenke:
 
                     
 
Auf dem obigen Bild sind sehr gut die geschwollenen Carpalgelenke der Vorderläufe zu erkennen. Ein Krankheitsbild, das man bei Kromfohrländern sehr häufig antrifft. Aus diesem Grunde habe ich den Gelenkerkrankungen einen eigenen Punkt auf dieser Unterseite gewidmet, der an dieser Stelle zu finden ist: Ellenbogendysplasie (ED),Arthrose, Polyarthritis
 
Bild Kaumuskelmyositis
 
                            
Eine Kaumuskelmyositis wurde ebenfalls schon öfters bei Kromfohrländern verzeichnet. Sie kann alleine oder aber auch im Zusammenhang mit dem Systemischen Lupus erythematodes oder Myastenia gravis auftreten. Kromi-Rüde Archibald, der auf dem Foto zu sehen ist hatte zusätzlich zu der Kaumuskelmyositis eine Autoimmunhämolytische Anämie
 
Das nachfolgenden Video zeigt den Kromfohrländerrüden Brody, der Ausfallerscheinungen in den Hinterbeinen und dem Rücken . Brody hat als Diagnose eine Schilddrüsenunterfunktion sowie einen grenzwertig positiven Test auf Myastenia gravis bekommen. Man kann gut erkennen, dass sich Brody extrem unwohl in seiner Haut fühlt. Ob er zusätzlich auch Schmerzen hat, kann man zwar nicht erkennen, aber der leicht gekrümmte Rücken lässt dies vermuten. Zu dem Zeitpunkt der Aufnahmen bekam Brody lediglich Schilddrüsenmedikamente. Diese halfen nur bedingt und es kam kurz darauf eine kahle Schwanzspitze hinzu. 
 
      
 
         
Brody mit hängender Rute ohne Muskelkontrolle                                                        Brody im gesunden Zustand :-)                                                Brodys Schwanzspitze :-(
 
Die Ausfallerscheinungen kündigten sich in den vorangegangenen Monaten immer wieder durch Bewegungsstörungen, Ausschlagen der Hinterbeine und Herabhängen der Rute an. Zwar lassen lustlose bzw. entspannte Kromis auch hin- und wieder die Rute hängen. Bei Brody war es aber lt. Auskunft des Frauchens anders, da er sie zuvor nie hängen ließ und stets über dem Rücken trug (Bild Mitte). Das Bild rechts zeigt die Rute nachdem sie kahl wurde.
 
Ebenfalls von Brody stammen die nachfolgenden Videos, die veranschaulichen, dass er auch mit Schluckstörungen zu tun hatte, was auf einen Megaösophagus (durch den Muskelschwund bedingte Speiseröhrenerweiterung) hindeutet. Diese Diagnose wurde jedoch nicht bestätigt, so dass die behandelnde Tierärztin später davon ausging, dass die Schluckstörungen durch eine Schwellung der Atemwege durch eine Futtermittelallergie verursacht wurden. Mittlerweile geht es Brody glücklicherweise wieder gut. Er bekommt das Medikament Arthrovet und seine Schwanzspitze wurde zwischenzeitlich kupiert, damit sie nicht immer wieder aufgeht. Das dritte Video zeigt Brody einige Zeit nach Beginn der ärztlichen Behandlung und wurde am 21.07.2017 aufgenommen. Leider bekam Brody im September 2017 einen Rückfall, im Rahmen dessen ihm operativ entzündetes und nekrotisches Speicheldrüsengewebe entfernt werden sollte, aber nicht konnte, da es sich zu nah an der Halsschlagader befand, so dass nur eine Gewebeprobe im Rahmen der OP entnommen werden konnte und die weitere Behandlung medikamentös erfolgte. Eine zweite OP folgter kurz darauf am Daumenballen, da sich auch dort eine bis auf den  Knochen reichende Entzündung mit Nekrosen gebildet hatte.
 
                       
 
Hunde mit einem Megaösophagus sollten in einer erhöhten Position gefüttert werden. Man kann erhöhte Näpfe käuflich erwerben. Aber auch Treppenstufen o.ä. können dafür gute Dienste leisten. Für besonders schwere Fälle gibt es auch spezielle Stühle, in welchen die Hunde gefüttert werden und nach dem Fressen dort auch einige Zeit verbleiben müssen.
 
                   
                           (erhöhte Fütterung)                                 (heilende Wunde am Bein)
 
Wie bereits ausgeführt können all die aufgeführten Symptome einzeln oder gemeinsam vorliegen. Eine erfahrene Züchterin erwähnte mir gegenüber auch einmal, dass sie bei den Welpen, bei denen später eine AI ausbrach, während der Geburt untypische schwallartige Blutungen zwischen den einzelnen Geburtsabschnitten beobachtet hätte. Hierzu gibt es bislang jedoch keine gesicherten Erkenntnisse. Es wäre interessant zu erfahren, ob ähnliche Beobachtungen auch durch andere Züchter gemacht wurden.
                                                                                                                                                                                  *click* zurück zum "AI-Menü"

 
h) Abschließende Zusammenfassungen und Möglichkeiten der Therapie

Eine genaue Diagnose der AI  gestaltet sich oftmals schwer. Vielfach werden nur häufig vorkommende Sekundärinfektionen durch Bakterien oder Pilze, temporäre Lahmheiten oder Infektionen diagnostiziert, welche dementsprechend mit Antibiotika, Antimykotika oder Schmerzmitteln behandelt werden. Die Linderung der Symptome ist jedoch nur kurzfristig, da durch die Antibiotikagabe und anderen Medikamente nur die  Sekundärinfektionen bzw. Symptome und nicht die Autoimmunerkrankung als solches bekämpft werden können.

                    
        (Eine blutige Schwanzspitze kann durch eine umgedrehte Einwegspritze ohne Kolben geschützt werden) 


Die Autoimmunerkrankungen treten in verschiedenen Altersabschnitten (Hunde jedweder Altersklasse können betroffen sein) und verschiedenen Ausprägungen auf. Besonders heftige Krankheitsverläufe werden vor allem bei den Kromfohrländern verzeichnet, die im Alter unter 2 Jahren erkranken.  Manchmal „schlummert“ die Anlage zu einer AI aber auch jahrelang völlig symptomlos in einem Hund bis sie durch irgendeinen Auslöser dann ausbricht. Solche Auslöser können Impfungen, Stress, Unfälle, Operationen, Trächtigkeiten oder auch andere Dinge sein. Ein mir bekannter Junghund, bei dem eine impfinduzierte Vaskulitis diagnostiziert wurde, entwickelte die Symptome (entzündetes Maul, Nagelbettentzündungen, Erbrechen, kahle Schwanzspitze) ab dem Alter von 4 Monaten mehrere Wochen nach einer Tollwutimpfung. Ein weiterer mir bekannter Rüde entwickelte AI-ähnliche Symptome (Ohrspitzennekrosen, kahle Schwanzspitze, wechselnde Lahmheiten) nachdem er im Alter von 8 Jahren kastriert wurde. Wie gesagt: Die Anlage zu dieser Krankheit muss schon vorher in dem Hund sein! Bei Hunden, die keine Anlageträger sind, ist der Ausbruch einer AI aufgrund der o.g. Dinge unwahrscheinlich.

                         
                     (geschützte Schwanzspitze, manchmal hilft aber nur noch eine Amputation)

 
Auch die Ausprägung der AI ist von Hund zu Hund verschieden. Die einen Hunde bekommen „nur“ eine Schwanzspitzennekrose, mit der sie (fast) beschwerdefrei leben können und die anderen Hunde machen das volle Programm der o.g. Symptome durch. Diejenigen Hunde, bei denen die AI im ersten Lebensjahr ausbricht und sehr stark ausgeprägt ist (Entzündungen im Maul, Nagelbettentzündungen, Nekrosen, Erbrechen...), haben leider meistens keine besonders hohe Lebenserwartung und sterben nach einem längeren Leidensweg. Die Hunde, bei denen die AI nicht sehr ausgeprägt ist bzw. bei denen sie in einem späten Lebensabschnitt auftritt, können durchaus die durchschnittliche Lebenserwartung der Rasse erreichen. Vielfach tritt die Krankheit auch in „Schüben“ auf.
 
Eine Bekämpfung der AI mittels Medikamenten ist schwierig. In der Regel lassen sich nur die Symptome mildern. Eine Heilung ist nicht möglich. Oftmals kommt es früher oder später zu Rückfällen. Die Mittel der Wahl sind meistens hochdosiertes Cortison und Immunsuppressiva (Cyclosporin / Azathioprin), aber auch mit homöopathischen Mitteln kann manchmal unterstützend geholfen werden. Nach vorliegenden Krankheitsberichten von betroffenen Kromfohrländern, zeigt sich jedoch immer wieder, dass langfristig eine Behandlung ohne Immunsuppressiva oder Cortison insbesondere bei schweren Verlaufsformen nicht erfolgversprechend ist. Ist der Hund erst einmal auf Cortison oder andere Immunsuppresiva eingestellt, so muss dieses Medikament oftmals lebenslang gegeben werden. Sehr gute Erfahrungen liegen bei betroffenen Kromfohrländern auch mit dem Medikament "Imurek" (Wirkstoff Azathrioprin) und mit Ciclosporin / Cyclosporin vor. Bei einer Einstellung auf Ciclosporin und Azathrioprin kann auch langfristig auf Cortison verzichtet werden. Aber auch ein „Ausschleichen“ aus der Cortisongabe bzw. das Ermitteln der geringstmöglichen Menge ist in einigen Fällen möglich. Ein Ausschleichen sollte jedoch erst erfolgen, wenn der Hund wieder körperlich stabil und nahezu beschwerdenfrei ist. Viele uns bekannte Einzelschicksale von betroffenen Kromfohrländern haben gezeigt, dass bei massiven AI-Erkrankungen eine Behandlung ohne Cortison und Immunsuppressiva langfristig nicht zum Erfolg führt. Auch kommen die meisten uns bekannten Kromis mit einer täglichen Medikamentenvergabe besser zurecht als mit einem 2-Tages Intervall.
                  
(Beginnender Megaösophagus bei Basta-Franklin vom Kreuzviertel mit Myastenia gravis)
 
 
Eine informative HP (Myastenia gravis beim Menschen) zu den verschiedenen Immunsuppressiva  ist unter dem folgenden Link zu erreichen: http://www.myasthenia-gravis.de/wie-behandeln/immunsuppressiva
 
Stress jedweder Art sollte vermieden werden. Auch eine getreidefreie Ernährung und eine Umstellung auf Rohfütterung (Natural Dog Food bzw. B.A.R.F.) haben schon Erfolge bei einigen Hunden gebracht. So hat eine mir bekannte Kromi-Hündin, bei der die AI (in Form von Nagelbettentzündungen, Krallenverlusten, offener und kahler Schwanzspitze und Pigmentstörungen an den Lidrändern) nach einer Operation ausbrach, nach der Umstellung auf Rohfütterung „nur“ noch eine kahle, aber nicht mehr entzündete Schwanzspitze. Alle restlichen Symptome sind verschwunden.
 
Auch eine zu starke Sonneneinstrahlung (z.B. in den Sommermonaten) führt in vielen Fällen zu einer Verschlimmerung der Symptome, so dass diese ebenfalls vermieden werden sollte.
 
                      
                                            (Haarausfall mit Hautpartikeln bei Pemphigus)
 
Gute Erfahrungen bei den Hautsymptomen wurden zudem mit der "Mielosan" Honigsalbe und mt Lebertransalbe  gemacht. Auch liegen einige Berichte vor nach denen mit kollodialem Silber oder aer mit Kolostrum  / Colostrum gute Behandlungserfolge zu verzeichnen waren.
 
Erfahrungsberichte betroffener Kromi-Besitzer und ein paar ergänzende Informationen finden sich auch auf der Unterseite Autoimmunerkrankungen.
 
 
   Für Kromi-Besitzer, aber auch die Besitzer von Hunden anderer Rassen, bei deren Hunden ein Verdacht auf AI besteht, deren Hunde kahle Schwanzspitzen haben und/oder andere AI-Symptome zeigen bzw. bei deren Hunden eine AI-Diagnose vorliegt, gibt es ein spezielles, nicht öffentliches AI-Forum, in dem man sich in Ruhe austauschen kann. Auch Tiermediziner sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Das Forum ist unter dem folgenden Link zu erreichen: http://www.carookee.de/forum/autoimmun
Infos / Meldungen über kranke Kromfohrländer nehme ich auch gerne unter der folgenden E-Mail-Adresse entgegen: familienkromi@web.de
Ihre Meldungen helfen mir, auch weiterhin gut informiert als Ansprechpartnerin für Bestitzer von erkrankten Kromfohrländern zur Verfügung zu stehen.
                                                                                                                                                                                  *click* zurück zum "AI-Menü"
 
Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442) 
   
6.Die Gesundheitsumfrage
 
Der Rassezuchtverein der Kromfohrländer (RZV) und auch der Verein ProKromfohrländer eV sind sehr bemüht um die Zucht gesunder Kromfohrländer. Damit durch Zuchtlenkungsmaßnahmen gesunde Kromfohrländer gezüchtet werden können, werden sowohl durch den RZV als auch durch ProKromfohrländer e.V. jährlich bundesweite Fragebogenaktionen durchgeführt, in deren Rahmen turnusmäßig die Besitzer aller im RZV und bei ProKromfohrländer eV gezüchteten Kromfohrländer angeschrieben werden. Auch bei dem Schweizer Kromfohrländer Club und dem finnischen Rassezuchtverein, gibt es Gesundheitsumfragen.
 
Die Hundebesitzer der in den o.g. Vereinen gezüchteten Kromfohrländer werden erstmalig mit dem vollendetem ersten Lebensjahr des Hundes, dann 3x alle zwei Jahren und ab dem 7. Lebensjahr des Hundes alle drei Jahre angeschrieben und zwar auch dann, wenn man selber gar kein Vereinsmitglied ist. Die Umfragen werden wie oben bereits erwähnt jeweils im Frühjahr durchgeführt. Sollte Ihr Hund zu diesem Zeitpunkt noch kein Jahr alt sein, so werden Sie erst im darauf folgenden Jahr angeschrieben. Somit erhalten manche Hundebesitzer also erst ihren Fragebogen, wenn ihr Hund schon deutlich älter als 1 Jahr ist.
 
Damit die Umfragen flächendeckend durchgeführt werden können, ist es hilfreich, wenn Sie bei einem etwaigen Umzug nach dem Erwerb Ihres Kromfohrländers Ihrem Zuchtverein auch eine Adressänderung mitteilen würden.
Die entsprechenden Gesundheitsfragebögen sollen nach bestem Wissen und Gewissen ehrlich ausgefüllt und zurückgeschickt werden und zwar auch dann, wenn der eigene Hund gesund ist. Nur durch die Mithilfe aller Kromfohrländerbesitzer ist es möglich, riskante Verpaarungen zu vermeiden, damit gesunde Hunde gezüchtet werden können. Jeder, der einen erkrankten Hund hat, weiß wie belastend und auch teuer eine solche Erkrankung werden kann, so dass jeder bemüht sein sollte, mitzuhelfen damit zukünftige Erkrankungen reduziert bzw. vermieden werden können.
 
Die Daten aus den Gesundheitsumfragen fließen nach der Auswertung in die sogenannte Epilepsieliste und die Gesundheitsliste ein, in denen die erkrankten Tiere und die jeweilige Krankheit erfasst werden. Diese Listen stehen allen Züchtern, Vereinsmitgliedern und dem Zuchtausschuss zur Verfügung, damit bei zukünftigen Verpaarungen ein geringstmögliches Krankheitsrisiko erzielt werden kann. Die Listen können gegen einen geringen Kostenbeitrag bei den Zuchtbuchstellen angefordert werden, wovon auch jeder Züchter unbedingt Gebrauch machen sollte. In der Epilepsie-Liste sind, wie der Name schon sagt, die Epilepsie-Fälle erfasst und in der Gesundheitsliste die Autoimmunerkrankungen, die Fälle von Digitaler Hyperkeratose sowie die Fälle von Hereditärem Katarakt.
 
Leider höre ich jedoch immer wieder von erkrankten –in den Listen aber als gesund/unbekannt geführten- Kromfohrländern. So traf ich beispielsweise eine Frau, die einen 2,5-jährigen Kromi aus 2. Hand übernommen hatte, der an Digitaler Hyperkeratose erkrankt ist. Der Vorbesitzer hatte die Erkrankung weder behandelt noch hatte er die Erkrankung seines Hundes an den Verein gemeldet.
 
Im nächsten Fall handelte es sich um eine Kromi-Halterin mit einem an Myastenia gravis (eine Autoimmunerkrankung) erkrankten Kromi. Obwohl eine ärztliche Diagnose schon mehrere Monate zurücklag, war auch die schwerwiegende Erkrankung dieses Hundes nicht an den Verein gemeldet worden.
 
Im dritten Fall traf eine mit mir befreundete Kromi-Halterin zufällig eine andere Kromi-Besitzerin im Wald, deren Hund sehr krank aussah. Auf ihren Hund angesprochen gab die Kromi-Besitzerin an, dass ihr Hund an einer Autoimmunerkrankung leide. Auch dieser Hund war nicht gemeldet.
 
Auch von nicht gemeldeten Epi-Hunden hört man immer wieder und die Aufzählung ließe sich sicherlich noch weiterführen.
 
So lobenswert und hilfreich die Gesundheitsumfrage als solches auch ist; so kann sie dennoch nur so gut und aussagekräftig sein, wie sie mit Informationen durch uns Kromi-Besitzer „gefüttert“ wird. Werden einige Hunde –aus welchen Gründen auch immer- nicht gemeldet, so verfälscht das die Informationen über den Gesundheitszustand der entsprechenden Zuchtlinien nicht unerheblich. In diesem Zusammenhang möchte ich auch darauf hinweisen, dass es nicht ausreicht, wenn Sie Ihren Züchter über eine Erkrankung Ihres Hundes informieren. Die Meldung bei den jeweiligen Zuchtvereinen muss zusätzlich erfolgen, denn Vermerke in den Gesundheitslisten dürfen nur aufgrund der Aussagen der Eigentümer der jeweiligen Hunde erfolgen. Außerdem habe ich es leider beim RZV erlebt, dass es auch immer wieder einmal Züchter gibt, die abwiegeln und Krankheiten bagatellisieren.
 
Nun möchte ich den Besitzern der nicht gemeldeten Kromis nicht unterstellen, dass diese ihre Hunde absichtlich nicht gemeldet haben. Womöglich hätten sie ihre Hunde bei der nächsten Gesundheitsumfrage, bei der sie angeschrieben werden, auch gemeldet. Nur können zwischen Auftreten der Krankheit und Fragebogenaktion schlimmstenfalls fast 2-3 Jahre liegen - nämlich dann, wenn der Hund unmittelbar nach der vorangegangenen Gesundheitsumfrage erkrankt ist und der Besitzer den nächsten Fragebogen (ca. 2-3 Jahre später) abwartet, um dann dort seine Angaben zu machen.
 
In dieser Zeit wird mitunter aber mit den Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten des erkrankten Hundes weitergezüchtet, ohne dass die Züchter oder der Zuchtausschuss, der die Zuchtanträge zu genehmigen hat, etwas von der Erkrankung des betreffenden Hundes wissen. Die Folge sind schlimmstenfalls wieder an der entsprechenden Krankheit erkrankte Hunde, obwohl sich dieses durch eine andere Paarungszusammenstellung hätte vermeiden lassen, wenn –ja, WENN- zum Zeitpunkt der Zuchtplanung bekannt gewesen wäre, dass ein naher Verwandter der Zuchthunde an einer entsprechenden Erbkrankheit erkrankt ist. Zwar werden trotz sorgfältiger Planung immer wieder einmal Krankheiten in den Würfen vorkommen (da kann man den Züchtern keinen Vorwurf machen ! ); jedoch kann das Risiko durch Berücksichtigung möglichst aller erkrankten Hunde in der nahen Verwandtschaft der Zuchthunde weitestgehend minimiert werden.
 
Aus diesem Grunde möchte ich einen eindringlichen Appell an alle Kromi-Besitzer (egal ob Züchter oder Nichtzüchter) richten, das Auftreten einer Erbkrankheit (Epilepsie, Autoimmunerkrankungen, Digitale Hyperkeratose, Hereditärer Katarakt...) umgehend an den RZV zu melden, sobald man eine entsprechende Diagnose hat oder sobald ein dringender Verdacht auf eine Erbkrankheit vorliegt. Bitte warten Sie nicht bis zur nächsten Gesundheitsumfrage!!! Auch bei einmaligen krampfartigen Zitteranfällen (hier könnte Epilepsie vorliegen) oder kahlen Schwanzspitzen, welche ein ernstzunehmender Hinweis auf Autoimmunerkrankungen sind, sollten Sie sich in jedem Fall mit dem RZV und ProKromfohrländer eV oder aber auch mit mir, damit ich weiterhelfen kann, in Verbindung setzen.
 
Dies soll natürlich nicht heißen, dass jeder unbedeutende kleine Riss in den Ballen Ihres Kromis oder jeder Schnupfen gemeldet werden soll. Wenn Sie sich jedoch sicher sind (erfahrene, engagierte Züchter oder Kromi-Besitzer werden Ihnen bei offenen Fragen gerne zur Seite stehen), dass Ihr Hund eine der oben genannten Krankheiten haben könnte oder sogar eine ärztliche Diagnose vorliegt, so greifen Sie zum Telefonhörer und melden das. Sie leisten damit einen großen Beitrag zur Zucht gesunder Kromfohrländer.
 
Übrigens: Auch unsere Amelie „leidet“ an einer Erbkrankheit. Sie hat Digitale Hyperkeratose. Die Verdachtsmomente ergaben sich ziemlich früh. Daher habe ich Amelies Ballen immer wieder erfahrenen Züchtern bzw. Mitgliedern des Zuchtausschusses gezeigt und selber beobachtet. Als die Diagnose eindeutig war, habe ich dies unmittelbar bei der Zuchtbuchstelle angezeigt, obwohl es bis zum nächsten Fragebogen noch lange Zeit gedauert hätte.
 
In diesem Sinne hoffe ich auf weitere ehrliche und zeitnahe Meldungen von erkrankten Kromfohrländern, damit die Bemühungen um eine Verbesserung des Gesundheitszustandes unserer Rasse nicht auch noch durch verzögerte oder unehrliche Meldungen beeinträchtigt werden.
 
Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)
 
 7.Cystinurie
  

a) Allgemeine Infos zur Cystinurie beim Kromfohrländer

b) Erfahrungsbericht eines betroffenen Kromis

c) Cystinurie-Forschung
 

a) Allgemeine Infos zur Cystinurie beim Kromfohrländer
 

Die Cystinurie ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Aminosäure Cystin im Übermaß über den Urin ausgeschieden wird. Da das Cystin unter den chemischen Bedingungen, die im Urin vorliegen (saures Millieu), schlecht löslich ist, kommt es bei den erkrankten Tieren zur Bildung von Cystinkristallen, die sich zu mehr oder weniger großen Steinen entwickeln können.

Die Kristalle können im Laufe der Zeit so zahlreich werden, dass sie die ganze Blase ausfüllen. Zudem können sie den Abfluss des Urins über den Harnleiter blockieren, so dass es zu einem gefährlichen Harnstau kommen kann, der im schlimmsten Fall zu einer tödlichen Ruptur der Blase führen kann. Die Steine müssen dann operativ bzw. endoskopisch entfernt werden.

 
(Aquino -Manni- vom Etzelberg, * 12.04.2009, erkrankte mit 7 Monaten an Cystinurie. OP mit Kastration im Alter von 1 Jahr. Mittlerweile -09/2017- ist er 8,5 Jahre alt und hat keinerlei Probleme mehr)

Prof. Dr. Urs Giger und Prof. Dr. Paula Henthorn von der Universität Pennsylvania (USA) haben im Rahmen ihrer Forschungen nachweisen können, dass beim Kromfohrländer eine Cystinurie vom Typ III vorliegt. Bei diesem Cystinurie-Typ sind nur die unkastrierten erwachsenen Rüden betroffen. Hündinnen erkranken nicht daran.

Von Cystinurie betroffene Rüden haben oft blutigen Urin und zeigen Probleme beim Kot- und Harnabsatz bis hin zum Unvermögen überhaupt noch Urin absetzen zu können. Hier sollte auf jeden Fall eine rasche Vorstellung des Hundes beim Tierarzt erfolgen, um einen gefährlichen Harnstau zu verhindern und zu klären, ob Prostataprobleme, eine Blasenentzündung, Struvitsteine, die bei jungen Rüden recht häufig vorkommen, oder tatsächlich eine Cystinurie vorliegt. Sofern tatsächlich eine Cystinurie diagnostiziert wurde, wird die Kastration der entsprechenden Rüden empfohlen. Einige Zeit nach der Kastration bilden die Rüden keinerlei Steine mehr aus und gelten als klinisch gesund, so dass sie -ggfs. unter Beachtung einer speziellen Fütterung- ein völlig normales Leben führen können. Von einer rein prophylaktischen Kastration ohne medizinische Indikation raten wir hingegen ab!

   
(Ariko vom fünfzinnigen Hochzeitsturm, * 01.04.2006, Not-OP wegen Cystinurie im Frühjahr 2012, ein munterer 11-jähriger Kromi 2017)

Ob der eigene Rüde eine Disposition zur Cystinurie hat, kann auch schon vor etwaigen Krankheitsanzeichen über eine „COLA“ Testung aus dem Urin kontrolliert werden. Die Buchstaben COLA stehen für C=Cystin, O=Ornithin, L=Lysin, A=Arginin. Gleichzeitig zum COLA-Test sollte eine Sedimentbestimmung des abgenommenen Urins vorgenommen werden, um zu überprüfen, ob sich tatsächlich Cystinkristalle im Urin befinden, denn nicht jeder Rüde mit erhöhten COLA-Werten bildet auch Steine aus, da der COLA-Wert auch durch die Ernährung und das Alter des Tieres beeinflusst wird. Erhöhte COLA-Werte alleine, besagen daher nicht zwangsläufig, dass der entsprechende Rüde auch tatsächlich krank ist, zumal bei unseren Kromfohrländern die COLA-Werte rassespezifisch vielfach erhöht zu sein scheinen.

Falls Ihr Hund erhöhte Werte aufweist, können Sie einige Maßnahmen ergreifen, damit er keine Steine bildet und es nicht zu einem Verschluss des Harnleiters kommt.Durch eine entsprechende Fütterung, die insbesondere eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme des Hundes und eine Reduzierung der Methioninzuführung durch geeignetes Futter anstrebt, kann versucht werden, den Urin des Hundes basisch zu halten, so dass sich keine Kristalle darin bilden können. Die Blase von Rüden mit erhöhten COLA-Werten sollte durch regelmäßige Ultraschall-Untersuchungen vorsorglich auf Steine untersucht werden. Röntgenbilder alleine reichen zur Feststellung von möglichen Steinen nicht aus!
 

Leserbrief von Rudolf Hinterding zur Urinentnahme und Sedimentbestimmung
Hallo Britta! Ich finde es wirklich toll, wie du dich ins Zeug legst und die gesundheitlichen Themen verständlich aufbereitest. Danke für dein Engagement. Was ich aus eigener Erfahrung zur Cystinurie beitragen kann: Der COLA-Test wird ja immer eingeschickt und im Labor untersucht. Das ist eine Sache und okay so. Eine andere Sache ist die Sedimentuntersuchung. Sie sagt ja etwas darüber aus, ob beim Hund bereits real Kristalle vorhanden sind. Als ich Carlson daraufhin untersuchen lassen wollte, ging ich erst einmal zu meinem „normalen“ Tierarzt. Der hat aber kein Labor, deshalb hat er die Urinprobe für die Sedimentuntersuchung ebenfalls ins Labor geschickt. Das ist jedoch fatal! Fatal, weil das zwangsweise zur Folge hat, dass das Sediment erst frühestens nach 12 Stunden (im besten Fall) untersucht wird. Bis dahin haben sich im Sediment aber bereits Kristalle gebildet, die rein vom Stehenlassen des Urins herrühren. Das Ergebnis ist dementsprechend falsch, da diese Kristallbildung eine normale Reaktion des Urins ist und Rückschlüsse auf die Cystinurie deshalb unzulässig sind. Das Labor unterscheidet hier aber leider nicht, warum und weshalb sich da im Urin Kristalle gebildet haben. Der Laborbericht weist hier entsprechend die Kristalle aus und der Tierarzt deutet das (fälschlicherweise) als Indiz für eine Cystinurie. Ein mit der Cystinurie vertrauter Tierarzt (ohne eigenes Labor) würde deswegen auch eine Sedimentuntersuchung ablehnen. Leider gibt es kaum Tierärzte, die damit vertraut sind. Die Sedimentuntersuchung muss also zwingend in einer Tierarztpraxis vorgenommen werden, bei der ein Labor direkt angeschlossen ist, in dem die Untersuchung quasi sofort und zeitnah vorgenommen werden kann. Aber selbst dort wäre es falsch, den Urin erst zu Feierabend abzugeben. Die Urinprobe sollte dort bis zum Mittag abgegeben worden sein, damit die Sedimentuntersuchung noch am SELBEN TAG vorgenommen werden kann. Die Urinprobe selbst sollte vom Halter des Hundes logischerweise ebenfalls erst in den Morgenstunden gesammelt werden und nicht schon am Tag vorher. Ich denke, das kann man gar nicht deutlich genug sagen, weil es sonst zu falschen Diagnosen kommen kann. Schlimmstenfalls glaubt selbst der unerfahrene Tierarzt dem Laborbericht und behandelt auf eine vorhandene Cystinurie und empfiehlt vielleicht sogar fälschlicherweise die Kastration. Das ist meine Erfahrung dazu. Eine entsprechende Untersuchung in einer Tierklinik mit Labor hat hier für Carlson völlig normale und gesunde Werte ausgewiesen. Ich wollte das nur einmal gesagt haben. Ich weiß nicht, ob das nur mir nicht bekannt war. Jedenfalls wusste mein normaler Tierarzt darüber (vorher) ebenfalls nicht Bescheid. Du kannst ja mal überlegen, ob du in deinem Bericht auch darauf hinweist. Ich wollte dir nur meine Erfahrung dazu mitteilen. Liebe Grüße und einen schönen Feiertag Rudi

Wie oben bereits erwähnt, bilden nicht alle Kromis, bei denen ein erhöhter Cystingehalt des Urins nachgewiesen wird, tatsächlich auch Steine aus. Offenbar wird deren Entstehung auch noch von anderen, bislang nicht genau bekannten Faktoren beeinflusst. Christa Steinbrink -Züchterin des Zwingers vom Steenbrook- berät Sie bei erhöhten COLA-Werten gerne hinsichtlich des weiteren Vorgehens. Auch in unserem Kromi-Forum gibt es einige Bereiche, in denen Informationen zur Cystinurie eingestellt worden sind und Fragen gestellt werden können. Das Forum ist unter dem Link http://www.kromfohrlaender-forum.de zu erreichen.

                             
                     Lasse vom Strithorst - kastriert, beschwerdenfrei und ohne Steine im September 2017

 

b) Erfahrungsbericht eines betroffenen Kromi-Besitzers
 
Lasses Cystinurie
 
Lasse vom Strithorst erkrankte kurz vor seinem 2. Geburtstag an Cystinurie. Zuvor hatte Lasse Probleme mit Struvitkristallen. Um diese zu "bekämpfen" wurde der Urin angesäuert. Dies wirkte sich auf die Bildung von Cystinkristallen aus und beschleunigte deren Bildung. Lasses Besitzer berichtete darüber im Kromi-Forum. Wie es dann weiter ging kann man den nachfolgenden Ausführungen von Lasses Herrchen Andreas entnehmen:
 

27.04.2017

Bei meinem Hund wurde eine genetisch bedingt Stoffwechselstörung diagnostiziert, Cystinurie. Die Aminosäure Cystin, wird, zumindest wenn ich es richtig verstanden habe, im Normalfall durch die Nieren ausgefiltert und dem Körper wieder zugeführt. Der Defekt verhindert dies aber und das Cystin gelangt in den Urin, wo sich Gries bzw. Kristalle und im Endstadium (Nieren)Steine bilden, die die Blase und den Harnweg verletzen und dann blockieren.
Dies betrifft , auch hier, wenn ich es richtig verstanden habe, hormonbedingt, vorrangig oder ausschließlich unkastrierte Rüden.
Die Diagnose ist dahin gehend schlimm, da die einzige wirkungsvolle Therapie die Kastration des Rüden ist, was ich aus gesundheitlichen Gründen zwingend vermeiden wollte. Die Kastration kann als eine von sehr vielen Faktoren eine in Kromfohrländern schlummernde AI Erkrankung triggern, was dann u. U. zu richtig großen Problemen führen könnte.
Zuerst bemerkte meine Tochter und später auch ich, eine rötliche Verfärbung des Urins. Die Blut und Urinuntersuchung ergab aber keinerlei Auffälligkeiten, außer eine sehr geringe Menge Blut im Urin. Steine oder Kristalle wurden nicht gefunden. Der Urin sei klar, der ph-Wert war schwach sauer, Anzeichen für eine Entzündung legen ebenfalls nicht vor. Der TA vermutete daher eine Verletzung durch exzessives Markieren, Lasse hob alle 10 Meter das Bein und presste alles bis auf den letzten Tropfen heraus, was mir auch schlüssig schien.
Die Nachkontrolle war eine Woche später. Der Urin war dieses Mal frei von Blut, dafür war der ph-Wert im basischen Bereich und es hatten sich Struvitsteine gebildet, was ebenfalls schlüssig war, bilden die sich doch in einem basischen Urin. Den Urin mit einer Paste ansäuern, ph-Wert im sauren Bereich halten und die Sache sei ausgestanden. Die Kristalle seien sehr klein und da es kein Blut mehr im Urin gab, verschrieb man mir die Paste und eine Nachkontrolle in 2 Wochen. Über Teststreifen kontrollierten wir dann jeden Abend. Der Urin war stehts im sauren Niveau, alles schien gut zu sein. Am Tag vor der Nachkontrolle mussten wir dann aber Feststellen, dass Lasse bei der Gute Nacht Runde keinen Urin mehr absetzen konnte. Auch am Morgen...nicht. Beim Tierarzt wurde ein Katheter eingeführt und man fand im Urin ... Cystinkristalle, Blut, rote und weiße Blutkörperchen, Spermien ... Diagnose ... Cystinkristalle.

Meine mehrfache Nachfrage ... wirklich und zweifelsfrei Cystinkristalle, mehrmalige und deutliche Antwort ... ja, zweifelsfrei.

Die Ansäuerung des Urins mag die Bildung gefördert haben, werden Struvitsteine im basischen Urin gebildet und lösen sich in sauren Urin auf, entstehen Cystinkristalle vorrangig in leicht saurem Urin, auch hier wieder ... sofern ich das alles richtig verstanden habe.

Dank guter Informationspolitik innerhalb meines Kromi-Vereins (ProKromfohrländer, was wie Schleichwerbung klingt, muss aber an dieser Stelle ganz klar gesagt werden ... Danke für die Unterstützung und Hilfe und die vielen vielen Informationen besonders an Amelie Krom aber auch anderen!) konnte ich recht schnell Nachlesen, was uns hier in etwa erwartet.

Die Tierärztin selbst kannte die Krankheit, war sich aber über Verlauf und Maßnahmen nicht ganz sicher und beriet sich mit dem Kollegen.

Lasse konnte wieder pinkeln und fürs Erste war alles im Lot.

Ein paar Stunden später erhielt ich einen Anruf, die Diagnose wurde noch einmal bestätigt, weitere Maßnahmen …

Ultraschall zur Feststellung der Menge und Größe der Steine und ggf. Entnahme aus Blase und Harnweg, falls zu groß oder zu viele und anschließend eine Kastration. Danach sei der Hund beschwerdefrei.

Dank der Unterstützung unserer Vereinsleitung, vielen Dank an Yvonne Steinborn-Bartsch konnte ich auch recht kurzfristig einen OP-Termin bekommen.

Sofern nichts Unvorhergesehenes passiert, kommt Lasse dann Freitag um 13:00 unters Messer und sofern die OP gut verläuft, Lasse schnell wieder auf die Beine.

                              
                                        ( Lasse im April 2017 kurz vor seiner Erkrankung )

28.04.2017

Heute ging es dann zur Operation in die Tierarztpraxis Christina Gansen-Voigt in Hohen Neuendorf. Da die bereits am Dienstag gemachten Röntgenbilder keinerlei Steine oder sonstiges zeigten, lediglich einen Verschluss der Harnröhre durch ein Steinchen, ging man die Sache ganz entspannt an.
Das wirklich tückische war, dass man die Cystinkristalle im Röntgen nicht sieht, wohl aber auf dem Ultraschall. Dementsprechend schockiert war ich dann, als ich die Blase sah. Sie hob sich deutlich ab, und drinnen sah es aus als lägen dort ganz viele kleine Kugeln, oder irgendwie ... Bauklötzer. Jedenfalls war das mein erster Gedanke. Fast die gesamte Blase war damit gefüllt. Ich hatte mit ein paar kleinen Pünktchen gerechnet aber das, ohne das medizinisch wirklich einordnen zu können, schockte mich dann doch.
Und auch das Gesicht der Ärztin ... entspannt / optimistisch sah das nicht aus.
Ich hielt Lasse ganz fest, die großen Augen vor Angst ganz weit aufgerissen und beruhigte ihn so gut es ging. Und als die Narkose zu wirken begann und seine Beine wegknickten, dachte ich nur ... Hoffentlich sehen wir uns nachher wieder mein Kleiner. Auch wenn eine Kastration und die Reinigung der Blase sicher nur ein Routineeingriff sind, für mich war das ein wirklich sehr emotionaler Moment.

Nach Etwa 3 Stunden dann er Anruf ... die OP sei gut verlaufen.
Puhh was für eine Erleichterung.
Die Annahme, dass die Blase voller Cystinsteine war, war falsch, glücklicherweise.
Es war eine massive Ansammlung von einem Gries aus Cystinkristallen, praktisch einer Vorstufe der Steine, der fast die gesamte Innenseite der Blase bedeckte und den Abfluss verstopfte bzw. stark behinderte.
Damit musste die Blase nicht geöffnet werden, was den Eingriff deutlich erleichterte.
Problematisch war allerdings, dass der Gries nur mit intensiven Massagen der Außenwände der Blase sowie ebenso intensiven Spülen gelockert und schließlich entfernt werden konnte.
Die Ärztin beschrieb es ähnlich wie Sand, aber fester, der beim massieren irgendwie zerfällt und dann ausgespült werden kann. Und das war, aufgrund der Masse, sehr zeitaufwendig.
Sie sagte, dass Sie sehr viel Zeit in die Kontrolle gesteckt hat und sich sicher sei, alles erwischt zu haben.

Tjo ... jetzt liegt Lasse hier, noch deutlich benommen, stark frierend, eine Nebenwirkung der Narkose, die Wunde blutet etwas, was mir etwas Sorgen bereitet. Die Ärztin sagte, dass sie die Wunde nicht kleben konnte, da immer noch Spülmittel und Urin austritt, und dass es noch etwas bluten kann, aber es zu hören und dann zu sehen sind irgendwie zwei Paar Schuhe.

                            
                                               ( Lasse nach seiner Cystinurie-OP )

03.05.2017

Gestern Abend war ich zur zweiten Nachkontrolle in der Tierarztpraxis Tierisch Gansen.
Wie schon bei der ersten Kontrolle direkt am Tag nach Lasses OP zeigten sich auch hier keine Auffälligkeiten. Die Wunde heilt ab, es gibt keine Schwellungen noch sonst irgendwelche Anzeichen, dass etwas im Argen liegt.
Prima!
Aber aktuell tröpfelt Lasse noch, da er offenbar große Schmerzen beim Wasser lassen hat, aber es wird langsam besser. Die Phase mit 5 Tropfen pro Minute haben wir weit hinter uns gelassen aber es ist doch weit weg vom Soll.
Ich fragte mich schon, ob 5 Minuten auf einem Bein stehend langfristig zu Haltungsschäden führen können.?
Ganz normal, meinte die TA, also bleibe ich da ganz entspannt.
Fäden ziehen ist kommende Woche Dienstag, 11 Tage nach der OP, Ich soll Lasse mindestens 3 bis 4 Wochen ruhig halten.
Damit könnten wir beim Agi Turnier in Mellensee Ende Mai starten, ich habe mich aber entschlossen, dieses noch auszusetzen. Anfang Juni werden wir dann wieder mit leichtem Training beginnen, Pfingsten geht es mit meiner Tochter Emma zur DJJM der Schäferhunde und die Woche drauf treten wir dann beim Agility Turnier des MV Berolina an. Das wären dann gut 5 Wochen Trainingspause und etwa 6 Wochen Wochen Turnierpause.

Da Lasse insgesamt einen sehr guten Eindruck macht, sind wir gestern erstmalig etwas weiter gegangen. Lasse fand es total toll, dass es nicht immer 1-mal um den Block ging.
Er hat die Möglichkeit gleich genutzt, sich vom "Arztgeruch" zu befreien.

                              
(Lasse mit dem Spezialfutter vom Tierarzt, das ihm nicht schmeckte. Mittlwerweile hat Lasse einen eingenen Ernährungsplan bekommen und wird nahezu normal ernährt)

24.05.2017

Bei Cystinurie ist die Kastration des Rüden ein funktionierenden Mittel. Entstehende Kristalle können nach dem Eingriff durch die dann weniger verengte Harnröhre leichter ausgeschieden werden. Blöd nur, wenn der Hund nach der OP tagelange nur Tröpfchenenweise uriniert.

Einen Tag vor der Nachkontrolle teilte ich die täglichen Radionen meines Hundes auf 4 Portion, schnitt diese klein und weichte das Fleisch bzw. die Innereien, den Pansen in reichlich Wasser ein. Durch die vermehrte Flüssigkeitsaufnahme und seltener Gassi-Runden lief es endlich wieder 1a.

Leider zeigte das Ultraschallbild bei der Nachkontrolle am vergangenen Freitag kein sehr schönes Bild. Es waren schon wieder reichlich Kristalle in der Blase und auch diese zeigte sich nach wie vor entzündet.
Ganz großer Mist.

Ich habe mich dann schweren Herzens dazu entschlossen, das Barf'en zu beenden und dann doch auf ein Spezialfutter umzustellen, welches eiweißreduziert ist und alkulisirend auf den Harn einwirkt, und sich so die Cystinkristalle besser bzw. überhaupt erst auflösen sollen.

Das Wochenende über gab ich aber noch reichlich Flüssigkeit und spühlte die Blase intensivst.
Ich hatte auch Futterpläne bei 2 Parf-Spezialisten angefordert bzw. mich dazu erkundigt, aber beide meinten unisono (inhaltlich), dass Cystinsteine sehr hartnäckig seien und man seitens der Fütterung „nicht viel machen kann“.
Mutter Natur sieht wohl bei Fleischfressern keine so eiweißarme Ernährung vor und ebensowenig einen basischen Urin.

Die Nachkontrolle am Dienstag zeigte dann endlich einen ersten Lichtblick. Die Menge der Kristalle war deutlich reduziert, es waren nur vereinzelt kleine Kristalle- bzw. Griesherde zu sehen, endlich eine ganz klare Verbesserung, und das „nur“ durch das intensive spülen der Blase.

Wahrscheinlich häte ich das Futter gar nicht wechseln müssen, hätte ich eher mehr Flüssigkeit zugeführt.

Wie dem auch sei, die nächsten 6 – 12 Monate gibt es dann „lecker“ Royal Canin Urinary U/C, proteein- und purinreduziert, mit harnalkalisierenden Eigenschaften und ganz viel … komischen Zutaten.
Sollten die Kristalle komplett verschwinden, werde ich es noch einmal mit Barf'en probieren. Sollten sich dann wieder Kristalle bilden, habe ich ja notfalls „einen Weg zurück“.

So sehr ich dieses Industriefutter ablehne, so sehr bin ich jedoch irgendwie auch dankbar, dass es dieses Spezialfutter für dieses Problem gibt.
Bei 193 Gramm Tagesration reicht der gekaufte 7 kg Sack etwa 36 Tage. Irgendwas um die 70 € kostet es dann pro Monat, preislich nimmt sich das also nicht all zu viel.

Mit den aktuellen Kosten liege ich damit bei etwa 1.400 Euro in nicht einmal einem Monat.
Gute 600 Euro für die Diagnose, gute 500 Euro die OP, gute 200 Euro Nachbehandung Teil 1 und dann noch einmal etwa 100 Euro für die Nachbehanldung Teil 2.
Ich muss ich aber ganz klar sagen, dass die operierende und meine neue TA'in ein deutlich moderateres Preisniveau hat, als mein neuer Ex-TA hier in Dallgow-Döberitz, vom
Wohlfühlcharakter, der Empathie und dem ganzen Drumherum mal abgesehen.
Wer also in der Region einen TA sucht … Tierisch Gansen in Hohen Neuendarf … ganz klare Empfehlung!

Die sportlichen Aktivitäten werden wir langsam wieder beginnen.
Mit dem Agility Training geht es heute wieder los, Ausdauerläufe dann erst einmal in kleinen Schritten von 10 – 20 Minuten bis wir wieder bei unseren 45 – 55 Minuten sind.
Also noch etwas Schonzeit für den Hund in den kommenden Wochen aber es geht wieder los.

Am 10.6. werden wir dann beim Agility des MV Berolina starten. Ich bin schon sehr gespannt, ob Lasse jetzt dank der Kastration, ja etwas Gutes hatte das Ganze vielleicht, noch fokussierter im Wettkampf läuft und weniger anfällig für die Reize der Hündinnen ist.

                                                   

15.06.2017

Juhu ... die Nachuntersuchung am Montag zeigte keinerlei Kristalle mehr in der Blase. Damit haben wir die Cystinurie wohl im Griff.
Toll!

                          

11.07.2017

Lasses vegane Phase ist vorerst vorüber, ab morgen gibt es endlich wieder einen Fleischanteil im Futter.
Vor einigen Wochen mussten wir auf ein Spezialfutter wechseln, welches, von Fischöl abgesehen, nur aus pflanzlichen Komponenten besteht
Zukünftig beinhaltet der Speiseplan neben Kartoffel, bestimmten Gemüsesorten, Sahnequark auch 150 Gramm Fleisch am Tag.
In Summe gibt es jetzt wieder etwa 500 Gramm täglich, also fast so viel wie vor der OP.
Super!
Hoffen wir, dass sich nach der Umstellung keine neue Cystinkristalle bilden und wir nicht wieder vegan füttern müssen.

                                          

20.08.2017

Die mit Abstand beste Nachricht der letzten Monate gab es vergangene Woche bei unserer Tierärztin im Rahmen der Nachkontrolle zur Lasses Cystinurieproblematik ... der Ultraschall zeigte weder Gries, Kristalle, irgendwelche Ablagerungen oder Entzündungen oder Verdickungen.
Blase und Harnweg sind in bestem Zustand. Es gibt aktuell keine Anzeichen auf eine erneute Kristallbildung.
Toll ... ich hoffe sehr, und gehe auch stark davon aus, dass das Kapitel Cystinurie damit endgültig geschlossen ist und bleibt.

Lasse hat auch einen eigenen Blog, in dem man ganz viel über seine sportlichen Erfolge im Agility nachlesen kann: Lasse vom Strithorst

                                            
                                                                         ( Lasse geht es wieder gut )
 

c) Cystinurie Forschung beim Kromfohrländer
 
Bei der Cystinurie bestehen hinsichtlich der Vererbungsgänge - ebenso wie bei der erblichen Fußballenerkrankung (Digitale Hyperkeratose) - Parallelen zu den Irish Terriern.

Während für die Digitale Hyperkeratose im Jahr 2014 jedoch ein Gentest auf den Markt gekommen ist, wird an einem Gentest für die Cystinurie noch fieberhaft geforscht. Für die Entwicklung des Hyperkeratose-Gentests waren seinerzeit zahlreiche Blutproben erforderlich und viele von uns (auch wir) spendeten Blut von ihren Kromfohrländern, um die Entwicklung dieses Tests voranzutreiben. Die damaligen Blutspenden haben geholfen, dass ein Test entwickelt werden konnte, der heute dazu beiträgt, dass die erbliche Fußballenerkrankung, von der auch unsere 13-jährige Kromihündin Amelie betroffen ist, bei den Kromfohrländern ausgemerzt werden kann.

In Anbetracht dieses Erfolges bei der Digitalen Hyperkeratose ist es das Bestreben aller Kromfohrländervereine, dass auch ein Gentest für die Cystinurie entwickelt werden kann, um auch diese Erkrankung besser züchterisch bekämpfen zu können. Die Forschungen werden in verschiedenen Laboratorien durchgeführt. In der Schweiz werden die Forschungen an der veterinärmedizinischen Universität in Bern und in Deutschland durch die Tierärztliche Hochschule in Hannover durchgeführt.

Der Zuchtverein ProKromfohrländer e.V. und auch der RZV unterstützen die Forschungen in der Schweiz, denn das genetische Institut der Uni Bern arbeitet bei der Cystinurie-Forschung eng mit dem Forscherteam rund um Professor Giger aus den USA zusammen und hat auch schon einige Erfolge bei der Cystinurieforschung vorzuweisen.

Der Cystinurie-Erbgang scheint bei den Kromfohrländern und Irish Terriern sehr komplex zu sein. Die Erkrankung selber ist androgenabhängig, d.h. es erkranken nur Rüden. Bislang ist bei den Kromfohrländern noch kein einziger Fall einer erkrankten Hündin bekannt geworden, obwohl die Hündinnen die Cystinurie auch vererben können. Positiv festzuhalten bleibt, dass diese Krankheit relativ gut zu erkennen ist und mittels Kastration der betroffenen Rüden so gut behandelt werden kann, dass der Rüde einige Zeit nach der Kastration quasi klinisch gesund ist.

Für die Forschungen werden von möglichst vielen Rüden und Hündinnen jeweils 5 ml Blut benötigt, die im Rahmen von normalen Tierarztbesuchen abgenommen werden können. Der COLA Test wird ausschließlich von den Rüden benötigt. Je mehr Kromfohrländer an dem Forschungsprojekt teilnehmen, desto besser. Die Rüden sollen mindestens 2,5 Jahre alt sein, besser sogar noch 3 Jahre und älter. Bei betroffenen Würfen werden Blutproben von dem erkrankten Hund, dessen Eltern und von allen Geschwistern benötigt, außerdem noch die COLA-Tests aller Rüden aus dem betroffenen Wurf.

Bei der Einsendung müssen mitgeschickt werden:

- 5 ml Blut von Rüden UND Hündinnen

- COLA-Tests NUR von den Rüden

- Kopie des Stammbaums

- das Einsendeformular mit Einverständniserklärung der Besitzer

- der Fragebogen zur Ernährung etc.

Die COLA-Tests werden durch Laboclin und Biocontrol durchgeführt und liegen bei ca. 80 - 100 Euro pro Test.

Weitere Infos bekommen Sie bei Ihrem Zuchtverein, der die Einsendung der Proben koordiniert. Auch wir nehmen gerne Mails zu dem Thema unter Pro-Kromfohrlaender@web.de entgegen.

                      
                     ( Manni -Aquino- vom Etzelberg grüßt alle Kromis und freut sich auf einen Gentest )

Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)

8. Die von Willebrand Erkrankung

Neue Erkenntnisse zur von Willebrand-Erkrankung in der Rasse der Kromfohrländer

Die von Willebrand-Erkrankung („Bluter-Krankheit“) wurde vor mehreren Jahren bei einigen reinrassigen Kromfohrländern diagnostiziert und war daher im Jahre 2008 schon einmal ein großes Thema in der Kromfohrländer Zucht. Einige Zeit nach diesen Erkrankungsfällen wurde von offizieller Seite dahingehend Stellung genommen, dass von Willebrand keine Relevanz mehr in der Rasse der Kromfohrländer besitze, weil keine weiteren erkrankten Kromis mehr gemeldet worden seien.

Doch wo kam die Erkrankung her? Und wo ist sie vor allem wieder hin? Durch flächendeckende Untersuchungen bei MyDogDNA hat ProKromfohrländer im August 2017 Antworten auf diese Fragen erhalten.

Das finnische Labor der Firma Genoscoper, in dem ProKromfohrländer verpflichtend DNA-Untersuchungen für alle Zuchthunde und für alle geborenen Würfe durchführen lässt, ist seit Sommer 2017 im Besitz der deutschen Lizenz für die von Willebrand-Erkrankung Typ 1, so dass wir nunmehr einen ersten Überblick über die Verbreitung dieser Erkrankung bei der Rasse Kromfohrländer erhalten haben.

                        

Anhand der bei MyDogDNA vorgenommenen Reihenuntersuchungen wurde festgestellt, dass es etliche reinrassige Kromfohrländer gibt, die von Willebrand Typ 1-Träger sind. Die Anlageträger finden wir bei den untersuchten Hunden unseres Vereins länderübergreifend bei Kromfohrländern, die auch aus anderen Zuchtverbänden und unterschiedlichen Zuchtlinien stammen, so dass diese Erkrankung für jeden Verein eine Relevanz besitzen dürfte.

Bei Genoscoper wurde bislang eine Zahl zwischen 34-40 % von Anlageträgern in der Rasse festgestellt. Anhand der ProKromfohrländer vorliegenden weiteren Daten und aufgrund der Erkenntnisse zu verschiedenen Erbgängen ist jedoch davon auszugehen, dass tatsächlich noch mehr Anlageträger in der Rasse vorhanden sein müssen.

Neben den Anlageträgern ( nicht selbst betroffene Vererber) konnte ProKromfohrländer zudem Hunde ausmachen, die Merkmalsträger (= selber betroffen) sind. Hinsichtlich der Merkmalsträger ist allerdings anzumerken, dass auch sie nicht zwangsläufig Symptome zeigen müssen. Sie tragen lediglich ein höheres Risiko Symptome auszubilden. Es gibt „Merkmalsträger“, die ihr gesamtes Leben unauffällig und symptomlos bleiben!

Insgesamt bedeuten diese Erkenntnisse jedoch, dass die von Willebrand-Erkrankung mitnichten in der Versenkung verschwunden, sondern nach wie vor in der Rasse der Kromfohrländer vorhanden ist!

Es ist anzunehmen, dass bei flächendeckenden Untersuchungen, die Kromfohrländer und Einkreuzhunde aller Zuchtvereine mit einschließen würden, eine große Anzahl von Anlage- und Merkmalsträgern in der Rasse festgestellt werden könnte. Ein Umstand, der die Zuchtplanungen und -lenkungen nicht gerade einfacher werden lässt, denn die von Willebrand-Erkrankung des Typs I, der beim Kromfohrländer vorliegt, vererbt sich möglicherweise autosomal-dominant mit variabler Penetranz (Quelle: Laboklin). Andere Quellen gehen von einem autosomal-rezessiven Erbgang aus. Unabhängig davon, ob nun ein dominanter oder rezessiver Erbgang vorliegt, steht zu befürchten, dass Anlageträger für von Willebrand in unserer Rasse weit verbreitet sind. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass wir auch unter unseren Projekthunden mittlerweile einige ausmachen konnten, die Anlageträger für von Willebrand sind. In mehreren Fällen sind Projektkromis auch Merkmalsträger, sprich: Sie haben die Erkrankung selber. Der bei den betroffenen Würfen eingekreuzte Dansk-Svensk-Gardhund wurde ebenfalls bei MyDogDNA untersucht und ist zu „100% clear“ - d.h., er ist definitiv kein Vererber für diese Erkrankung. Dies bedeutet, dass die von Willebrand Erbanlagen nachweislich von den reinrassigen Kromfohrländern auf die betroffenen Projektkromis vererbt worden sind.

Mit dem neuen Wissen muss jedem Verein, der Kromfohrländer züchtet bzw. einkreuzt, dazu geraten werden, die DNA aller Zuchthunde und Würfe in Bezug auf die von Willebrand-Erkrankung testen zu lassen, um einer Weiterverbreitung von der von Willebrand Erkrankung Einhalt zu gebieten! Die DNA-Tests dürfen sich dabei nicht nur auf die reinrassigen Kromfohrländer erstrecken, sondern müssen auch die Einkreuzhunde beinhalten, denn die von Willebrand-Erkrankung des Typs 1 kommt auch bei anderen Rassen vor. Da bei Einkreuzprojekten mit Mischlingen verschiedener Rassen nicht bekannt sein dürfte, was in ihnen enthalten ist, wäre also auch hier eine DNA-Testung anzuraten, um die Weiterverbreitung der von Willebrand-Erkrankung zu stoppen und erkrankte Nachkommen zu vermeiden.

Mit dem durch MyDogDNA erlangten Wissen um die nach wie vor in der Rasse vorhandene von Willebrand-Erkrankung und durch die Detektion der Anlageträger kann nunmehr versucht werden, eine Weiterverbreitung dieser Erkrankung einzudämmen. Außerdem besteht nun die Möglichkeit in der Zucht, das Auftreten von homozygoten Nachkommen zu verhindern und langfristig die Erkrankung herauszudrängen. Mögliche Anlageträger dürfen bei ProKromfohrländer daher nur mit mir Hunden verpaart werden, welche die Erbanlage für von Willebrand nicht in sich tragen.

Glücklicherweise ist der bei den Kromforhländern vorliegende von Willebrand Typ 1 die mildeste der drei bekannten von Willebrand Formen, so dass die betroffenen Hunde ein quasi normales Leben ohne große Beeinträchtigungen führen können und die Besitzer bis zu dem Ergebnis eines Gentests unter Umständen noch nicht einmal ahnen, dass ihr Hund von dieser Erkrankung betroffen sein könnte. So erklärt sich auch, warum diese Erkrankung bei den Kromfohrländern sozusagen wieder aus dem Fokus der Zuchtverbände verschwunden ist. Allerdings wurde auch immer wieder beobachtet, dass diverse Hündinnen nach oder während der Geburt eines Wurfes außergewöhnlich starke Blutungen hatten. Des Weiteren gab es Berichte über Kromfohrländer, die im Rahmen von Operationen oder Verletzungen relativ stark bluteten. Klinisch erkrankten Hunden kann in solchen Fällen geholfen werden, indem z. B. eine Behandlung mit Desmopressin erfolgt. Ein Grund zur Panik besteht daher nicht! Auf die Verabreichung blutverdünnender Medikamente muss bei betroffenen Hunden verzichtet werden.

Mögliche Symptome der von Willebrand Erkrankung:

 

Wiederholte Magen-Darm-Blutungen, mit oder ohne Durchfall, Nasenbluten, Zahnfleischbluten, verlängerte Blutung bei der Läufigkeit, Lahmheiten durch Blutungen in den Gelenken, Hämatome auf der Körperoberfläche, exzessive Blutungen von zu kurz geschnittenen Nägeln, nach dem Kupieren der Rute oder nach Operationen. All diese Symptome können in verschiedenen Ausprägungen vorkommen – müssen es aber nicht! Die meisten Kromfohrländer zeigen kaum oder keinerlei Symptome dieser Erkrankung. Der Ausprägungsgrad kann bei den Kromfohrländern sogar so gering sein, dass die Erkrankung selbst bei Operationen unauffällig ist. Dennoch sollten Sie Ihren Tierarzt über das Vorliegen der von Willebrand-Erkrankung unterrichten, damit bei entsprechenden Blutungen Gegenmaßnahmen ergriffen oder diese von vornherein vermieden werden können, denn es gab auch schon Kromfohrländer, die mangels dieses Wissens bei Operationen aufgrund starker Blutungen verstarben. Es steht zu vermuten, dass bei diesen Kromis eine von Willebrand Erkrankung vorlag.

                                         

Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)

   
9.Kastration aus gesundheitlichen Gründen 
 
 (Das Thema Kastration als Problemlösung können Sie auf der Unterseite Erziehung nachlesen)
 
Ob ein Hund aus gesundheitlichen Gründen kastriert werden muss oder nicht, kann natürlich nur ein Tiermediziner richtig beurteilen. Daher möchte ich mich an dieser Stelle relativ kurz zu dem Thema Kastration aus medizinischen Gründen äußern. Allerdings möchte ich insofern zum Nachdenken und zu einer kritischen Haltung anregen, als dass manche Hunde auch vorschnell kastriert werden, ohne dass man zuvor über eventuelle Risiken oder unerwünschte Folgen informiert wurde.
 
Bei einer Notfalloperation (z.B. wegen Cystinuriesteinen, Gebärmuttervereiterung, Geburtskomplikationen, Krebsgeschwüren o.ä.) gibt es in der Regel natürlich keine große Wahlmöglichkeit und schnelles Handeln ist gefordert. Auch ein Hodenhochstand beim Rüden oder Diabetis mellitus oder starke Hormonstörungen bei der Hündin stellen normalerweise eine Indikation dar, die kaum eine Wahlmöglichkeit zulassen.
 
Die Fälle, um die es mir geht, sind aber diejenigen bei denen auf Grund von Krebsvorsorge, Scheinschwangerschaften, Vorhautentzündungen oder Prostataproblemen kastriert wird. Hier sollte man kritisch Nutzen und Risiko abwägen. Bezüglich der positiven und negativen Kastrationsfolgen möchte ich auf die Unterseite „Erziehung“ verweisen. Dort sind die Kastrationsfolgen (auf die Nennung der ganz seltenen positiven und negativen Folgen habe ich verzichtet) zwar nicht abschließend aber größtenteils aufgeführt. Man sollte auch nie vergessen, dass die Kastration gerade für die Hündin ein relativ großer Eingriff ist. Immerhin ist es bei den Hündinnen eine richtige Bauchoperation mit Risiken für Blutungen, Infektionen, postoperativen Verwachsungen, Nahtproblemen, Narkoseschäden....
 
Haben Sie also eine Hündin, die Sie auf Grund von Scheinschwangerschaften kastrieren lassen möchten, so können Sie z.B zunächst versuchen, die Scheinschwangerschaften homöopathisch in den Griff zu bekommen. Auch Ablenkung und ausgiebige Spaziergänge helfen bei einer Scheinschwangerschaft. Spielzeug, das bemuttert wird, sollte grundsätzlich weggeräumt werden. Außerdem sollten Sie Ihren Hund weder bedaern noch sonst wie auf sein bemutterndes Verhalten eingehen. Hilft all dies nicht und leidet die Hündin extrem während der Scheinschwangerschaften, so kann man natürlich über eine Kastration nachdenken, denn ausgeprägte Scheinschwangerschaften erhöhen das Krebsrisiko.
 
Dann gibt es bei den Hündinnen natürlich auch den Gedanken mit der Vorbeugung von Gesäugetumoren. Ja, es ist unstrittig, dass eine Frühkastration das Risiko mindert. Kaum jemand informiert sich vor der Kastration jedoch darüber, wie groß das Risiko tatsächlich ist: Von 1000 unkastrierten Hündinnen erkranken statistisch zwischen 1,98 und 2,8 Hündinnen an Gesäugetumoren –bei manchen Rassen 18,6 (keine Kromis)- (Quelle: R. Stolla, Kastration vor oder nach der ersten Läufigkeit? Argumente dafür und dagegen. Tierärztliche Praxis, 30 (K), 333-338). Dies entspricht einem Pozentanteil von 0,2 bis bis maximal 1,86 %. Frühkastrierte Hündinnen haben demgegenüber ein Risiko von 0,0093 % und nach der ersten Läufigkeit kastrierte Hündinnen tragen ein Risiko von 0,1488%. Weiterhin treten die Gesäugetumoren meistens erst in einem Durchschnittsalter von 10-15 Jahren auf. Somit ist also die Frage, ob ein Nutzen in einem so geringen Prozentbereich eine Kastration mit all ihren Risiken und eventuellen negativen Effekten rechtfertigt. Diese Entscheidung muss natürlich jeder für sich treffen. Für eine Entscheidungsfindung finde ich diese Zahlen aber nicht unerheblich.
 
Wie sieht es nun bei den Rüden aus? Der Krebsvorsorgegedanke spielt i.d.R. keine so große Rolle. Meistens liegen irgendwelche anderen gesundheitlichen Probleme vor.
 
Viele Rüden haben regelmäßig eine Vorhautentzündung, in deren Rahmen ein gelblich-weißer Ausfluss aus dem Penis heraustritt. Diese Vorhautentzündungen sind meistens harmlos und wachsen sich mit dem Älterwerden aus. Abhilfe kann man mit Penisspülungen schaffen. Wer diese nicht selber durchführen möchte, kann sie auch durch den Tierarzt vornehmen lassen. Vorhautentzündungen verschwinden nach einer Kastration in 45 % der Fälle, so dass eine Kastration hier durchaus Abhilfe schaffen kann. Lassen Sie sich aber auch hier die möglichen negativen Folgen (siehe Unterseite „Erziehung“) im Verhältnis zum Nutzen durch den Kopf gehen, zumal die Chance groß ist, dass sich die Vorhautentzündungen mit der Zeit von selber wieder geben.
 
Zu guter Letzt möchte ich noch auf Prostataprobleme zu sprechen kommen. Diese werden oftmals durch eine Hypersexualität, aber auch durch normale Hormonschübe beim Rüden hervorgerufen. Auch hier sollte man zunächst eine homöopathische Behandlung ausprobieren, da damit oftmals gut geholfen werden kann. Wie bei den Vorhautproblemen kann sich auch eine Prostatavergrößerung im Laufe des Heranwachsens von selber wieder geben (bitte haben Sie Geduld). Hilft jedoch alles nichts, sollte man Nutzen und Risiko wieder genauestens abwägen. Damit Sie sich vorstellen können, in welchen Fällen eine Kastration wegen Prostataproblemen und Hypersexualität wirklich helfen kann, folgt jetzt ein Auszug aus einer an mich gerichteten E-Mail (den Namen des Hundes habe ich dabei durch xxx und den von Personen durch yyy ersetzt). Die Besitzer des Hundes hatten vor der Kastration Meinungen von verschiedenen Hundetrainern und Tierärzten eingeholt:
 
„...xxx geht es sehr gut! Ich hatte ja ein längeres Gespräch mit yyy und mit
ihrer Kollegin (habe den Namen vergessen) und beide meinten ja, dass sie
nicht für Kastrationen seien, sie aber in xxx Fall doch diese sehr
empfehlen würden. Dies deckte sich auch mit den Empfehlungen der Tierärztin,
welche sehr zurückhaltend mit Kastrieren ist und mit der Empfehlung unseres
Hundetrainers, welcher xxx und mich ja sehr gut kennt. Als wir dann wieder
zu Hause waren, hatte xxx schon wieder Blut im Urin und wir hatten ein sehr

langes Gespräch mit der Tierärztin. Sie meinte, sie würde uns sehr stark
raten, xxx zu kastrieren, denn seine Prostata sei einfach dauernd viel zu
gross und dies verursacht ja auch die Blutungen. Weiter war der
Vorhautkatarr wieder extrem und wir bekamen ihn schon seit längerem nicht in
den Griff. Dauernd Antibiotika ist ja auch nichts und leider brachten wir es
mit keinen alternativen Mitteln in den Griff. Meine Freundin ist ja
Naturheilpraktikerin für Tiere und auch sie hatte keine Mittel mehr die
halfen. Anfänglich meinten wir ja xxx habe Struviten und habe deshalb Blut
im Urin. Unsere Tierärztin schickte uns dann zu einem "Steinspezialisten"
und dieser untersuchte xxx genau. Das Resultat war, die Menge der
vorhandenen Struviten im Urin sei im normalen Bereich, er könne von dieser
Seite her nichts spezielles feststellen. Die Prostata sei aber extrem
vergrössert und dies verursache das Bluten. Man erschrickt schon, wenn der
Hund rot statt gelb markiert. Das erste mal war ich total schockiert und
befürchtete schon etwas ganz schlimmes....“
 
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Hier ging es um die Gesundheit und auch um ein stressfreies Miteinander von Hund und Frauchen/Herrchen. Ich möchte mit dieser E-Mail verdeutlichen, dass man sich mit dem Thema Kastration aus gesundheitlichen Gründen aber genauestens auseinandersetzen muss. Nach einer genauen Nutzen-Risiko-Abwägung und einer guten Beratung durch Tierärzte und Hundetrainer, muss jeder für sich die Entscheidung treffen. Wir haben Amelie übrigens bewusst nicht kastrieren lassen und haben es bislang nicht bereut. Sollte irgendwann (was wir natürlich nicht hoffen) der Tag kommen, an dem eine medizinische Indikation, bei der wir keine andere Wahl hätten, angezeigt ist, würden wir einer Kastration natürlich zustimmen. Aber NUR dann.
 
 
Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)Bild einfügen! (30x442)
 

 

 
 
 
 

 

 

 

 


Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!