Die Erziehung des Familienhundes  

Das Thema Stubenreinheit finden Sie auf der Unterseite Interessenten ("Wenn ein Welpe einzieht")

Auf der Unterseite Seminare und Erziehungsspaziergänge finden Sie auch noch einige Informationen und Tipps zu dem Thema "Wenn der Hund sich hochfährt"

Vorwort:

Damit der Kromi ein umgänglicher, ausgeglichener Familienhund wird, muss er konsequent erzogen, gut sozialisiert und geprägt werden. Sicherlich sind unsere Erfahrungen nicht repräsentativ und auch nicht auf jeden Hund anwendbar, da auch Hunde unterschiedliche Charaktere haben; dennoch möchte ich unsere Erfahrungen an dieser Stelle weitergeben, da vielleicht noch der ein oder andere Leser froh über ein paar Tipps ist. Bislang sind wir mit unseren Methoden sehr gut klar gekommen, was natürlich nicht heißt, dass Amelie uns in der ein oder anderen Hinsicht nicht doch mal herausforderte und eine weniger umgängliche Phase hatte.

Wer an einem konstruktiven und nachhaltigen Austausch zu Erziehungsfragen und anderen Dingen interessiert ist, dem möchten wir gerne unser Kromi-Forum empfehlen  

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 1. Vorbereitungen für das Leben mit Hund

Da wir 10 Monate auf unsere Amelie warten mussten (der Weg zum Kromi ist nicht immer einfach), hatten wir genügend Zeit uns auf das neue vierbeinige Familienmitglied vorzubereiten.

 Für uns hieß das, sich schon einmal mit Erziehungsmethoden und Hundeverhalten vertraut zu machen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle 3 Hundebücher empfehlen, die für uns sehr informativ waren und uns sehr geholfen haben:

  • Petra Führmann, Nicole Höfs – Das Kosmos-Erziehungsprogramm für Hunde, Kosmos Verlag
  • Claudia Fischer, Bettina Schönfelder – Wenn Kind und Hund..., Cadmos Hundebücherei
  • Sarah Whitehead – Wenn aus Welpen Hunde werden, Augustus Verlag

Weiterhin hatten wir von unserer Hundeschule das Angebot bekommen, schon einmal einen Welpenkurs als Gast zu besuchen. Freundlicherweise hatte mir unsere sehr engagierte Trainerin ihren eigenen Hund zu Übungszwecken zur Verfügung gestellt. Als ich dann später mit Amelie in den Welpenkurs ging, wusste ich dann schon, was auf mich zukommt und konnte mich völlig auf unseren Welpen konzentrieren. Natürlich ist nicht jede Hundeschule so hilfsbereit, aber fragen, ob so etwas möglich ist, kostet doch nichts ;-)

 Stellt sich also die Frage, wie man eine gute Hundeschule findet. Da kann ich nur den Tipp geben, sich verschiedene Hundeschulen anzusehen und sich umzuhören, was andere Hundebesitzer zu berichten haben. Außerdem sollte man auf die folgenden Dinge achten: 

 
  • Die Gruppen sollten möglichst klein sein (nicht mehr als 6 Welpen auf einmal)
  • Der Altersunterschied zwischen dem jüngsten und dem ältesten Welpen sollte maximal 2 Monate betragen
  • Die Welpen sollten nicht nur sich selbst überlassen bleiben, sondern es sollten auch paar Erziehungsübungen gemacht werden; außerdem sollte bei allzu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Welpen eingegriffen werden (die Trainerin sollte den Hundehaltern zeigen, wie es geht und wann der richtige Zeitpunkt dafür ist). Trennt man die Welpen nach dem Motto „Das regeln die schon unter sich“ nicht, so sind die typischen Mobber bzw. unsicheren Hunde vorprogrammiert
  • Die Welpen sollen an so viele Umweltsituationen wie möglich gewöhnt werden
  • Eine Trainingshalle ist gerade im Winter sehr vorteilhaft.
  • Es ist sehr hilfreich, wenn die Trainer ihre eigenen gut sozialisierten Althunde in die Welpenstunde mit einbeziehen. 
  • Ungeeignete und tierschutzrechtlich bedenkliche "Hilfsmittel" wie Stachel- und Würgehalsbänder sowie Teletackgeräte (arbeiten mit Stromstößen) sollten dort auf gar keinen Fall empfohlen werden.

Nachdem wir uns wie oben genannt vorbereitet hatten, waren wir beim Einzug von Amelie nicht so unsicher und ganz gut gewappnet für das, was auf uns zukommen sollte. 

 

Ein paar weitere Dinge zur Vorbereitung auf das neue Familienmitglied finden Sie auf der Unterseite Interessenten bei dem Unterpunkt - "Wenn ein Welpe einzieht". Dort werden die Themen Grundausstattung, welpensichere Wohnung und Stubenreinheit behandelt.

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 2. Die Sozialisierung des Hundes

 

       

              Fabian & Dominik als "Anschauungsobjekt" für den B-Wurf vom Burgkopf
                              
       

Ende September 2004 war es endlich so weit: Amelie ist im Alter von 9 Wochen bei uns eingezogen. Bei ihrer Züchterin wurde sie bereits auf so viele Dinge wie möglich vorbereitet: Fremde Menschen, Kinder (die bei ihr zu Besuch waren), Alltagsgeräusche wie Staubsauger, Fernseher, Musikinstrumente, verschiedene Untergründe (Holz, Stein, Gras...). Jetzt war es an uns auf dieser guten Basis aufzubauen.

 

Die Sozialisierung des Hundes ist bereits nach etwa 14-16 Wochen zum Großteil abgeschlossen! Dinge, die er bis dahin kennen gelernt hat, erleichtern es ihm, sich zu einem umgänglichen und souveränen Hund zu entwickeln. Deshalb sollte man die Zeit so gut wie möglich nutzen.

 

Wir haben Amelie während dieser Zeit mit so vielen Dingen wie möglich konfrontiert. Viele Menschen, die zu Besuch kommen (in dieser Zeit hatten wir sogar 2 Geburtstagsfeiern, bei denen Amelie mitten im Getümmel der Star war), erleichtern es dem Hund später, Gäste im Haus als normal bzw. angenehm zu empfinden. Außerdem haben wir Amelie mit vielen Kindern in Kontakt gebracht. So war sie anfangs z.B. regelmäßig mit im Kindergarten um die Kinder abzuholen. -Dort war sie auch bei einem kleinen Musikkonzert der Kinder mit dabei.-

 

Besuchskinder, die Amelie während ihrer Welpenzeit bei uns kennen lernen durfte, werden auch heute noch freundlich begrüßt.

Damit Amelie mit den spitzen Welpenzähnchen nicht in sämtliche Kinderpullover Löcher machte (leider haben dennoch 3 Pullover an den Ärmeln eine „Frischluftzufuhr“ bekommen ;-)), hatten die Kinder die Anweisung bekommen, sich sofort umzudrehen und das Spiel mit Amelie zu beenden, sobald sie zuzwickte. Da die Kromis bekanntermaßen sehr intelligent sind, hat es nicht lange gedauert bis Amelie nicht mehr in die Kleidung oder in die Hände gezwickt hat. Schließlich hat Zwicken = Spielende bedeutet.

 

Außerdem haben wir keine wilden Spiele gemacht, bei denen die Hände als Beute dienen.

Spielen Sie und Ihre Kinder viel mit Ihrem Hund, denn Spielen stärkt die Bindung.

 

Da Amelie bislang nur Kromis kannte, war es natürlich auch wichtig, so viele andere Hunde wie möglich kennen zu lernen. Dabei haben wir darauf geachtet, dass es sich um gut sozialisierte Hunde verschiedenen Alters gehandelt hat. Man sollte bei diesen Hundebegegnungen aber immer bedenken, dass es einen Welpenschutz nur innerhalb des eigenen Rudels gibt und man sich daher nicht darauf verlassen darf.

Dennoch sollte man nicht allzu ängstlich sein und seinen Welpen in harmlosen Situationen nicht hochnehmen, denn sonst erzieht man sich einen unsicheren Hund. Weiterhin sollte man nicht beruhigend auf seinen Hund einreden, wenn er ängstlich reagiert, da der Hund sich sonst in seinem ängstlichen Verhalten bestärkt fühlt!!!

 

Welpen quieken schnell einmal, wenn sie ängstlich sind. Amelies erste Begegnung mit einem fremden Hund war vor unserer Haustür, als wir sie am Tag ihres Einzugs das 1. Mal zum Lösen mit raus genommen haben. Es war ausgerechnet der große schwarze Ben aus der Nachbarschaft, der zwar gutmütig ist, aber so gar nicht nach Kromi aussieht ;-) Amelies Reaktion bei Bens Anblick (er hat sie nicht einmal berührt) war ein durch Mark und Bein gehendes Geschrei, das wir so gut wie möglich ignoriert haben, obwohl das für uns ganz schön schwierig war.

 

Weiterhin durfte Amelie in der Sozialisierungsphase Müllautos, Trecker, Fussgängerzonen, verschiedene Waldgebiete, den Bahnhof, Katzen, Pferde Kühe, Schafe und andere Vierbeiner kennen lernen.

 

                

 

Für das Autofahren hatten wir uns eine Transportbox zugelegt. Mit Hilfe von Leckerlies hat Amelie diese sehr schnell als ihre Höhle anerkannt und liebt die Box heiß und innig. Sehr gute Dienste hat uns die Box auch bei der Stubenreinheit geleistet, da Amelie in der Anfangszeit in unserem Schlafzimmer in der Box geschlafen hat. Weil Hunde ihre „Höhle“ nicht beschmutzen wollen, war Amelie nachts von Anfang an stubenrein (tagsüber natürlich noch nicht). Nach 2 Monaten haben wir die Box dann Nacht für Nacht weiter von unseren eigenen Betten weggeschoben, bis Amelie irgendwann im Büro war. Heute schläft Amelie in ihrem Crunchie im Büro.

Als ideale Boxgröße hat sich bei uns die Clipper 4 (Idhra Transportbox, erhältlich für 69 €, incl. Versand, im Internet-Versandhandel Zooplus) herausgestellt (leider wurde unsere 1. Transportbox- die Atlas 40 -schnell zu klein).

 

 

 

Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass es auch in der Anfangszeit schon wichtig ist, die Grundlagen für einen guten Gehorsam zu legen. Auch ein Welpe kann schon Abbruchsignale wie „Nein“ und Kommandos wie „Hier“ (unser Wort für „komm her“) lernen.

 

Drehen Sie Ihren Welpen auch ruhig mal spielerisch auf den Rücken und streicheln ihn am Bauch oder schauen Sie in seine Ohren und in sein Maul, damit er später keine Probleme damit hat, sich überall anfassen zu lassen (z.B. bei Tierarztbesuchen oder Ausstellungen).

 

Positives Verhalten haben wir immer mit Lob bzw. Leckerlies oder einem Spiel belohnt, während wir bei unerwünschtem Verhalten ein strenges „Nein“ gesagt haben. Ab und zu haben wir Amelie bei Fehlverhalten auch mal angeknurrt, was sehr effektiv war. Dieses sollte man aber nicht allzu oft tun.

Außerdem sollten Lob und Tadel innerhalb von 1-2 Sekunden erfolgen, weil der Hund es ansonsten nicht mit seinem Verhalten verknüpfen kann.

 

Den ersten Besuch in der Hundeschule hatten wir als Amelie 10 Wochen alt war. Sie war zu dem Zeitpunkt zwar noch nicht zu 100% durchgeimpft, aber wir wollten keine wertvolle Zeit verlieren. Außerdem nimmt unsere Hundeschule neue Hunde nur gegen Vorlage des aktuellen Impfpasses an, so dass ein gewisser Schutz da war. Des Weiteren kam Amelie auf den täglichen Spaziergängen, die natürlich noch nicht allzu lang sein durften, ohnehin mit vielen Hunden in Kontakt.

 Wichtig: Überfordern Sie Ihren Welpen bei alledem nicht! Gönnen Sie ihm ausreichende Ruhephasen.

Zum Weiterlesen (sehr empfehlenswert): Der Welpenbrief von Dorothee Klein  http://www.kromfohrlaender-siegen.de/Website-Zwinger/z-welpenbrief.html

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 3. Die Rangordnung

Dieses Thema ist unter Hundeliebhabern nicht ganz unumstritten. Hundetrainer, Wolfsforscher und viele Hundehalter sind sich in der Frage, wie viele Rangordnungsgesten im Menschen-Hunderudel denn nun von Nöten sind -bzw. ob sie überhaupt sein müssen-, uneinig. Auch die Frage, ob man von den Beobachtungen, die man bei Wölfen in freier Wildbahn gemacht hat, direkte Rückschlüsse auf das Verhalten von Hunden untereinander bzw. in dem gemischten Rudel Mensch/Hund ziehen kann, führt zu kontroversen Diskussionen.

Für uns persönlich haben wir allerdings die Entscheidung getroffen, dass es ohne Rangordnung nicht geht, denn schließlich sind die Hunde untereinander auch alles andere als zimperlich. Für uns ist es wichtig, dass Amelie weiß, dass ihr Platz in unserem Familienrudel an unterster Stelle ist bzw. dass sie zumindest akzeptiert, dass sie in der Hierarchie nicht über, sondern wenigstens neben (lieber natürlich noch unter, was aber kaum zu schaffen ist) den Kindern steht.

             

                           (Amelie und Nelly zeigen sich unterwürfig)

 Weiterhin ist es für uns wichtig, dass wir auf den Spaziergängen einen Hund haben, der auf unsere Kommandos hört und in für das Rudel „bedrohlichen“ Situationen (fremder Hund kommt entgegen o.ä.) auf unsere Führungsposition vertraut und nicht meint selber die Führung übernehmen zu müssen, indem er rumpöbelt. Hierbei finde ich es sehr wichtig, dass der Hund regelmäßig Blickkontakt (!!!) zu seinen Menschen sucht, den wir mit Amelie bereits im Welpenalter erarbeitet haben (mit viel positiver Verstärkung und teilweise durch „Clickern“).

 In der Praxis sehen die Rangordnungsgesten bei uns nun folgendermaßen aus:

  • Wir Menschen essen zuerst - also bevor Amelie ihr Futter bekommt.
    Als Amelie noch ein Welpe war, war das zwar nicht immer einzuhalten, da Amelie anfangs noch 4 Mahlzeiten bekam, aber wir haben sie entweder direkt nach uns gefüttert oder aber die Mahlzeiten zu einem völlig anderen Zeitpunkt gegeben, so dass ihre Fressenszeit mit unseren Mahlzeiten in keinem Zusammenhang mehr stand. Mittlerweile bekommt Amelie 2 Mahlzeiten. Die erste nach unserem Morgenspaziergang, der nach unserem eigenen Frühstück stattfindet und die zweite direkt nach unserem Abendbrot. Als Amelie noch ein Welpe war, haben wir ihr beigebracht, immer zuerst „Sitz“ zu machen während wir den Napf hingestellt haben und die Mahlzeit erst nach der Aufforderung „Nimms“ zu fressen. Dass Amelie niemals von unserem Tisch etwas zu Fressen bekommen hat, versteht sich von selbst.

     
  • Wir Menschen gehen zuerst durch die Tür.
    Von Anfang an haben wir darauf geachtet, dass Amelie als Letztes sowohl in das Haus, als auch aus dem Haus heraus geht. Auch das ist eine Rangordnungsgeste. War ich früher zunächst skeptisch, ob das alles wirklich so notwendig ist, finde ich es heute sogar äußerst praktisch. Dadurch haben wir einen Hund, der, wenn die Tür aufgeht (z.B. wenn der Müll herausgebracht werden muss oder Besuch kommt) nicht einfach rausläuft (z.B. auf die Straße), nicht drängelt, wenn er raus möchte, und nach dem Spaziergang nicht einfach mit den Dreckpfoten in das Haus spaziert. Amelie wartet nach unseren Spaziergängen auch ohne Kommando schön vor unserer offenen Haustür, bis ich die Kinder versorgt habe (auch die sind nach unseren Spaziergängen meistens dreckig ;-)), ihre Pfoten und Fell bei Bedarf gesäubert habe und ihr das Kommando zum Hereinkommen gebe.

                    

                                (Paula weist Amelie zurück)

  • Wir Menschen gehen zuerst die Treppe hoch bzw. runter
    Auch das hat sich mittlerweile als sehr praktisch erwiesen, weil einem dadurch nicht ständig der Hund vor den Füßen rumläuft.

  • Bei Spaziergängen übernimmt der Mensch die Führung
    Diesen Punkt haben wir auf die Teile unserer Spaziergänge beschränkt, an denen Amelie an der Leine ist. Befindet sich Amelie im Freilauf, darf sie uns natürlich voraus laufen, jedoch erwarte ich von ihr, dass sie sich jederzeit zurückrufen lässt.
    Wenn Amelie an der Leine ist (wir benutzen immer eine 1m Leine) geht sie überwiegend neben uns.


  • Wir Menschen sitzen auf den erhöhten Plätzen (Couch, Betten u.s.w.)
    Darauf haben wir von Anfang an geachtet und zwar um Amelie zu zeigen, dass insbesondere auch die Kinder ihr gegenüber Privilegien haben. Unsere Wohnzimmercouch und die Betten sind für Amelie tabu! Damit wir jedoch nicht immer nur auf dem Boden mit Amelie schmusen können, gibt es eine Ausnahme. Amelie darf nämlich in unserem Musikzimmer nach Einladung (d.h. wir sagen „Hopp“ oder klopfen mit der Hand auf die Sitzfläche) auf die dort stehende weitere Couch, denn auch im Wolfs- oder Hunderudel gibt es ab und an Zugeständnisse von Seiten der Alphatiere an die nachgeordneten Wölfe bzw. Hunde.

  • Wir schicken den Hund weg, wenn er im Weg rumliegt
    Als ich das Kosmos-Erziehungsprogramm für Hunde das erste Mal gelesen hatte, dachte ich „Was soll denn der Quatsch, man kann doch über den Hund rübersteigen“. Mittlerweile habe ich jedoch beobachten können, dass sich Hunde -wie im Buch beschrieben- extra an strategisch wichtige Stellen (Türschwellen, Treppenaufgänge o.ä.) legen, um Kontrolle auszuüben. Auch wenn wir Amelie das Ruhen an diesen Orten zugestehen (Hunde, die die Rangordnung streitig machen, sollte man dort aber nicht liegen lassen), erwarten wir dennoch von ihr, dass sie zur Seite geht, wenn wir durch die Tür wollen. Dafür benutzen wir das Kommando „Ab“. Mittlerweile ist es so, dass Amelie sich ohne Kommando bereitwillig hinsetzt oder zur Seite bewegt, damit wir vorbei können, was im Alltag auch sehr praktisch ist. Wenn Amelie ungestört schlafen will, soll sie schließlich in ihr Körbchen gehen, das in einer ruhigen zugfreien Zimmerecke ohne „Durchgangsverkehr“ steht.

                            

                                            (Amelie „thront“ auf der Treppe)
  • Wir bestimmen, wann und wie lange gespielt wird
    Natürlich macht uns das Spielen mit Amelie jede Menge Spaß. Auch ist es wichtig für die Bindung. Dennoch haben wir nicht immer Zeit und Lust mit Amelie zu spielen. Kommt Amelie zu einem ungünstigen Zeitpunkt mit einem Spielzeug an, ignorieren wir die Spielaufforderung und geben ihr dadurch gleichzeitig zu verstehen, dass wir bestimmen, wann gespielt wird. Auch auf unseren Spaziergängen lassen wir uns nicht jedes Mal von Amelie zum Spielen auffordern, wenn sie z.B. mit Tannenzapfen oder Stöcken ankommt. Wenn wir dann zu einem anderen Zeitpunkt doch mit Amelie spielen (draußen sind ihr Apportierspiele am Liebsten), packen wir nach einer gewissen Zeit mit dem Kommando „Schluss“ das Spielzeug weg. Und zwar bevor Amelie von sich aus keine Lust mehr am Spielen zeigt!
    Weiterhin gibt es ein paar besondere Spielzeuge (Frisbee, Kong...), die Amelie nur dann bekommt, wenn wir mit ihr zusammen spielen, so dass sie weiß, dass es die „Spielzeug-Highlights“ nur gemeinsam mit dem Rudelführer gibt. Andere Spielzeuge hat sie zur freien Verfügung. Ganz strenge Rangordnungsbefürworter unter den Hundliebhabern würden jedoch auch das nicht erlauben (Stichwort: Ressourcenkontrolle).

  • Dem Hund nicht zuviel Beachtung schenken
    Auch wenn es bei den knuffigen Kromis, besonders bei den Welpen, sehr schwer fällt, ignorieren sie ihren Hund auch regelmäßig, damit er sich nicht wie der kleine Prinz vorkommt. Ich merke immer wieder, dass das Ignorieren (man muss es ja nicht übertreiben ;-)) die Aufmerksamkeit gegenüber den Bezugspersonen und teilweise auch die Gehorsamkeit verbessert. Ein besonders einprägsamer Satz, den ich mal in einem Hundbuch gelesen habe, lautet: Ständige Verfügbarkeit macht uninteressant!

Man könnte die obige Aufzählung sicherlich noch um einige Punkte erweitern. Für uns reichen diese Gesten jedoch, um Amelie zu zeigen, wo ihr Platz im Familienrudel ist. Gerade in dem ersten Lebensjahr des Hundes und in dessen Pupertät sind diese Dinge unseres Erachtens von großer Bedeutung. Wenn der Hund sich zu einem unterordnungsbereiten und umgänglichen Familienmitglied entwickelt hat, kann man sicherlich an der einen oder anderen Stelle wieder etwas toleranter werden. Aber bis dahin ist es ein langer Weg. 

             

                             (Filou -Indio vom Treuter- unterwirft sich Amelie)

 Wie gesagt, nicht jeder ist ein Befürworter der Rangordnungsgesten. Doch wir haben beobachtet, dass autoritär erzogene Hunde oft (nicht immer) die umgänglicheren Zeitgenossen sind.

Oftmals sind es gerade die verwöhnten Hunde, die als kläffendes keifendes Etwas ihre Besitzer an der Flexileine hinter sich herzerren. Bild einf�gen! (30x82)

Letzten Endes muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, welche Methoden zu ihm und seinem Hund passen. Durch Versuch und Irrtum wird man es schon herausfinden ;-)

Meine Buchtipps zum Thema Rangordnung:

  • Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz
  • Jan Fennell: Mit Hunden reden (das ist zwar teilweise etwas überzogen, aber dennoch lesenswert) 

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 4. Liebevolle Konsequenz

 

Da ist es wieder – das geflügelte Wort von der liebevollen Konsequenz, das man allenthalben von Kromizüchtern und –besitzern zu hören bekommt. Doch was bedeutet das nun in der Praxis?

Für uns bedeutet es, dass bei unerwünschtem Verhalten des Hundes, von uns sofort und immer eine Reaktion erfolgen muss, die dem Hund klar macht, dass er das nicht darf. Das hat nicht nur den Vorteil, dass wir einen folgsamen und gut erzogenen Hund bekommen, sondern auch, dass wir für den Hund in unseren Reaktionen berechenbar und somit souveräne Rudelführer sind.

Dabei sollten die Reaktionen jedoch nicht so heftig sein (den Hund anbrüllen oder gar schlagen), dass man einen eingeschüchterten und ängstlichen Hund erhält.

 Ich möchte das Ganze jetzt an zwei Erziehungsbeispielen näher erläutern. Das erste Thema (Leinenführigkeit) ist unser Beispiel dafür, wie konsequentes Verhalten erfolgreich dazu beiträgt, den Hund zu erziehen.

Das zweite Thema (Anspringen) ist unser Beispiel dafür, wie sich unerwünschtes Verhalten durch mangelnde Konsequenz nur teilweise in den Griff bekommen lässt.

 A. Die Leinenführigkeit: In den meisten Welpen- und Junghundekursen wird dem Hundehalter in den Hundeschulen gezeigt, wie man eine gute Leinenführigkeit mittels Leckerchen (wir nehmen meistens normales Trockenfutter, das keine Lockstoffe oder Zucker enthält) antrainiert. Weiterhin wird der Rat gegeben Stehen zu bleiben bzw. die Richtung zu wechseln, sobald der Hund an der Leine zieht (diese Tipps findet man auch in vielen Büchern über moderne Hundeerziehung). Beides sehr effektive Methoden, um eine gute Leinenführigkeit zu erreichen. Und nun beginnt die konsequente Umsetzung dieser Methoden in die Praxis. In der Hundeschule zeigen sich bei den gelehrigen Kromis bereits innerhalb kurzer Zeit gute Erfolge. Das allein reicht aber nicht. Man muss Tag für Tag zu Hause und unterwegs üben, damit der Welpe / Junghund weiß, wie er an der Leine (bitte keine Flexileine benutzen ! ) zu gehen hat. Aber auch, wenn das tägliche Üben von Erfolg gekrönt ist und der Hund neben einem an der lockeren Leine geht, kommt es immer wieder zu Situationen, in denen der Hund an der Leine zieht. Greift man dann nicht direkt ein (durch Stehenbleiben oder Richtungswechsel), macht man sich sehr schnell die mühsam antrainierte Leinenführigkeit zunichte. Unsere Amelie hat fast täglich einmal Situationen, in denen sie an der Leine zieht (z.B. direkt nach dem raus gehen bzw. wenn uns befreundete Hunde entgegen kommen oder wir mit anderen Hunden unterwegs sind, aber den Wald noch nicht erreicht haben). Sobald Amelie zieht, bleibe ich direkt stehen. Amelie weiß sofort, was Sache ist, sucht den Blickkontakt und geht in meine Richtung bis die Leine durchhängt, woraufhin ich ohne Worte sofort weitergehe. Das Weitergehen ist dann Amelies Belohnung. Manchmal muss ich auch deutlicher werden und einen Schritt rückwärts oder in die entgegengesetzte Richtung gehen. Meistens reicht ein einmaliges Stehenbleiben oder Richtungswechsel aus. Manchmal muss ich auch mehrmals hintereinander reagieren.

Ehrlich gesagt ist diese Konsequenz manchmal schon ein wenig lästig -vor allem wenn man es eilig hat- und sieht für Aussenstehende etwas merkwürdig aus. Würde ich aber gerade in diesem Erziehungspunkt nicht so konsequent sein und regelmäßig auf das Ziehen reagieren, hätte ich ganz schnell einen Hund, der an der Leine zieht. Leider geht das Ablegen von Regeln nämlich viel schneller als das Erlernen der solchen (das scheint bei Hunden und Kindern gleich zu sein ;-))

(Einen weiteren Bericht zu dem Thema Leinenführigkeit gibt es auf der Unterseite Seminare und Erziehungsspaziergänge an dieser Stelle.)

 

B. Das Anspringen: Ein wohlerzogener Hund sollte eigentlich keine Menschen anspringen. Besonders mit dreckigen Pfoten führt das Anspringen bei vielen Personen verständlicherweise zu Unmut. Zugegebenermaßen ist dieses Erziehungsziel nur sehr schwer und mit äußerster Konsequenz zu erreichen, da das Springen unseren temperamentvollen Kromis sozusagen im Blut liegt. Eine besonders effektive Methode, die von den meisten Hundetrainern empfohlen wird, ist das Wegdrehen und Ignorieren des Hundes sobald dieser einen anspringt. Ist der Hund wieder mit allen 4 Pfoten zurück auf dem Boden, wendet man sich ihm wieder zu und kann ihn begrüßen. Springt der Hund einen jedoch erneut an, muss man sich wieder umdrehen und den Hund ignorieren und zwar so lange, bis er nicht mehr springt.

Das klingt zwar einfach, ist für viele Leute jedoch angesichts eines so knuffig aussehenden Hundes wie dem Kromi (besonders wenn er noch ein Welpe ist) seeeehr schwierig. Wir Familienmitglieder haben uns von Anfang an konsequent umgedreht. Unserem Besuch haben wir diese Methode ebenfalls empfohlen. Jedoch war für die einen das Timing zu kompliziert, für andere war der Welpe zu süß und wieder andere sahen in dieser Methode keinen Sinn, weil man ja selber schon mehrere Hunde hatte, bei denen Ausschimpfen geholfen hatte. Also wurde Amelie von Besuchern und fremden Personen auf der Straße mit einem Mix aus „ach du bist ja soooo süß, du darfst mich ruhig anspringen“ bis zu einem Bombardement aus Befehlen „Aus, Nein, Schluss“, die so gar nicht mit unseren Kommandos übereinstimmten („Aus“ ist nämlich unser Kommando dafür dass Amelie uns ein Spielzeug aus ihrem Fang gibt), begrüßt. Die Folge war ein Junghund, der alles und jeden ansprang, der ihn auch nur ansprach oder mit der Zunge schnalzte. Manche fanden das nach wie vor recht nett; andere fanden das etwas lästig und ein älteres unbekanntes Ehepaar, das uns auf einem Spaziergang entgegenkam und mit dreckigen Pfotenabdrücken verziert wurde, war ziemlich sauer (da half auch keine Entschuldigung und mein Angebot die Hosen zu waschen).

Mittlerweile hat sich Amelies Übermut zumindest Fremden gegenüber von alleine gelegt. Die meisten unserer regelmäßigen Besucher haben inzwischen gemerkt, dass das Wegdrehen doch die wirkungsvollste Methode ist. Amelie weiß jedoch auch genau, wer inkonsequent ist und sie mal mit unsinnigen Kommandos bombardiert, mal für das Anspringen lobt und das nächste Mal wieder schimpft, woraufhin Amelie zur Höchstform aufläuft und nicht nur springt, sondern auch noch leckt, um diese Personen zu beschwichtigen.

Inzwischen haben wir uns damit abgefunden, dass Amelie sich bei regelmäßigen Besuchern und Freunden das Anspringen wohl nie gänzlich abgewöhnen wird, da es illusorisch ist, dass alle betreffenden Personen sich konsequent verhalten. Allerdings darf sich dann auch keiner darüber beklagen, dass er angesprungen und ggfs. auch noch abgeschleckt wird ;-)

Die obigen Beispiele zeigen also, dass man mit konsequentem Verhalten zwar sehr viel erreichen kann; unerwünschtes Verhalten bei mangelnder Konsequenz aber nicht abgestellt werden kann. Die Ziele setzen Sie selber und Sie haben es in der Hand inwieweit sie erreicht werden können!

Was Sie dem Hund jedoch nie und nimmer erlauben sollten ist, dass er Sie anknurrt, bei Ihnen aufreitet (juckelt) oder Ihnen gegenüber seine Ressourcen (Spielzeug, Fressen, ein Liegeplatz auf der Couch) verteidigt! Das mag bei einem Welpen oder Junghund vielleicht noch ganz lustig aussehen, ist aber keineswegs ein Spaß, sondern der Beginn eines massiven Rangordnungsproblems!

Also Vorsicht, Konsequenz bitte vom ersten Tag an!!!

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(Auch wenn es schwer fällt: Trotz eines solchen Blicks sollten Sie immer konsequent sein!)

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 5. Das Lob / Der Clicker

Loben Sie Ihren Hund immer, wenn er etwas gut macht (z.B. ein Kommando direkt befolgt oder sich in kritischen Situationen friedlich verhält).

Sie sollten Ihren Hund mit einer hellen freundlichen Stimme (z.B. mit dem Kommando „Fein“ oder „Prima“) loben. Insbesondere in der Welpenzeit sollte das Lob mit einem Leckerlie verbunden werden, damit der Hund das Kommando „Fein“ mit etwas besonders Positivem verbindet. Als Leckerlie haben sich bei uns Trockenfutter (kleine Brocken), klein geschnittene Brühwurst und gewürfelter Käse bewährt. Zwar findet Amelie „Frolic“, Hundewürstchen (z.B. „Romeo“ aus dem Aldi oder „Picnic“) besonders schmackhaft; jedoch sollten solche Leckerlies auf Grund der darin enthaltenen Lockstoffe bzw. des Zuckers nicht allzu oft verwendet werden.

Statt eines Leckerlies können Sie Ihren Hund auch mit einem kurzen Spiel belohnen. Die Spielvariante bietet sich besonders dann an, wenn der Hund auf ihr Kommando hin zu Ihnen kommt. So verknüpft er, dass es bei Frauchen oder Herrchen immer einen ganz besonderen Spaß gibt. Das zahlt sich insbesondere später in der Pupertät aus, wenn andere Hunde für Ihren Kromi zu potenziellen Gegnern werden.

Damit man nun jedoch nicht ständig „Fein“-rufend und gurrend durch die Gegend läuft, was gerade in Fussgängerzonen auf andere belustigend wirken könnte ;-), kann man statt der Stimme auch einen sogenannten Clicker benutzen.

 Der Clicker ist eine Art „Knackfrosch“, wie man ihn auch als Kinderspielzeug kennt. Der Clicker hat den Vorteil, dass er im Gegensatz zur Stimme immer gleich klingt und sehr zeitnah und exakt eingesetzt werden kann.

 Zunächst muss man den Hund auf den Clicker konditionieren. D.h. der Hund muss lernen, dass ein click=Lob=Leckerchen bedeutet. Auch Welpen können schon auf den Clicker konditioniert werden. Wir haben das Clickern seinerzeit im Welpenkurs gelernt, als Amelie ca. 14 Wochen alt war.

Anfangs erschien mir das Ganze sehr suspekt und ich dachte, dass ich das nie gebrauchen könnte. Als unsere Trainerin das Clickern jedoch mit ihrem Hund vorführte und alles erklärte, legte sich meine Skepsis und wich nach mehrmaligem Üben einer Begeisterung.

Das Konditionieren ist ziemlich einfach und lässt sich sehr gut zu Hause im Wohnzimmer durchführen: Der Hund steht oder sitzt vor einem und der Mensch betätigt 1x den Clicker um dem Hund sofort danach ein Leckerchen zu geben. Das wiederholt man ca. 5-10 Mal hintereinander, 4-5x pro Tag. Brechen Sie die Übung ab bevor der Hund von sich aus die Lust daran verliert. Nach wenigen Tagen wird Ihr Hund wissen, dass der Clicker etwas ganz tolles ist und dass es bei diesem Geräusch ein Leckerlie gibt. Jetzt ist der Hund auf den Clicker konditioniert und man kann mit den ersten Übungen beginnen.

Der Clicker eignet sich besonders, um den Blickkontakt zu erarbeiten, was wiederum eine gute Einstiegsübung für das Clickern ist:

Rufen Sie Ihren Hund zunächst zu sich. Ältere Hunde sollten sich vor einen setzen. Welpen nehmen Sie am Besten an die Leine, damit er Ihnen nicht direkt wieder entwischt.....Und nun warten Sie! Und zwar ohne Kommando oder sonstige Geräusche so lange, bis Ihr Hund Sie anschaut. Das kann anfangs zwar etwas dauern, aber irgendwann wird dieser Blick kommen. Und dann müssen Sie blitzschnell reagieren: *Click* - Leckerlie! Diese Übung machen Sie wenige Male hintereinander (ca. 5 x), mehrmals am Tag. Schon bald wird Ihr Hund gelernt haben, dass der Click kommt, wenn er Sie anschaut. Dann können Sie auch ein Kommando (z.B. „Schau“) für den Blickkontakt einführen. Das Kommando sollte anfangs gleichzeitig mit dem Blickkontakt ausgesprochen werden, damit der Hund das Kommando mit seinem Tun verknüpft: Der Hund sieht Sie an; Sie sagen gleichzeitig „Schau“ - *Click*- Leckerlie. Hört sich zwar kompliziert an, ist es aber nicht. Am Besten lassen Sie sich das Clickern mal von jemandem zeigen, der es ebenfalls anwendet, dann wird es verständlicher.

Lassen Sie sich aber nicht dazu verleiten, den Clicker zum Rufen Ihres Hundes zu benutzen (so wie man beispielsweise eine Hundepfeife verwenden würde). Der Clicker ist ausschließlich als Ersatz bzw. Ergänzung für das Lob mit der Stimme gedacht. Würden Sie ihn anders einsetzen, verwirren Sie den Hund, der ja schließlich zuvor darauf konditioniert wurde, dass der Click = Leckerlie bedeutet und nicht Click = Komm her.

Bei uns hat sich der Clicker besonders bei den folgenden Erziehungsübungen bewährt: Blickkontakt, Leinenführigkeit, Fuss gehen, Kunststückchen und zu guter Letzt in Situationen, die für Amelie schwierig sind bzw. waren - da gibt es dann immer einen Click, wenn Amelie gelassen reagiert (z.B. wenn ein anderer Hund beim Agility vor ihrer Nase rumrennt, während sie selber sitzend warten muss, oder die Kinder Pferde füttern).

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 6. Der Tadel

Leider funktioniert keine Erziehung ohne Tadel. So wünschenswert das zwar wäre, aber eine antiautoritäre Erziehung funktioniert meines Erachtens weder bei Hunden noch bei Kindern.

Der Klaps mit einer eingerollten Zeitung, der Griff in das Nackenfell mit einem nachfolgenden Schütteln und das Stoßen der Hundenase in die in der Wohnung gelandeten Häufchen bzw. Pipi, sind allerdings „Schnee von gestern“ und für Ihr Verhältnis zu Ihrem Hund äußerst schädliNeueren Forschungen zufolge bedeutet, das Schütteln am Nacken nämlich Todschütteln. Auch die anderen Methoden würden Ihren Hund eher verunsichern und dazu führen, dass er sich vor Ihnen ängstigt. Also bitte nichts davon anwenden!!!

Dennoch müssen wir unserem Hund bei unerwünschtem Verhalten unmissverständlich klar machen, dass wir das nicht wollen.

Dazu bietet sich zunächst einmal der verbale Tadel an. Überlegen Sie sich ein „Abbruchsignal“. Wir haben dafür das Wort „NEIN“. Wichtig ist allerdings, dass sich auch der Tonfall Ihrer Stimme verändert. Sagen Sie Ihr Abbruchkommando mit einer tiefen dunklen Stimme. Sie können auch ruhig etwas lauter als sonst reden; Schreien ist aber unnötig – Ihr Hund hört Sie auch so gut genug ;-). Würden Sie mit dem Hund allerdings immer in einem emotionslosen Einheitstonfall reden, könnte er z.B. Schwierigkeiten damit haben, die Worte „Fein“ und „Nein“ zu unterscheiden und zudem nicht erkennen, wie ernst wir es mit unserem Abbruchkommando meinen.

Unterstützend zu dem Abbruchkommando können Sie Ihren Hund insbesondere in der Welpenzeit gleichzeitig daran hindern (z.B. durch Wegschieben), das Verbotene zu tun, damit er das Abbruchkommando mit seinem Verhalten verknüpfen kann.

Wenn das gesprochene Kommando alleine nicht reichen sollte, können Sie auch mehr Nachdruck in Ihren Tadel bringen, indem Sie Ihren Hund anknurren und / oder eine bedrohliche Körperhaltung (fixierender Blick, über den Hund beugen) einnehmen. Damit dieses Mittel Ihren Welpen / Hund stets beeindruckt, sollten sie es allerdings nicht zu oft anwenden, damit der Hund sich nicht daran gewöhnt. Während Amelies Welpenzeit war das Knurren für sie besonders beeindruckend. Einmal hat sie vor Schreck sogar unter sich gemacht. Heute ist Amelie da etwas gelassener.

Weiterhin können Sie zusammen mit Ihrem verbalen Abbruchkommando auch mal mit dem Fuss aufstampfen, wenn Ihr Hund etwas partout nicht sein lassen will. Diese Version des Tadels kommt bei uns auf den Spaziergängen zum Einsatz, wenn Amelie etwas Unappetitliches (wie z.B. Pferdeäppel, Kuhfladen, Aas...) fressen möchte. Reagiert Amelie nicht direkt auf mein gerufenes „Pfui“, stampfe ich zusätzlich mit dem Fuß auf. In der Regel reicht das aus. Amelie kommt dann meistens zu mir gelaufen und bekommt als Ersatz für den verschmähten „Leckerbissen“ ein Leckerlie. Neulich wollte Amelie im Wald allerdings etwas für sie besonders verlockendes schlabbern (keine Ahnung, was das war), so dass weder mein „Pfui“ noch das Aufstampfen geholfen haben. Ich habe dann einen Tannenzapfen dicht neben sie geworfen, wodurch sie sich ziemlich erschrocken hat und direkt von dem „Leckerbissen“ abgelassen hat.

Ab und zu ist aber auch körperlicher Tadel von Nöten, damit ihr Hund sehr genau weiß, wer das Sagen im Rudel hat.

Hierzu zählen neben dem Beiseite Schubsen und auf den Boden drücken (nur kurz, wobei man die Hand am Besten in Höhe der Schulter ansetzt), die folgenden Dinge:

  1. Nackenstoß: Diese Methode ist sozusagen dem Verhalten der Hunde / Wölfe untereinander abgeguckt, da diese sich auch untereinander anrempeln um Unterordnung zu erreichen.
    Sie kommt zum Einsatz, wenn sich der Hund z.B. emotional hochgefahren hat und auch verbal nicht mehr zu bremsen ist bzw. wenn der Hund die Anweisungen seines Menschen (wie z.B. Platz) völlig ignoriert.
    Beim Nackenstoß wird mit der Faust oder ein paar Fingern ein kurzer Stoß in der Nähe des Nackens ausgeführt. Der Nackenstoß sollte eher wie ein "Knuff" bzw. etwas festerer "Anstupser" sein und sollte nicht weh tun. Dadurch wird die Anordnung gegenüber dem Hund noch einmal verdeutlicht bzw. Aufmerksamkeit erreicht. Ggfs. kann man den Hund dabei auch noch anknurren.


  2. „Ikeagriff“ (so nennt es zumindest unsere Hundeschule): Hierbei wird der Hund an den seitlichen Hautlappen am Hals gefasst, so dass der Kopf zu dem Menschen hin fixiert ist und der Hund keine Möglichkeiten hat sich dem Blick seines Menschen zu entziehen (keine Sorge, es tut dem Hund nicht weh). Dann sieht man dam Hund tief in die Augen. Sobald der Hund den Blick abwendet, bedeutet er damit, dass er klein bei gibt und man kann ihn wieder freigeben.
    Zum Einsatz kommt der Ikeagriff in denselben Situationen wie der Nackenstoß
    .

  3. Auf den Rücken drehen: Völlig ignorante Hunde dürfen auch schon mal auf den Rücken gedreht werden (aber nicht zu häufig).

  4. Auf die Leine stellen: Bei Hunden, die sich an der Leine völlig aufgedreht verhalten, sei es um Artgenossen anzukläffen oder um die Aufmerksamkeit des Herrchens zu erzwingen, kann man sich auf die kurze Leine stellen und den Hund ignorieren. In dem Moment, wo der Hund mit dem „Affentanz“ aufhört, belohnt man ihn und gibt ihn sofort wieder frei.

Alle oben genannten körperlichen Korrekturmöglichkeiten wurden uns in der von uns besuchten Hundeschule vermittelt und haben sich im Alltag als hilfreich erwiesen. Allerdings muss man dabei sehr genau den persönlichen Charakter seines Hundes beachten. Sensiblere und unsichere Hunde brauchen eine einfühlsamere Hand als ausgemachte Rabauken.

Seien Sie auf gar keinen Fall zu grob. Scheuen Sie sich aber auch nicht Ihrem Hund ggfs. unter Körpereinsatz zu verdeutlichen, wer der Chef im Haus ist. Beobachten Sie das Verhalten von Hunden untereinander. Dort kann man sehr viel lernen. Da wird fixiert, stolziert, sich optisch durch Haare aufstellen (Rücken bzw. Nacken) größer gemacht, gerempelt, der Gegner auf den Boden gedrückt, geknurrt, gebrummt und gezwickt. Warum sollten wir uns dieses Verhalten nicht abgucken, um unseren Hund zu erziehen. Bis auf das Haare aufstellen, können wir schließlich die meisten Dinge nachahmen ;-)

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 7. Die Kommandos

An dieser Stelle möchte ich nicht beschreiben, wie man dem Hund die einzelnen Grundkommandos beibringt – das können die einschlägigen Erziehungsratgeber (auch hier wieder mein Tipp „Das Kosmos Erziehungsprogramm für Hunde“) und die Trainer in guten Hundeschulen besser. Außerdem würde es wohl den Rahmen meiner Homepage sprengen ;-)

Dennoch möchte ich auf einige grundsätzlichen Dinge im Zusammenhang mit den Kommandos hinweisen, die uns bei Amelies Erziehung geholfen haben:

  1. Die Kommandos sollten ohne Druck, dafür aber mit viel positiver Verstärkung (siehe oben „Das Lob“) antrainiert werden.
    Außerdem lautet das Motto „Üben; üben und nochmals üben“ und zwar nicht nur 1x in der Woche in der Hundeschule sondern mehrmals täglich und immer wieder (auch dann wenn der Hund schon älter ist und die Kommandos bereits beherrscht, sollte man immer wieder mal eine Trainingseinheit einlegen).

  2. Der Hund sollte bei dem Training nicht „zugetextet“ werden, sondern kurze einprägsame Kommandos erhalten, die für dieselbe Handlung immer gleich sind.

  3. Sichtzeichen unterstützen den Lernvorgang erheblich.

  4. Ganz wichtig: Der Hund sollte seine Kommandos nicht selbständig aufheben dürfen. Sitz heißt Sitz und Platz heißt Platz und zwar solange, bis das Herrchen oder Frauchen etwas anderes sagt!!!
    Will man eine Aktion (z.B. Sitz) beenden, so sollte man dafür ein „Freigabekommando“ benutzen. Wir haben dafür das Kommando „Lauf“. Allerdings muss man dann auch immer daran denken, ein vorher gegebenes Hörzeichen damit aufzulösen. Wenn man konsequent mit dem Hund und vor allem auch mit sich selber ist, geht einem das „Lauf“ irgendwann in Fleisch und Blut über.
    Falls der Hund vorher aufsteht, wird er korrigiert und zwar sofort, was bedeutet, dass der Hund an derselben Stelle, an der er sich vorher befunden hat, in seine ursprüngliche Position zurück gebracht werden muss.
    Natürlich muss man dabei berücksichtigen, dass Welpen anfangs noch nicht in der Lage sind, ihre Position über einen längeren Zeitraum beizubehalten, so dass man das Kommando „Lauf“ gibt sobald der Welpe aufsteht.
    Mit zunehmendem Alter und Routine kann man die Zeiträume, in denen der Hund sitzen oder liegen muss, immer weiter ausdehnen.
    Wenn man es streng nimmt, braucht man bei dieser Methode noch nicht einmal das Kommando „Bleib“, weil der Hund ohnehin nicht aufstehen darf bevor er das Freigabekommando bekommt. Amelie bleibt daher auch ohne das Kommando „Bleib“ sitzen, wenn ich weg gehe.
    Wichtig ist also mal wieder das konsequente Verhalten des Hundehalters!!!
    Zudem hat das Erlernen der Kommandos Amelie sehr viel Spaß gemacht und auch heute kommen immer mal wieder neue Kommandos, die dann in die „Trickkiste“ gehören, hinzu. Der Hund wird geistig gefordert und ich freue mich über den guten Gehorsam, so dass auch von zu viel Strenge keine Rede sein kann.


              

                                       "SITZ" (Amelie mit ihrer Schwester Nelly)
     
  5. Die Kommandos bitte nur einmal (maximal 2x) geben, damit der Hund nicht lernt, seinen Besitzer zu ignorieren.
    Weiß man von vornherein, dass der Hund ein Kommando nicht befolgen wird, weil es z.B. noch zu schwierig für ihn ist, so gibt man es besser gar nicht erst und versucht, die Situation anders zu lösen.
    Befolgt der Hund aber ein Kommando, das er bereits zuverlässig beherrscht (!!!), nicht und ignoriert gar seinen Besitzer, so muss man auf der Befolgung des Kommandos bestehen und zwar nicht dadurch, dass man 10x „Sitz“ oder „Hier“ sagt bis Madam oder Monsieur sich bequemt, dem Kommando Folge zu leisten. In diesem besonderen Fall sollte man das Kommando mittels bösem Blick, knurren oder anderen Maßnahmen (siehe auch oben „Der Tadel“) durchsetzen.

  6. Klappt es mit dem „Pflichtprogramm“, so kann man sich an die „Kür“ wagen, wie z.B. die Hunde einzeln aus einer Gruppe herauszurufen.
    Noch schwieriger wird es, wenn man die Kommandos auf Entfernung gibt (bei Amelie haben wir damit im Alter von ca. 8 Monaten angefangen), d.h. der Hund ist mehrere Meter weit weg und soll sich genau an der Stelle setzen, an der er sich gerade befindet. Oder der Hund läuft auf einen zu, soll stoppen und sich hinsetzen (wichtig z.B. wenn der Hund im Freilauf ist und gerade ein Auto kommt).

    Wir haben beide Sachen (Abrufen aus einer Gruppe) und (Kommandos auf Entfernung) in der Hundeschule (zuerst in der Junghundegruppe und später in der Offenen Gruppe) mit in unserem „Programm“ gehabt. Dabei gehörten die Kommandos auf Entfernung für mich und Amelie zu den schwierigsten Erziehungsübungen. Allerdings haben wir uns dafür in der Hundeschule eines Tricks bedient:
    Der Hund, der ein Geschirr statt eines Halsbandes tragen sollte, kommt an eine Schleppleine (5 m). Damit wird er dann irgendwo (Tür, Baum, Zaun) angebunden und man lässt ihn sitzen. Danach entfernt man sich, bis man ca. 6 Meter von dem Hund weg steht. Dann wird der Hund gerufen. Er darf dabei allerdings nicht zu schnell rennen, damit er am Ende nicht durch einen zu heftigen Ruck der Schleppleine gestoppt wird. Kurz bevor er das Ende der Schleppleine erreicht, wird das Kommando Sitz gegeben. Das Kommando sollte mit einer besonders ausdrucksvollen Körpersprache verbunden werden. Ich stehe dann immer kerzengerade und recke den Arm mit erhobenem Zeigefinger in die Luft. Anfangs wird der Hund sich wahrscheinlich erst beim Erreichen des Leinenendes setzen. Aber immerhin ist das noch 1 m vor seinem Herrchen bzw. Frauchen, da man schließlich 6 m entfernt steht. Der Hund muss auf jeden Fall dafür gelobt werden! Diese Übung sollte man 3 – 4 Mal hintereinander machen. Dann braucht der Hund eine längere Pause. Öfter als 3 – 4 Mal sollte man es nicht üben, weil man sich sonst sein „Hier“ bzw. „Komm“- Kommando versauen und den Hund zu sehr verunsichern könnte.
    Bei täglichem Üben wird man den Schwierigkeitsgrad schon bald steigern können. Dann sollte der Hund auch nur noch dann gelobt werden, wenn er sich direkt hinsetzt, ohne noch ein paar Schritte auf seinen Menschen zuzugehen. Wenn das alles klappt, kann man ohne die Schleppleine üben.
    Eine zweite Übung, die man ebenfalls ohne Schleppleine machen kann, geht folgendermaßen: Der Hund soll vor einem Hindernis (z.B. Baumstamm) so absitzen, dass er nach vorne noch etwas Platz hat. Dann entfernt man sich und gibt aus der Entfernung das Kommando „Platz“. Legt der Hund sich tatsächlich ins Platz, geht man wieder zu ihm hin und lobt ihn dort, wo er gerade liegt. Das Hindernis ist eine gute Hilfe, weil es für den Hund eine sichtbare Barriere darstellt, an der er sich orientieren kann.
    Durch konsequentes Üben befolgt Amelie die Kommandos auf Entfernung mittlerweile zuverlässig. Auch heute bekommt sie von mir dafür IMMER noch eine Belohnung, weil diese Übung für den Hund wirklich schwierig ist.
     

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 8. Das Bellen

Eine der häufigeren Fragen, die man von Interessenten und anderen Leuten zu hören bekommt, ist diejenige, ob Kromfohrländer eigentlich viel bellen.

Meine Antwort darauf lautet: „SIE haben es zum Großteil selbst in der Hand!“

Nach meinen bisherigen Beobachtungen und Erfahrungen besitzt der Kromi eine gewisse Tendenz zum Bellen. Diese Bellfreudigkeit muss von Anfang an (wobei wir mal wieder bei dem Thema mit der Konsequenz wären) in Bahnen gelenkt werden, damit man keinen nervraubenden Kläffer bekommt. Was bei einem Welpen noch wie lustiger „Größenwahn“ aussieht, kann sich später nämlich zu einem Problem auswachsen – vor allem dann, wenn Nachbarn, Besucher oder entgegenkommende Spaziergänger in Mitleidenschaft gezogen werden.

Dies soll nicht heißen, dass man den Hund unnötig unter Druck setzt und ihn bei jedem Bellen tadelt, sondern, dass dem Hund nach einem kurzen Anschlagen an der Haustür oder unterwegs eindeutig signalisiert werden muss, dass man sein Bellen (Melden, dass etwas kommt) zur Kenntnis genommen hat und jetzt als Rudelführer den „Fall“ übernimmt.

Bei uns und Amelie läuft das dann so ab, dass wir kurz mit einer freundlichen Stimme „O.K., ich hab´s gesehen“ sagen und sie dann (ggfs. mit einem Leckerlie) auf uns fixieren.

Jetzt muss ich allerdings dazu sagen, dass Amelie bei der Türschelle überhaupt nicht bellt, was wohl daran liegt, dass unsere eigenen Kinder, wenn sie vor der Tür spielen, recht häufig schellen um sich etwas zu trinken zu holen, auf die Toilette zu gehen....... Außerdem hat Amelie von Beginn an mitbekommen, dass bei uns häufig Besuch ins Haus kommt. Da das für sie stets ein positives Erlebnis war und auch immer noch ist, stellt die Türschelle für sie also keinen Anlass dar, Eindringlinge zu melden. – Auf Kosten der Wachsamkeit natürlich, denn es passiert auch schon mal, dass sie ein Schellen einfach verschläft ;-)

Will man also erreichen, dass der Hund gar nicht oder nicht so heftig auf die Türschelle reagiert, so kann man es damit versuchen, dass man die Nachbarskinder oder Bekannte zum „Klingelmäuschen“ spielen anstiftet. (Zur Erinnerung: Es schellt und niemand ist da.) Wird dieses Spiel oft genug und regelmäßig wiederholt, lernt der Hund „Es schellt und nichts passiert. Wie uninteressant.“

Anders verhält es sich bei uns, wenn Amelie von der Balkon- oder Terrassentür aus Spaziergänger oder Autos auf dem Weg unterhalb unseres Hauses –oder noch schlimmer: Katzen im Garten!!!- entdeckt. Dann wird gebellt. Amelie bekommt dann allerdings direkt das Signal „O.K. wir haben´s gesehen“ und ggfs. noch „Still“ (wenn sie nicht aufhört) und dann ist es gut. Geschafft haben wir dies mit Leckerlies. In dem Moment, wo sie wirklich still war, hat es Leckerlies gegeben. Hunde, die nicht auf Leckerlies reagieren, kann man auch mit einem kurzen Spiel oder einem Kommando (z.B. „Sitz“) ablenken. Da wir das von Beginn an mit Amelie geübt haben, war es auch völlig unproblematisch.

Ist das Bellen aber erst einmal über eine lange Zeit zur Gewohnheit geworden, weil man nicht von Anfang an darauf geachtet hat, ist es schwieriger seinem Hund dies abzugewöhnen. Dafür müsste man dann wirklich intensiv trainieren. Damit das Training erfolgreich ist, sollte man auch auf die Beziehung zu seinem Hund insgesamt achten (Konsequentes Verhalten, Blickkontakt, sich durch Apportierspiele o.ä. interessant machen...).

Was meistens gar nichts bringt um einen Hund vom Bellen abzuhalten, ist ihn lauthals auszuschimpfen. Das puscht den Hund nur unnötig auf, frei nach dem Motto „Siehe da, sogar Frauchen bellt mit“.

Eine Situation, die für Amelie seit ihrer Pupertät manchmal etwas schwierig ist, sind entgegenkommende Hunde bei den Spaziergängen in Wald und Wiese, solange diese noch weiter entfernt sind (in der Stadt oder im Dorf ist das kein Problem). Dann wird meistens gebellt.

Amelie bekommt auch dann wieder das Signal „O.K. ich hab´s gesehen“. Außerdem rufe ich sie zu mir und lasse sie bei „Fuss“ gehen. Befindet sich der andere Hund an der Leine, leine ich Amelie natürlich auch an.

Wenn Amelie bei mir ist, versuche ich sie mittels Blickkontakt und Leckerlie auf mich zu fixieren. Auch der Clicker leistet in diesen Situationen sehr gute Dienste. Den *Click* gibt es für den Blickkontakt und das still sein. In dem Moment, wo ich mit dem Clicker arbeite und vielleicht sogar noch mit den Megaleckerlies (z.B. Frolic) aufwarte, ist der andere Hund (fast) vergessen. Außerdem scheinen die „erarbeiteten“ Leckerlies auf Amelie einen besonderen Reiz auszuüben, auch dann, wenn es sich „nur“ um das normale Trockenfutter handelt.

Ist der andere Hund schon ganz nah und die Situation entspannt, gebe ich das Kommando „Lauf“ so dass Amelie mit dem anderen Hund Kontakt aufnehmen kann. Hierbei gibt es bis auf eine eventuelle Unsicherheit in der Regel keine Probleme.

In der letzten Zeit hatte Amelie Gefallen daran gefunden, den Nachbarhund zu verbellen, wenn dieser in seinem Garten war. Auch auf unser Kommando „Still“ hin, hörte Amelie nicht mit der Kläfferei auf. Dieses „Problem“ haben wir dadurch in den Griff bekommen, dass wir Amelie konsequent mit dem Kommando „Rein“ ins Haus geschickt haben. Sie durfte erst dann wieder raus, wenn sie still war. Begann sie erneut im Garten „rumzustänkern“, haben wir sie wieder ins Haus geschickt.

Nach nur 3 Tagen wusste Amelie Bescheid und pöbelte den Nachbarhund fast gar nicht mehr an. Tut sie es dennoch und hört trotz des Kommandos „Still“ oder „Nein“ nicht auf, schicken wir Amelie wieder ins Haus, wobei sie dann direkt Ruhe gibt und es bei diesem einmaligen Bellen bewenden lässt.

Noch weitere Tipps und Ausführungen hierzu gibt es bei dem nächsten Thema: „Wenn der Hund sich hochfährt...“

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 9. Wenn der Hund sich „hochfährt“:

 

Dieses Thema habe ich bewusst etwas weiter nach hinten gestellt, weil manche Dinge sich leichter in den Griff bekommen lassen, wenn man die obigen Ratschläge beherzigt. Natürlich sind die oben aufgeführten Tipps nicht der Weisheit letzter Schluss; weiter unten wird aber klarer, warum sie uns in kritischen Situationen bislang sehr geholfen haben, wobei ich natürlich nicht weiß, wie Amelie sich entwickelt hätte, wenn wir sie auf eine andere Art und Weise sozialisiert und erzogen hätten. Außerdem gibt es natürlich auch zwischen den Hunden charakterliche Unterschiede, die man nicht unterschätzen darf. Dennoch möchte ich auch zu diesem Thema, das gar nicht so einfach ist, versuchen ein paar Tipps zu geben.

                         

Auch wenn Ihr Hund sich bislang noch niemals emotional hochgefahren haben sollte (aufgeregtes Bellen, Keifen, Knurren, Zähne fletschen, sich in die Leine hängen......), weil er z. B. noch recht jung ist oder die entsprechende Situation noch nicht da war, heißt das nicht, dass es nicht irgendwann zu einer solchen Verhaltensweise kommen wird. Ab der Pupertät (manchmal auch schon vorher) muss in der Regel mit Überreaktionen gerechnet werden. Gerade die Kromis gebärden sich manchmal wie kleine „HB-Männchen“ (ich denke die meisten Leser kennen diesen Begriff ;-)). Was also tun, wenn der Hund sich hochfährt?

 Als allererstes muss man die Gründe differenzieren aus denen der Hund sich hochfährt: Angst, Unsicherheit, Übermut, Aufregung, Aggression, Sexualtrieb....

Außerdem muss man erkennen, dass ein einfaches Bellen (wie oben beschrieben), nicht bereits ein „Hochfahren“ ist. Wenn der Hund sich hochfährt, ist er mit Kommandos nur noch relativ schwer zu erreichen. Ganz wichtig ist, dass man schon im Vorfeld Situationen und Verhaltensweisen des Hundes erkennt, die Anzeichen für ein bevorstehendes „Hochfahren“ sind, damit man frühzeitig reagieren kann. Je später man reagiert, desto schlechter sind die Chancen, dass man das Verhalten seines Hundes beeinflussen kann.

Amelie fährt sich beispielsweise in den folgenden Situationen hoch:

Ø  IIm Wald oder auf der Wiese liegt ein unbekanntes Objekt (Plastiktüte, Flatterbänder, ein neuer Jägerstand....)

Ø      Ein anderer Hund rennt beim Agility über die A-Wand oder den Tunnel während sie warten muss.

Ø      Ein fremder Hund kommt uns mit fixierendem Blick oder in geduckter Haltung entgegen.

Ø      Ein fremdes Kleinkind (unter 3 Jahre) macht in unserem Haus Bewegungen oder Geräusche, die Amelie unheimlich sind bzw. die sie nicht einordnen kann

Ø      Unsere Kinder bekommen ein neues Spielzeug, das unheimliche Geräusche macht oder sich selbständig bewegt

Ø      Die Kinder füttern Weidetiere

Ø      Ein anderer Hund geht an unsere Kinder

Bei den oben beschriebenen Dingen kann Amelie sich fürchterlich aufregen. Allerdings ist es tagesformabhängig; manchmal lassen sie diese Dinge auch völlig kalt. Wenn Amelie sich aufregt, bellt sie laut und hektisch. Ist sie an der Leine, während uns ein anderer Hund mit fixierendem Blick entgegen kommt, hängt sie sich dort rein und macht ein unheimliches Theater. Berühren andere Hunde oder Weidetiere unsere Kinder, wird ebenfalls hektisch gebellt und Amelie versucht, die Tiere mittels Körpereinsatz (nicht beißen, sondern wegschieben bzw. Berühren mit dem Fang) von den Kindern fernzuhalten (ich werte es daher als Schutztrieb oder aber Ressourcenverteidigung, wobei Amelie die Kinder dann als ihre „Ressource“ ansieht).

Mittlerweile kenne ich die Situationen, die Amelie aufregen. Außerdem gibt es Anzeichen in ihrer Körperhaltung (hoch erhobene Rute, fixierender Blick, angespannte Haltung), die mich die bevorstehende „Eskalation“ erahnen lassen.

Je nach Situation, steuere ich mit Ablenkung, Reiztraining / Reizgewöhnung, Ignorieren, Bogen laufen oder einem kurzen Laufen in die andere Richtung bzw. einer Kombination der vorgenannten Maßnahmen gegen das „Hochfahren“ an.

  1. Ignorieren: Das Ignorieren kommt dann zum Einsatz, wenn es sich um unbekannte Gegenstände (Plastiktüten, Flatterbänder, Silohaufen etc.) handelt. Wenn Amelie sich dann hochfährt, beachte ich sie gar nicht. Ich gehe einfach weiter und dann relativ nah an den Gegenständen vorbei. Amelie, die sich im Freilauf befindet, beruhigt sich meistens relativ schnell wieder und entscheidet dann selbst, ob und wann sie mit dem unheimlichen Ding Kontakt aufnehmen will. Bislang ist sie immer zuerst einen kleinen Bogen gelaufen, hat sich danach dem Gegenstand genähert und dann an ihm geschnüffelt. Danach ist es O.K. und das Thema erledigt. Sind wir an einem anderen Tag wieder dort vorbei gegangen, war die „gruselige Sache“ überhaupt kein Problem mehr für sie.

  2. Ablenkung: Wenn Amelie sich in anderen Situationen (Kleinkinder im Haus, andere Hunde im Anmarsch, die Kinder haben Kontakt zu anderen Tieren, andere Hunde rennen beim Agility durch den Tunnel) hochfährt, in denen ich dieses Verhalten einfach nicht ignorieren kann oder möchte, versuche ich sie auf mich zu fixieren. Diese Vorgehensweise ist natürlich relativ schwierig und kann meines Erachtens nur dann funktionieren, wenn man vorher durch eine entsprechende Erziehung (siehe oben Punkte 1-8) die Voraussetzungen dafür geschaffen hat. Auch sollte man das Heranrufen und die Herstellung des Blickkontaktes (s.o.) unterwegs -auch wenn kein „unheimliches Objekt“ in Sicht ist- immer und immer wieder üben damit der Hund nicht lernt, dass er immer nur dann gerufen wird, wenn beispielsweise der „Lieblingsfeind“ im Anmarsch ist.
    Gelingt es mir Amelie auf mich zu fixieren, reicht oftmals allein die Herstellung des Blickkontaktes aus, um Amelies Aufregung zu stoppen. Allerdings bedarf es in solchen Situationen schon der „Megaleckerlies“ oder des Lieblingsspielzeugs (diese Dinge sollte man dann natürlich auch dabei haben ;-)). Manchmal gebe ich zusätzlich noch das Kommando „Sitz“ oder „Platz“. Dies kann ich aber nur dann verlangen, wenn ich weiß, dass Amelie es in der jeweiligen Situation auch schafft.
    Gute Dienste leistet hier auch der Clicker. Mittlerweile bin ich bei den obigen Situationen immer öfter so weit, dass Amelie sich ins Platz legt, mich dabei ansieht, auf den Click bzw. das Lob wartet und den Reiz dabei ignoriert.

  3. Bogen laufen / Richtungswechsel:
    Komme ich mit Ignorieren oder Ablenkung nicht weiter, weil der Reiz –z.B. fixierender Hund- zu groß ist, versuche ich zunächst einen Bogen um dieses Objekt einzuschlagen und Amelie gleichzeitig auf mich zu fixieren. Klappt dies nicht, wechsel ich die Richtung und versuche es erneut, den Blickkontakt zu Amelie herzustellen. Ohne „Megaleckerlies“ oder Spielzeug würde ich in diesen Situationen aber nicht weiterkommen. Erst wenn Amelie sich zumindest halbwegs auf mich konzentriert und die Keiferei sein lässt, kehre ich um.
    Bekomme ich die Aufregung dennoch nicht in den Griff (was bislang seeeehr selten und auch nur dann vorgekommen ist, wenn Amelie und der andere Hund sich an der Leine befanden), heißt es „Augen zu und durch“. Ich gehe dann mit der keifenden Amelie einen möglichst großen Bogen um den fremden Hund herum und beachte Amelie dabei gar nicht. Damit das nicht öfter vorkommt, lautet das Motto dann wieder "Üben, üben und nochmals üben".

  4. Reiztraining:
    Viele Dinge, auf die der Hund reagiert, erledigen sich einfach von selbst, wenn man ihn oft genug diesen Reizen aussetzt und sein Verhalten dabei entweder ignoriert bzw. ihn ablenkt.
    Hierbei muss man jedoch ganz behutsam und Schritt für Schritt vorgehen, um den Hund nicht zu überfordern. Außerdem müssen die kritischen Situationen oft genug und in nicht allzu großen Zeitabständen immer wieder geübt werden, damit sich ein Erfolg einstellt.
    Auf gar keinen Fall sollte man den Fehler machen und bei dem Reiztraining zu früh und viel zu nah an das bedrohliche Objekt herangehen, denn dann könnte man die Reaktionen des Hundes noch verstärken.
    Bei manchen Dingen, die für den Hund offensichtlich nicht allzu „schlimm“ sind, stellt sich der Erfolg sogar schon relativ schnell ein.

    Beispiel:
    Unser Dominik bekam kürzlich ein Brettspiel geschenkt, in dessen Mitte ein Plastikdrache sitzt. Wenn man auf einen Knopf drückt, bewegt sich der lange Schwanz dieses Drachen mit einem summenden Geräusch über das Spielfeld und schlägt „Edelsteine“ von den Spielfiguren.
    Sie können sich nicht vorstellen, wie sehr Amelie sich aufgeregt hat. Wir sind jedoch „cool“ geblieben, haben Amelie nicht groß beachtet und sie allenfalls beiseite geschoben, wenn sie den Drachen attackieren wollte. Schon nach einem Tag, an dem wir das neue Spiel 2 Mal gespielt hatten, hat Amelie den Drachen nicht mehr beachtet und sich sogar neben uns gelegt und geschlafen
    .

    Wichtig ist, dass man in den Stresssituationen für den Hund selber ruhig bleibt und besonnen reagiert. Dies zeichnet einen souveränen Rudelführer aus. Würde man laut schimpfen, könnte das den Hund nur zusätzlich anheizen und sein aufgeregtes Verhalten verstärken. In diesen Fällen ist dann von „Stimmungsübertragung“ die Rede.
    Das soll natürlich nicht bedeuten, dass nicht manchmal ein Tadel wie in Punkt 6 beschrieben von Nöten wäre.

    Ein guter Trick zur Reizgewöhnung ist auch, dem Hund positive Erlebnisse im Zusammenhang mit den Reizen zu verschaffen. Hat ein Hund beispielsweise Probleme mit kleinen oder kreischenden Kindern, so kann man gezielt Kindergärten oder Schulen für seine Spaziergänge einplanen um dort die tollsten Lieblingsspiele mit dem Hund durchzuführen.
    Verhält sich der Hund in schwierigen Situationen ruhig, darf er natürlich kräftig gelobt werden. Außerdem sollte das Reiztraining immer mit einem positiven Erlebnis beendet werden. Dazu muss man ggfs. auch wieder einen Schritt zurück machen.
    Das Reiztraining wirkt außerdem nicht nur in Situationen, in denen der Hund sich hochfährt, sondern auch bei Dingen, auf die der Hund ängstlich reagiert und am liebsten fortlaufen würde.

    Beispiel:
    Eine von Amelies Schwestern ist von ihrem Naturell her insgesamt etwas unsicherer und vorsichtiger. Leider wurde sie von ihrer Familie anfangs zu sehr durch Trösten (was auf sie wie Lob für ihre Unsicherheit gewirkt hat) in ihrer Unsicherheit bestärkt. Kürzlich war es dann so „schlimm“, dass Amelies Schwester auf jedes lautere Geräusch extrem ängstlich reagiert hat.
    Damit sich das Verhalten wieder legte wurde mit ihr ein tägliches Reiztraining nach dem obigen Schema durchgeführt. Außerdem haben sich die Besitzer mit ihrem Hund in die Nähe der Geräuschquellen gesetzt und zwar so weit entfernt, wie es der Hund ohne Probleme gerade noch so ausgehalten hat. Dort hat er dann Leckerlies bekommen und es wurde mit ihm gespielt. Im Laufe der Zeit, konnte man immer etwas näher an die Geräuschquelle herangehen. Bereits nach 2 Wochen war Amelies Schwester bei den Reizen, mit denen trainiert wurde, ganz gelassen.

Beobachten Sie bei den Spaziergängen auch stets die Körpersprache Ihres Hundes. Leider gibt es sehr viele Leute, die die Körpersprache ihres Hundes nicht deuten können, so dass viele Probleme zwischen Mensch und Hund auch darin zu suchen sind. Wenn ich mit Amelie unterwegs bin, beobachte ich sie oftmals (natürlich nicht immer ;-))) sehr genau. Das Fixieren eines anderen Hundes unterbinde ich bereits im Ansatz, denn dies ist bereits der Anfang einer Auseinandersetzung zwischen den Hunden, was leider viele Hundebesitzer gar nicht wissen.

Auch die Beschwichtigungssignale (Calming Signals) sollte man kennen und Übersprungshandlungen als solche deuten können.

Ich hoffe, dass ich mit den obigen Ausführungen ein paar brauchbare Anregungen und Tipps zu diesem schwierigen Thema vermitteln konnte.

Ein schönes Buch zum Weiterlesen ist „Aggressionsverhalten bei Hunden“ von Dr. med. vet. Renate Jones (Kosmos Verlag, 14,90 €). Der Titel täuscht, denn eigentlich geht es nicht nur um aggressives Verhalten sondern auch um die Körpersprache des Hundes und sein Lernverhalten.

Um die Beschwichtigungssignale geht es in dem Buch „Calming Signals“ von Turid Rugaas (Animal Learn Verlag), das ich zwar lesenswert, aber etwas einseitig in der Interpretation der Calming Signals finde.

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 10. Die Gestaltung der Spaziergänge

Einfach „nur“ Spazierengehen reicht für die meisten Hunde nicht aus, damit sie sich zu ausgeglichenen, gehorsamen und leicht führigen Tieren entwickeln.

Gerade hier bei uns auf dem Land gibt es viele Hunde, die tagein tagaus dieselbe Strecke Gassi geführt werden –das ist so, als wenn Sie jeden Tag dieselbe Zeitung lesen müssten- oder den lieben Tag lang im Garten sich selbst überlassen bleiben....Ich bin überzeugt davon, dass diese Hunde sich zu Tode langweilen!!! Oft entwickeln sich hieraus Verhaltensstörungen oder der Hund sucht sich selbst eine Beschäftigung z.B. Passanten und andere Hunde hinter dem Gartenzaun zu verbellen oder im Wald dankbar jede Spur zu verfolgen.

Auch kann man von einem Hund, der es gewohnt ist, auf einem Spaziergang meistens nur neben einem herzutrotten, nicht verlangen, dass er in kritischen Situationen direkt auf unser Kommando hört und wie gewünscht reagiert.

Natürlich spricht nichts gegen regelmäßig wiederkehrende Wegstrecken und einfach „nur“ Spazierengehen. Allerdings sollte man vor allem im ersten Lebensjahr des Hundes einmal pro Tag einen „Erziehungsspaziergang“ einplanen. Auch die Wandergebiete sollte man mehrmals in der Woche variieren. Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen schönen Waldweg auch im Nachbarort?!

In der Welpen- und Junghundzeit haben wir mit Amelie auf unseren Erziehungsspaziergängen vor allem das Heranrufen, die Leinenführigkeit, Sitz und Platz geübt. Im Wald durfte Amelie uns von Anfang an ohne Leine begleiten. Hier kam uns der starke Folgetrieb des Welpen zu Gute.

Damit Amelie immer schön von sich aus auf uns achtete, haben wir sie nicht ständig bei ihrem Namen gerufen, sondern haben uns auch schon einmal hinter einem Baum versteckt, wenn sie völlig abgelenkt war. Würde man den Hund ständig rufen, wäre das, als wenn man wie ein „Peilsender“ durch den Wald laufen würde. Der Hund würde dadurch nicht lernen selbständig auf die Position seines Rudels acht zu geben und ihm zu folgen.

Dank dieser Vorgehensweise haben wir heute einen Hund, der trotz Schnüffelns am Wegesrand, Spielen mit anderen Hunden etc. immer wieder den Blickkontakt zu seinem Rudel sucht. Dadurch, dass wir uns in dieser Hinsicht 100%ig auf Amelie verlassen können, genießt sie wiederum mehr Freiheiten.

Auch heute machen wir auf unseren Spaziergängen noch regelmäßig Erziehungsübungen. Amelie macht mit Begeisterung mit. Schließlich kann sie sich dabei Leckerlies verdienen ;-)

Ansonsten üben wir unterwegs auch immer wieder einmal kleine Tricks ein (auf Baumstämmen balancieren, über Bäche springen, einen Kreis um einen Baum laufen, einen Slalom durch die Beine....). Dies bietet sich vor allem dann an, wenn man nicht so weite Strecken laufen kann, weil die Kinder im Wald jeden Stein umdrehen oder anderweitig beschäftigt sind ;-)

Was Amelie nach wie vor aber am meisten Spaß macht, ist Apportieren und Nasenarbeit. Für die Nasenarbeit kann man z.B. Spielzeug im Wald oder im hohen Gras verstecken, das der Hund dann suchen muss.

Wenn man zu zweit ist, kann man auch ein bestimmtes Stöckchen oder einen Tannenzapfen zwischen anderen Stöcken / Tannenzapfen verstecken und der Hund muss genau dieses eine Objekt wieder finden.

Hierfür fasse ich zunächst dieses Stöckchen oder den Tannenzapfen an und mache damit ein kurzes Apportierspiel mit Amelie.

Danach bekommt eines der Kinder den Tannenzapfen (Stöckchen) und versteckt ihn zwischen mehreren anderen Tannenzapfen (Stöckchen), die es in eine Reihe nebeneinander legt. Amelie darf nicht zusehen, wo die Kinder ihren Tannenzapfen (Stöckchen) verstecken. Danach bekommt Amelie das Kommando „Such“ und die Kinder und Amelie haben einen Heidenspaß, wenn sie den richtigen Tannenzapfen (Stöcken) gefunden hat.

Wie Sie sehen, sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Es gibt natürlich auch Bücher, die Anregungen für Spiele geben (z.B. Erziehungsspiele für Hunde von Petra Führmann und Nicole Hoefs, Kosmos Verlag).

Wenn Sie Ihren Hund geistig auslasten und den Grundgehorsam auf den Spaziergängen weiter vertiefen, wird Ihr Hund es Ihnen mit einer guten Führigkeit, Ausgeglichenheit und tiefen Bindung zu Ihnen danken.

Außerdem wird der Hund freudig auf Sie achten, denn schließlich gibt es bei Ihnen immer interessante Dinge zu erleben. Dies vereinfacht auch die Fixierung des Hundes auf Sie in schwierigen Situationen (z.B. wenn der Hund sich hochfährt).

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 11. Das Alleinbleiben
 
Immer wieder hört man von Hunden, die Probleme mit dem Alleinbleiben haben. Wenn man das Alleinbleiben allerdings vom Welpenalter an trainiert ohne den Welpen zu überfordern, lassen sich Trennungsängste bereits im Vorfeld vermeiden. Auch unsere menschenbezogenen und anhänglichen Kromis können (und müssen) das Alleinbleiben lernen.
 
Hat man das Üben im Welpenalter versäumt, wird es bei einem älteren Hund zwar etwas schwieriger, ihn an das Alleinsein zu gewöhnen, aber das Training ist dasselbe und führt auch beim älteren Hund früher oder später (meistens) zum Erfolg.
 
Auch bei unserer Amelie haben wir das Alleinsein Schritt für Schritt trainieren müssen.
 
Natürlich sollte man einen neu erworbenen Welpen oder Hund, der das Alleinbleiben noch nicht gelernt hat, nicht direkt länger alleine lassen. Geben Sie Ihrem Hund erst einmal ein wenig Zeit (ca. 1-2 Wochen) um sich bei Ihnen einzuleben und eine Bindung zu Ihnen aufzubauen.
 
Da auch ein Gang in ein anderes Zimmer oder nach draußen zur Mülltonne von dem Hund als Trennung empfunden wird, sollten Sie damit beginnen, um das Alleinbleiben zu üben. Probieren Sie erst einmal aus, wie Ihr Hund reagiert. Bleibt er dort, wo er gerade war oder möchte er Ihnen hinterherrennen? Wichtig ist, dass Sie sich kommentarlos ohne Ankündigung oder Verabschiedung entfernen. Schließlich soll es für Ihren Hund normal sein, dass Sie auch ohne ihn das Zimmer wechseln oder kurz zur Mülltonne gehen. Machen Sie Ihren Hund gar nicht erst darauf aufmerksam, dass es sich um eine besondere Situation handeln könnte, wenn Sie sich entfernen.
 
Läuft Ihr Hund Ihnen bei den ersten Malen hinterher, so ist das auch O.K., denn schließlich möchten Sie selber erst einmal herausfinden, wie Ihr Hund reagiert. Wichtig ist, dass man weder sich noch den Hund unter Druck setzt und das Ganze entspannt angeht. Beim nächsten Mal können Sie versuchen, wie es ist, wenn ihr Hund gerade schläft oder nach einem Spaziergang oder Spiel müde ist. Läuft er Ihnen dann auch hinterher? Tut er dies, so können Sie die Tür hinter sich schließen und so eine Trennung bewirken. Kehren Sie jedoch schon nach kurzer Zeit (ca. 1-2 Minuten) zurück. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Hund sich ruhig verhält, wenn Sie die Tür wieder öffnen. Kommen Sie nicht wieder, wenn ihr Hund jammert. Passen Sie den Augenblick ab, in dem er wieder still ist. Allerdings sollten Sie den Zeitraum anfangs auch wirklich kurz halten, damit Ihr Hund gar nicht erst in die Versuchung gerät zu jammern. Loben Sie Ihren Hund, wenn er ruhig war. Abgesehen davon gehen Sie einfach in Ihr Haus bzw. das Zimmer zurück und tun Sie so, als wäre nichts Besonderes gewesen.
 
Weiterhin sollten Sie grundsätzlich darauf achten, dass der Hund Ihnen im Haus bzw. der Wohnung nicht auf Schritt und Tritt hinterher rennt. Das ist dafür wichtig, dass der Hund selbständig wird und auch einmal zur Ruhe kommt. Nutzen Sie die Ruhephasen des Hundes aus, um auch einmal in ein anderes Zimmer zu gehen. Dadurch hat unsere Amelie schon recht früh gelernt, im Wohnzimmer in ihrem Körbchen weiterzuschlafen, während ich z.B. in der Küche war. Anfangs darf man natürlich nicht zuviel erwarten. Ein kurzer Augenblick oder wenige Minuten reichen aus. Übertreiben Sie es nicht, damit Ihr Hund sich nicht angewöhnt zu jammern oder in Versuchung gerät, Ihnen doch ständig hinterherzulaufen.
 
Die Trainingszeiten könnten z.B. wie folgt aussehen:
 
Tag 1:                   2x   1 – 2 Minuten
Tag 2:                   2x   3 – 5 Minuten
Tag 3:                   2x   5 – 7 Minuten     u.s.w.
 
Hilfreich ist es, wenn Sie das Alleinbleibtraining anfangs immer um dieselbe Zeit durchführen z.B. einmal nach dem Vormittagsspaziergang und einmal nach dem Nachmittagsspaziergang. Setzen Sie die Zeit immer so lange an, wie Sie wissen, dass Ihr Hund es gerade noch aushält ohne zu jammern oder unruhig zu werden und steigern die Zeit dann langsam, aber kontinuierlich. Merken Sie, dass Ihr Hund mit 7 Minuten keine Probleme hat, mit 10 Minuten aber schon, so reduzieren Sie die Zeit wieder und üben noch einmal mit 7 Minuten für ein paar Tage bevor Sie dann erneut eine Steigerung vornehmen.
Wenn Sie mit Ihrem Training bei 10 Minuten angelangt sind, können Sie die Zeiträume zunächst 5-minütlich steigern und später um noch größere Abstände erweitern. Entfernen Sie sich aber nicht außer Hörweite, damit Sie mitkriegen, wenn Ihr Hund unruhig wird, um dann eventuell wieder mit einer kürzeren Zeit üben zu können. Sind Sie bei einer Stunde angelangt, so können Sie in 20 Minuten Schritten vorgehen.
 
Klappt das Training zu den festen Zeiten gut, dann können Sie zu unterschiedlichen Tageszeiten trainieren.
 
Länger als 4 bis maximal 5 Stunden des Alleinbleibens sollten Sie Ihrem Hund nicht zumuten!
 
Weiterhin sollten Sie dem Hund etwas ganz besonders Tolles für die Zeit des Alleinseins zur Verfügung stellen z.B. einen Kauknochen oder ein Lieblingsspielzeug, das er sonst nicht zur freien Verfügung hat. Hier muss ich allerdings dazu sagen, dass sich viele unserer menschenbezogenen Kromis oder andere besonders eng an ihre Menschen gebundenen Hunde dadurch nicht ablenken bzw. bestechen lassen. Auch unsere Amelie rührt nichts an, wenn keiner von uns im Haus ist.
 
Wenn Sie Probleme mit dem Training haben, können Sie das Alleinbleiben zunächst auch im Auto üben. Vielen Hunden fällt es leichter im Auto zu warten, als im Haus. Sowohl bei dem Alleinbleibtraining im Auto als auch im Haus kann eine Transportbox gute Dienste leisten, weil viele Hunde ihre Box lieben und es für sie ein geschützter, überschaubarer Raum ist.
 
Da jeder Hund unterschiedlich reagiert, muss jeder für sich ausprobieren, womit er am Besten klar kommt.
 
Dies gilt auch für das Thema „aus dem Fenster gucken“. Unserer Amelie hilft es, wenn Sie während unserer Abwesenheit aus unserem bodentiefen Fenster gucken und die Straße beobachten kann. Bis zu einer Stunde und länger sitzt sie dann schon einmal ruhig und entspannt am Fenster ehe sie sich in ihr Körbchen zurückzieht. Andere Hunde wiederum werden von den Außenreizen zu sehr gestresst und verkraften das Alleinsein noch schlechter. Auch hier muss man ausprobieren, womit der eigene Hund am Besten klar kommt.
 
Ein weiterer kleiner Trick, der bei manchen Hunden hilft, ist das Radio während der Abwesenheit seiner Menschen leise laufen zu lassen.
 
Was man tunlichst vermeiden sollte, ist den Hund zu trösten, wenn er jammert oder an der Tür kratzt. Auch ein Wiederkommen oder Herauslassen aus der Box ist in diesem Moment äußerst kontraproduktiv, denn ihr Hund lernt dadurch, dass sein Jammern Erfolg bringt. Hier sollten Sie lieber auf Vermeidung setzen und die Zeiträume so kurz festlegen, dass Ihr Hund gar nicht erst in Versuchung gerät (s.o.).
 
Wenn Sie nach einer längeren Zeit wiederkommen, wird Ihr Hund wahrscheinlich einen „Freudentanz“ aufführen. Das ist schön. Dennoch sollte man den Hund, wenn es Probleme mit dem Alleinbleiben gibt, bei der Rückkehr erst einmal ignorieren. Ich weiß, dass das sehr schwer ist, aber es muss ja nicht so lange sein. Ziel ist es schließlich, dass der Hund lernt, dass es etwas völlig normales ist, wenn seine Leute auch einmal fortgehen und dann wiederkommen. Also: Keine größeren Verabschiedungszeremonien und keine große Begrüßung.
 
Wenn Ihr Hund keine Probleme (mehr) mit dem Alleinbleiben hat und es für ihn eine Alltagssituation ist, spricht natürlich nichts dagegen, dass Sie sich kurz von ihm Verabschieden oder ihn nach der Rückkehr direkt begrüßen.
 
Auch zu unserer Amelie sage ich mittlerweile „Du bleibst hier“ und begrüße sie, wenn ich wiederkomme. ABER: Auch wir haben die Zeiten des Jammerns und des an-der-Tür-Kratzens erlebt und es nur mit dem oben beschriebenen konsequenten und behutsamen Training in den Griff bekommen. Da gab es dann auch bei uns eine Zeit der Nichtverabschiedung und der Nichtbeachtung.
 
Weiterhin konnten wir feststellen, dass Amelie nach ihrer ersten Läufigkeit selbständiger wurde und ihr danach auch das Alleinbleiben leichter fiel. So richtig toll findet sie es zwar auch heute noch nicht, aber da muss sie dann eben durch. Ich glaube außerdem, dass es diesbezüglich ein Hund, dessen Besitzer berufstätig und von daher jeden Tag zur selben Zeit außer Haus sind, einfacher hat, als Hunde von Rentnern oder Familien, bei denen meistens einer zu Hause ist und bei denen der Hund nur unregelmäßig alleine bleiben muss, so wie bei uns ;-)
 
Manch ein Leser mag auch über dieses langsame, schrittweise Vorgehen Schmunzeln, weil er von Anfang an schneller vorgegangen ist. Auch das schnellere Vorgehen mag bei vielen –vor allem auch bei nicht ganz so eng an ihren Menschen gebundenen Hunden- gut gehen. Bei einigen Hunden geht es nur eben leider schief und man hat dann einen Hund mit Trennungsängsten oder frustrationsbedingter Zerstörungswut. Wenn man also die Zeit und Geduld hat, mit seinem Hund langsam zu üben, so sollte man das ruhig tun.
 
Wer diese Zeit jedoch aus beruflichen oder anderen Gründen nicht aufbringen kann, der ist natürlich gezwungen etwas schneller vorzugehen und muss ausprobieren, womit er und sein Hund am Besten klar kommen. Letztendlich bleibt es ohnehin jedem selbst überlassen, welche Methode er anwendet.
 
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 12.Kastration als Problemlösung?
 
(Das Thema Kastration aus gesundheitlichen Gründen finden Sie auf der Unterseite „Rund um die Gesundheit“)
 
Wie ich oben bei dem Thema „Wenn der Hund sich hochfährt“ schon ausgeführt habe, muss man spätestens ab der Pubertät des Hundes auch mit unerwünschten Verhaltensweisen (z.B. Anbellen von entgegenkommenden Hunden, Mordstheater an der Leine –Leinenaggressivität-) rechnen. Bei vielen Kromirüden, die ich kenne, begannen diese Dinge ab dem Alter von ungefähr 9 Monaten. Bei den Hündinnen stellten sich die unerwünschten Verhaltensweisen meistens nach der 2. Läufigkeit -manchmal aber auch schon früher- ein. Auch Hundehalter, die ihren Hund bis dahin konsequent erzogen hatten, blieben von diesen Verhaltensweisen oftmals nicht verschont. Teenager -egal ob Mensch oder Hund- probieren eben aus, wie weit sie gehen können ;-)
 
In der Regel lässt sich dieses Verhalten aber bei denjenigen, die ihrem Hund Führung bieten können und eine gute erzieherische Grundlage gelegt haben, in moderate Bahnen lenken.
Wer allerdings bis dahin dem Charme des ach so süßen Kromis erlegen war und versäumt hat genügend Grenzen zu setzen und den Hund konsequent zu erziehen, hat es wesentlich schwerer. Da wird der bis dahin so süße, nette Kromi auf einmal zu einem kleinen Monster. Manch einer hat die vorangehenden Aggressionssignale (in den Weg stellen, Fixieren...), das Imponiergehabe (Stolzieren, Umkreisen....) oder Dominanzgesten (Pfote auf den Rücken/Nackenbereich auflegen, Aufreiten....) gegenüber anderen Hunden, gar nicht wahrgenommen und ist dann wie vor den Kopf geschlagen, wenn sein Hund kurz darauf oder bei der nächsten Begegnung tobend in der Leine hängt. Im Übrigen zeigen dieses Verhalten nicht nur die Rüden; die Hündinnen können genauso heftig reagieren, was natürlich nicht heißen soll, dass jeder Kromi in die „Pöbelphase“ käme.
 
Bei den Rüden kommen zu diesen Pöbeleien oftmals auch noch das sexuell motivierte Aufreiten (nicht zu verwechseln mit dem Aufreiten als Dominanzgeste) und ein vermehrtes Markierverhalten hinzu. Manch ein Rüde hat nur noch Augen für die Damenwelt und keine Lust mehr auf seine Menschen zu hören. Unterwegs lauern überall verlockende Düfte, die den Rüden fast die Sinne rauben. Einige Rüden sind von diesem „Liebesdrang“ so überwältigt, dass sie die (genervten) Hündinnen regelrecht belästigen, wenn ihre Besitzer hier nicht eingreifen und den Rüden in seine Schranken weisen bzw. mittels Anleinen aus dieser Situation heraus nehmen (Stichwort: „Sex hat nur der Rudelführer“ ;-)). Nicht wenige Rüden sind wie von Sinnen, klappern vor sexueller Erregung mit dem Unterkiefer, zittern oder hecheln wie wild.
 
Aber auch die Hündinnen scheinen schlechter hören zu wollen und interessieren sich vermehrt für die Gerüche ihrer Umgebung. Vor und während der Hitze sind die Hündinnen oftmals wachsamer und bellfreudiger als sonst. Manch eine Hündin wird während der Zeit der Läufigkeit auch aggressiv gegenüber anderen Hunden oder sogar gegen Menschen.
 
Kurz: Die Pubertät des Hundes kann eine verdammt anstrengende Zeit sein. Genau in dieser Zeit werden besonders viele Hunde kastriert um vermeintliche Hypersexualität oder Verhaltensprobleme zu lösen. Meistens sind es die Hundebesitzer selber oder befreundete Hundehalter, die auf diese „Idee der Problemlösung“ kommen. Manchmal sind es aber auch Hundetrainer, die sich ganz und gar nicht mit Kromis auskennen oder schlichtweg schlecht sind (davon gibt es leider mehr als es der Hundewelt gut täte). Bei vielen Tierärzten fällt diese „Idee“ dann auch noch auf fruchtbaren Boden, denn schließlich verdienen sie an diesem Eingriff der immerhin eine richtige Operation mit Vollnarkose darstellt, nicht schlecht.
 
Es stellt sich jedoch die Frage, ob den Leid geplagten Hundebesitzern mit einer Kastration tatsächlich geholfen wird.
 
Ich persönlich rate von der Kastration als Pauschallösung für unerwünschtes Verhalten ab. Insbesondere dann, wenn man damit die Leinenaggressivität bekämpfen möchte. Gerade diese Form des unerwünschten Verhaltens wird oft durch Erziehungsfehler, eine schlechte Leinenführigkeit, Inkonsequenz und Führungsschwäche von Seiten des Besitzers verstärkt. Das soll nun nicht heißen, dass nur diejenigen Hunde pöbeln, deren Besitzer vorher „zu lieb“ waren. Nein, auch andere Hunde können dieses Verhalten zeigen und auch unsere Amelie kann sich ziemlich aufregen. Jedoch kann man dieses Verhalten als souveräner Rudelführer mit konsequenter Erziehung und einer guten Leinenführigkeit in soweit beeinflussen, dass man sehr gut (!) damit leben kann. Doch dazu später.
 
Zunächst möchte ich darauf eingehen, weshalb ich von der Kastration als Problemlösung abrate: Das Problem sehe ich darin, dass man sich mit der Kastration so viele unerwünschte Dinge mit ins Haus holen kann. Hat man den Hund erst einmal kastriert gibt es kein Zurück mehr! Mensch und Hund müssen das ganze Hundeleben lang mit den Folgen der Kastration klar kommen, bei denen neben positiven Folgen auch negative Effekte zutage treten können. Gerade wenn die Leinenaggressivität auf Grund von Führungsschwäche seitens des Hundehalters, Erziehungsfehlern oder Unsicherheit von Seiten des Hundes besonders ausgeprägt ist, ist die Gefahr groß, dass sich dieses Verhalten noch verschlimmert.
 
Nachfolgend habe ich mögliche Kastrationsauswirkungen jeweils für Rüden und Hündinnen aufgeführt. Die Prozentzahlen stammen dabei aus der Bielefelder Kastrationsstudie (zu beziehen über die Hundeschule Gabriele Niepel ) von Dr. Gabriele Niepel aus dem Jahre 2002, in deren Rahmen 1010 Hundehalter in Fragebögen Angaben über Kastrationsauswirkungen bei ihren Hunden machten.
 
A.Mögliche Kastrationsauswirkungen bei den Rüden:
 
  • Unsicherheit des Hundes durch Testosteronmangel. Mögliche Folge: Angstaggression
  • Aufreiten und Belästigung durch andere Hunde, weil der Kastrat so gut riecht (manch einer riecht wie eine läufige Hündin). Folge: Extremer Stress für den Hund, der dann auch wieder in Aggression gegen die Artgenossen, die ihn nicht ernst nehmen, umschlagen kann.
    Eine mir bekannte Kromi-Besitzerin, war nach der Kastration ihres Rüden total unglücklich darüber „was sie ihrem Hund dadurch angetan hat“. Dieser Kromi-Rüde riecht so gut, dass ihm ständig andere Hunde „hinten dran“ hängen und ihn besteigen. Der arme Kerl hat totalen Stress!!!
  • Es gibt Hündinnen, die gegenüber Kastraten aggressiv werden, weil sie ihn für eine „Konkurrentin“ halten. D.h.: Der Kastrat wird jetzt zwar nicht mehr unbedingt von anderen Rüden für voll genommen; dafür halten ihn aber Hündinnen für eine „Gegnerin“
  • Inkontinenz (Harntröpfeln): Bei immerhin 9% der Rüden
  • Fellveränderungen bei 32 % der Rüden insgesamt. Bei Rassen mit Unterwolle wie bei den Kromis sind es sogar noch mehr. Ich kenne Kromis, die nach der Kastration total „fusselig“ geworden sind (besonders die rauen) und bei denen die Farben verblasst sind. Auch das schöne Schwarz des Nasenspiegels kann dann eher violett aussehen.
  • Gewichtszunahme: 47%
  • Vermehrter Hunger: 46%
  • Bei einer Frühkastration (Alter unter 6 Monate) kommt es in 43% der Fälle zu einer Verlängerung der Wachstumsphase mit den daraus resultierenden Gefahren für die Skelettentwicklung.
 
Jetzt folgen noch ein paar Zahlen zu positiven Veränderungen, die natürlich nicht unter den Tisch fallen sollen:
 
  • 63% der Hundehalter berichten von einer größeren Ausgeglichenheit ihres Hundes.
  • 34 % verminderte Aggression gegen gleichgeschlechtliche Hunde bzw. 20% sind sicherer gegenüber den Artgenossen geworden. Dem stehen aber 7% mehr unsichere Hunde, 19% Besteigungsversuche durch andere Rüden, 5% erhöhte Aggression im Allgemeinen und 3% erhöhte Aggression gegen andere Rüden gegenüber.
    Ich persönlich glaube, dass die Zahl der Hunde, die Stress bekommen bzw. unsicherer werden bei den Kromis noch höher liegt, weil die Kromis ohnehin schon oft unsicher sind bzw. nicht immer ein stabiles Nervenkostüm ha
    ben. Mir sind mehrere kastrierte Kromirüden bekannt, die gegenüber anderen Hunden sehr aggressiv sind.
  • 45% Verschwinden der Vorhautentzündungen. Bleiben allerdings immer noch 55%.
  • 34% verbesserter Gehorsam
  • 23 % verbesserte Konzentration
  • Streuen wurde nur bei 5% der Rüden vermindert
 
B.Bei den Hündinnen:
 
Bei Hündinnen gibt es ebenfalls negative Auswirkungen, insbesondere dann, wenn sie zu dem falschen Zeitpunkt (in einem ungünstigen Zyklusstadium, z.B. zu früh nach oder kurz vor der Läufigkeit) kastriert wurden.
 
  • 11% der Hündinnen wurden lt. der Bielefelder Kastrationsstudie aggressiver gegen Artgenossen beiderlei Geschlechts
  • 9% wurden aggressiver gegen andere Hündinnen
  • 9% wurden unsicherer
  • Fellveränderungen traten in 49% der Fälle auf
  • Eine Gewichtszunahme wurde in 44 % der Fälle berichtet
  • Ein vermehrter Hunger trat bei 40 % der Hündinnen zutage
  • 28% wurden inkontinent
  • 4% der Hundebesitzer berichteten von einer Folgeerkrankung ihrer Hündin bzw. von negativen Operationsfolgen und Wundheilungsstörungen.
  • Bei einer Frühkastration (Alter unter 6 Monate) kommt es in 30% der Fälle zu einer Verlängerung der Wachstumsphase mit den daraus resultierenden Gefahren für die Skelettentwicklung
 
 
Als positive Auswirkungen wurden neben der Krebsvorsorge (mehr dazu bei dem Punkt Kastration aus gesundheitlichen Gründen auf der Unterseite „Rund um die Gesundheit“) die folgenden Dinge genannt:
 
  • 18 % verhielten sich sicherer gegenüber Artgenossen (manch einer empfand diese Veränderung jedoch auch als negativ)
  • 12% verhielten sich anderen Hündinnen gegenüber weniger aggressiv. Diese Veränderung war insbesondere dann eingetreten, wenn es sich um Hündinnen handelte, die zuvor während der Läufigkeit aggressiv waren.
  • von verbessertem Gehorsam berichteten 11% der Hundehalter
  • und von einer besseren Konzentration 10%
 
Betrachtet man die obigen Zahlen und möglichen Auswirkungen wird klar, dass eine Kastration mit einer gewissen Gefahr zur Verschärfung der Verhaltensprobleme verbunden ist. Außerdem können noch einige andere unerwünschte „Nebeneffekte“ sowohl bei den Rüden als auch bei den Hündinnen hinzukommen. Wie sich die Kastration bei dem jeweils eigenen Hund auswirken wird, kann einem leider niemand voraussagen. Insofern sollte man meines Erachtens zunächst alle anderen Möglichkeiten zur Problemlösung ausschöpfen bevor man sich zu diesem unumkehrbaren (!) Schritt entschließt.
 
Bei den Rüden gibt es übrigens auch noch die Möglichkeit einer chemischen Kastration, um mögliche Kastrationsfolgen vorher auszutesten. Dazu wird bei dem Rüden mittels eines Medikaments für die Dauer von ca. 4 Wochen die Testosteronproduktion gedämpft. Verhält sich der Rüde in dieser Zeit tatsächlich ausgeglichener, so kann das ein Indikator dafür sein, dass dieser Effekt auch bei einer tatsächlichen Kastration eintritt. Da bei der chemischen Kastration im Gegensatz zur richtigen Kastration jedoch nicht die gesamte Testosteronproduktion ausgeschaltet wird, kann es passieren, dass sich der Hund während der chemischen Kastration so verhält, wie man es sich erhofft; nach der richtigen Kastration dann aber auf einmal zum Angstbeißer wird, da ihm das Sicherheit verleihende Testosteron auf einmal nahezu komplett entzogen wurde. Eine Garantie kann einem also keiner geben.
 
Hier ist auch noch ein Zitat von Frau Niepel:
„Zu fragen ist, warum sich so viele Hundebesitzer trotz des Bewusstseins über mögliche negative Auswirkungen zur Kastration entschließen – und wie zumindest die Zahlen zeigen, hat jeder Hundebesitzer immerhin eine über 40prozentige Chance mit negativen Folgen konfrontiert zu werden.“
 
Was kann aber der gestresste Hundebesitzer tun, um das unerwünschte Verhalten seines Hundes in die richtigen Bahnen zu lenken?
 
Nein, ich bin kein Hundetrainer und auch Pauschallösungen gibt es nicht. Eine Antwort möchte ich aber trotzdem gerne geben: Was nach meinen bisherigen Erfahrungen gut hilft, ist dem Hund strengere Regeln zu setzen (siehe oben „Die Rangordnung“). Auf die Einhaltung dieser Regeln muss man ganz konsequent achten. Seien Sie in dieser stressigen Zeit ruhig ein bisschen strenger mit Ihrem Hund. Auch wenn es Ihnen anfangs schwer fällt, ist dies allemal besser als mit einem pöbelnden Hund durch die Gegend zu laufen. Achten Sie insbesondere auf eine gute Leinenführigkeit. SIE bestimmen wo es lang geht. Lassen Sie sich auf gar keinen Fall von Ihrem Hund irgendwo hinzerren, damit er dann markieren kann. Oft habe ich schon den Satz gehört: „Aber er muss doch gerade so nötig“. Und dass obwohl der (erwachsene) Hund 2 Stunden zuvor bereits Gassi war. Und „schwupps“ wird der Besitzer irgendwo hingezogen. „Bello“ markiert. Hurra! Und um noch einen drauf zu setzen wird auch noch kräftig mit den Hinterbeinen gescharrt damit „Bello“ allen anderen Hunden mitteilen kann, dass er der König der Nachbarschaft ist.
Manch ein Hund ist sogar so dreist, dass er seine eigenen Besitzer anpinkelt. „Seht her. Die gehören mir und ich bin der Chef hier.“ Auch hier handelt es sich um ein Problem mit der Rangordnung, das Sie mit einer Kastration nicht lösen werden.
 
Auch das Belästigen anderer Hunde sollten Sie unterbinden. SIE bestimmen wann, mit wem und wie lange der Hund Kontakt haben darf. Viele Hunde haben diesbezüglich Narrenfreiheit, entscheiden selber, drehen ihr eigenes Ding und kommen dann in die Situation, dass sie völlig „oversext“ oder gestresst sind, weil sie mit der Situation auf Grund ihres jugendlichen Alters (noch) nicht umgehen können. Gehen Sie aufmerksam spazieren und achten auf diese Dinge. Auch wenn Sie Ihren Hund dadurch in seinen Freiräumen einengen, so wird er durch diese Sicherheit und Führung, die Sie ihm geben, weniger Stress haben, denn SIE übernehmen nun die Verantwortung für die Geschehnisse. All die Grundlagen, die Sie bis zu dem Alter von ca. 3 Jahren gelegt haben, werden sich später auszahlen. Denn ab ca. 3 Jahren ist der Kromi erwachsen. Man spricht dann von der „sozialen Reife“. Wenn Sie ihm bis dahin Führung und eine gute Erziehung geben konnten, wird Ihr Kromi ab diesem Alter langsam souveräner und gelassener. Auch Rüden, die schon einmal gedeckt haben, sollen bei läufigen Hündinnen nicht mehr ganz so schnell aus dem Häuschen sein. Denn diese Rüden „wissen“ wann die Hündin deckbereit ist und vergeuden Ihre Energie nicht für unnütze Schürzenjägereien. (Vielleicht ein Argument für die Körung ? ;-))
 
Auf den Spaziergängen sollten SIE die Führung übernehmen. Wie dies geht und was Sie bei Pöbeleien tun können, können Sie bei den Themen „Wenn der Hund sich hochfährt“ und „Eindrücke von dem 1. Kromi-Rüden-Seminar“ auf der Unterseite „Seminare & Erziehungsspaziergänge“ nachlesen.
 
Machen Sie sich einen Maßnahmenkatalog nach dem Sie konsequent vorgehen. So ein Maßnahmenkatalog könnte z.B. folgendermaßen aussehen:
 
  • Auf eine gute Leinenführigkeit wird immer und überall geachtet. Ausnahmen soll es nicht geben, denn die verunsichern den Hund
  • An der Leine darf nicht oder nur nach einem entsprechenden Kommando markiert werden.
  • Kontakte mit anderen Hunden gibt es nur im Freilauf oder an der Schleppleine, nicht aber an der Führleine
  • Der Hund darf nicht ungebremst auf andere Hunde zulaufen, sondern erst dann, wenn er sich zuvor auf mich konzentriert hat und ich ihm dies mit einem entsprechenden Freigabekommando erlaubt habe
  • Ich gehe zuerst aus der Haustür und betrete zuerst fremde Räume z.B. Restaurants und vermittle somit, dass ich die Situation zunächst „abchecke“.
  • Zerrspiele sollten erst einmal nicht mehr stattfinden. Stattdessen lieber Apportieren. Und zwar richtig. D.h. der Hund muss mir das Spielzeug zurückbringen und mit einem Kommando (z.B. Aus) wieder hergeben. Das Apportieren ist ein Spiel, das Disziplin und Gehorsam erfordert und daher für Erziehungszwecke gut geeignet ist.
  • Der Hund darf nicht aus dem Haus laufen, sobald die Haustür aufgeht.
  • Der Hund darf nicht ohne Freigabekommando aus dem Auto springen sobald die Tür/Kofferraumklappe aufgeht.
  • ................
 
Mit Hilfe eines solchen Maßnahmenkataloges können Sie viel erreichen. Wichtig ist, dass Sie das Ganze konsequent umsetzen. Falls Sie alleine nicht zurecht kommen, suchen Sie sich einen guten Hundetrainer. Am Besten einen mit Kromi-Erfahrung.
 
Wenn Sie konsequent an sich und Ihrem Hund arbeiten, dann wird der Erfolg sicherlich nicht lange auf sich warten lassen. Und wie gesagt: Manche Dinge wachsen sich mit der Zeit auch aus. Der Hund wird einfach „reifer“. Wenn alles so läuft, wie Sie es gerne hätten, dann können Sie auch wieder weniger streng sein....aber natürlich nur solange, wie der Hund nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückfällt.
 
Meines Erachtens sollte eine Kastration aus Verhaltensgründen nur bei extremer Hypersexualität und nicht bei einem normal sexuell motivierten Jungrüden (dazu gehören nun einmal auch die oben beschriebenen sexuellen Eskapaden ;-))) erwogen werden.
Unter Hypersexualität verstehe ich, dass der Hund ständig (nicht nur ab und zu und teilweise mit ausgeschachtetem Penis) auf Hündinnen aufreitet, dass der Hund unter einem zwanghaften, extremen Markierverhalten leidet, nichts mehr frisst und nächtelang heult, wenn sich eine läufige Hündin in der Nachbarschaft befindet und all diese Dinge in einer solchen Massivität vorliegen, dass Hund und Halter nur noch Stress haben. Dann, ja dann, sollte in Abstimmung mit Hundetrainern und Tierärzten eine Kastration erwogen werden, damit Hund und Halter wieder glücklich und stressfrei miteinander leben können. Das Risiko der unerwünschten Nebeneffekte muss man dann eben in Kauf nehmen. Auch bei sexuell motivierter Aggression, die jedoch seltener vorliegt als viele Hundebesitzer glauben, kann eine Kastration Abhilfe schaffen.
Zu dem Thema Kastration wegen medizinischer Indikation (z.B. Prostataprobleme, Vorhautentzündungen....) möchte ich auf die Unterseite „Rund um die Gesundheit“ verweisen.
 
Auch bei den Hündinnen bringt eine Kastration aus Verhaltensgründen nur dann etwas, wenn die Verhaltensauffälligkeiten sexuell motiviert sind. Verhält sich Ihre Hündin z.B. vor, während oder kurz nach der Läufigkeit extrem aggressiv, so kann eine Kastration in diesen Fällen Abhilfe schaffen. In allen anderen Fällen sollten Sie versuchen, die Probleme erzieherisch zu lösen.
Auch bezüglich der Hündinnen möchte ich noch auf die Unterseite „Rund um die Gesundheit“ hinweisen, auf der ich die Kastration aus gesundheitlichen Gründen behandelt habe.
 
Noch eine kleine Bemerkung zum Schluss: Natürlich muss jeder selber wissen, ob er seinen Hund kastrieren lässt oder nicht. Aber vielleicht regt mein Artikel ja ein wenig zum Nachdenken an....
 
(Fortsetzung folgt....nächstes Thema: Probleme mit Besuch)
 
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13. Die Rüdenfibel


Kromfophrländer Rüde
 

Er ist da!

Sie haben jetzt einen kleinen Kromfohrländerrüden bei sich aufgenommen? Es ist schon ein bewegender Moment, wenn so ein kleines Wesen in die eigene Obhut übergeben wird und man nun die Verantwortung für ihn weiterhin zu tragen hat.

 

Kromfohrländer Welpe
 

 

Haben Sie sich schon vorher Gedanken gemacht, ob es ein Rüde oder eine Hündin werden sollte? Manche wünschen sich einen Rüden und haben sich schon darüber belesen, bei anderen ist es eher Zufall. Manche Züchter erklären zu den beiden Geschlechtern schon eine ganze Menge vorher. Am Anfang unterscheiden sich Hündin und Rüde im Verhalten nicht wesentlich. Ein kleines putzmunteres Wesen, das neugierig die Welt entdecken und Ihnen aber möglichst folgen will.

 

Hundepubertät

Doch eines Tages ist sie da, die Hundepubertät. Der kleine Hund zeigt sich plötzlich eigensinnig oder gar ungehorsam. Und geht dann schon mal seiner eigenen Wege. Auch scheint er auszuprobieren, wie Sie reagieren.

Und nun wird es allmählich auch deutlicher:

Sie haben einen Rüden!!! Nicht nur, dass er nun mehr und mehr stolz das Beinchen beim Urinieren hebt und danach dann öfter scharrt, auch sonst zeigt er einige Veränderungen im Verhalten.

 

Ein anderes Verhalten

Die erwachsenen Rüden sind nicht mehr so freundlich zu Ihrem Hund und auch Ihr kleiner Kerl fängt nun an zu stänkern. Allmählich zeigt er immer mehr das typische Imponiergehabe eines Rüden.

Steifbeinig, hochaufgeregt mit erhobener Rute auf den anderen Hund zu gehen, quasi in Habachtstellung den anderen Hund umkreisend oder sich groß aufbauen und gar knurren.

 

Den Hündinnen gegenüber zeigt er nun oft ein eher zuvorkommendes Verhalten, immer zu einem Spielchen bereit. Und auch zu kastrierten Rüden ist er nett, manchmal scheinen diese für ihn sogar besonders gut zu riechen. Und tatsächlich ist es so, dass Ihr Rüde den Geruch so manch eines Kastraten mit dem einer Hündin verwechselt. Nicht alle Kastraten sind dann von seinem Verhalten begeistert, manche quittieren es mit Brummen und offener Ablehnung.

 

Kromirüden
 

Kämpfe unter Hunden

Und dann kann es auch eines Tages passieren, dass Ihr Süßer in eine Rauferei hineingerät. Öfter wird unter Rüden ein Mordsspektakel veranstaltet. Geknurre, Bellen und Raufen. Vielfach passiert da nicht viel und sie lassen dann wieder von einander ab. Häufig hat sich dann der Schwächere unterworfen und befindet sich in Rückenlage unter dem anderen Hund. Aber Ihr kleiner Kerl muss so seine Erfahrung machen. Ist er zu ängstlich, bekommt er manchmal erst recht Dresche und wird ruckzuck unterworfen. Ist er aber zu forsch, kann es sein, dass der andere Rüde ihm eine Lektion erteilt. Und manchmal wird es dann auch ernst und es kann zu Bissverletzungen kommen. Leider sind auch nicht alle Hunde mit anderen verträglich, deshalb sollten Sie Ihren Hund auch nicht unkontrolliert auf andere Hunde zurennen lassen, sondern ihm die Kontaktaufnahme erst dann erlauben, wenn Sie sich mit dem Besitzer des anderen Hundes kurz verständigt haben, ob sein Hund kein notorischer Raufer ist. Ohnehin sollten Sie Ihren Hund erst dann zu anderen Hunden laufen lassen, nachdem Sie ihm ein „Freigabekommando“ gegeben haben. Kontakte an der Leine sollten Sie grundsätzlich vermeiden, denn dadurch bauen sich zu schnell Stresssituationen auf, die in Aggression enden können.

Wenn zwei Hunde aneinander geraten sind und es ernst wird, muss man manchmal auch dazwischen gehen, besonders wenn die Kräfteverhältnisse so ungleich sind. Das ist nicht immer einfach, die Halter werden versuchen, ihre Hunde zeitgleich am Halsband oder Geschirr zu erwischen, manchmal auch am Schwanz, um sie dann aus der Rauferei herauszuziehen. Oder man versucht etwas dazwischen zu werfen oder durch laute Geräusche die Hunde dazu zu bewegen, wieder voneinander abzulassen. Das sind aber wirklich Ausnahmesituationen.

 

Kromfohrländerrüde
 

 

Sie werden merken, dass Ihr Hund mit zunehmender Erfahrung auch den Auseinandersetzungen aus dem Weg geht. Wenn sie beim Spaziergang ohne Leine auf einen anderen Hund treffen, dann ist es auch oft viel wirkungsvoller, schnell weiterzugehen und sich nicht zu dem anderen Hund und Besitzer dazuzustellen.

Ihr Rüde wird dann ohne Ihre „Verstärkung“ Ihnen lieber rasch folgen. Und wenn man sich mit dem anderen Halter darüber verständigen kann, dass der andere Hund eine „Sie“ ist oder ein verträglicher Kastrat, dann kann man oft ganz entspannt dem Treiben der beiden Hunde zusehen.

 

Hundeschule und Welpenspielgruppe

Ganz wichtig ist es, eine gute Hundeschule (wenn möglich mit Kromi-Erfahrung) zu besuchen. Am besten schon eine Welpenspielgruppe. Denn Ihr kleiner Freund lernt da eine ganze Menge für sein Sozialverhalten, noch bevor es dann mit der Geschlechtsreife ernst wird. Und wenn in der Hundeschule Hunde aneinander geraten, dann ist eine erfahrene Leiterin da, die Ihnen dann auch zeigen kann, wie man am besten in solchen Situationen reagieren muss. Auch ist es nicht immer einfach, wenn mehrere Hunde in einen Streit verwickelt sind, dann kann es nämlich unübersichtlich werden.

 
Kromfohrländerrüde
 

Gehorsamkeit

 

Und natürlich sollte Ihr Hund in der Hundeschule auch lernen, Ihnen zu gehorchen und gewisse Befehle zu befolgen. Rüden neigen schon mal eher dazu, sich aufsässig zu zeigen. Es ist auch durchaus von Vorteil, wenn Ihr kleiner Kerl Zuhause gelernt hat, an welcher Stelle er im Rudel steht, nämlich an der untersten. Da gibt es so einige Möglichkeiten, ihm das deutlich zu machen. Gute Erziehungsbücher sind da sehr hilfreich, die man am besten noch vor der Anschaffung des Hundes durchlesen sollte.

 

Gerade der kleine Rüde braucht ein konsequentes Verhalten und ganz viel Führung und Sicherheit Ihrerseits, damit er sich im „Rudel“ orientieren kann. Auf gar keinen Fall sollten Sie anfänglich dem Charme des ach so kleinen Welpen erliegen und ihm zuviel durchgehen lassen, denn spätestens in der Pupertät rächen sich Erziehungsfehler und -versäumnisse aus der Welpenzeit. Und natürlich wird man auch in diesen Dingen in der Hundeschule beraten. In der Pubertät kann man gelegentlich von Seiten seines Hundes so manche Unverschämtheit erleben. Manchmal empfiehlt es sich, Verhalten zu ignorieren oder sich abzuwenden. Hin und wieder wird man auch mal deutlicher werden müssen.

 

Worauf Sie ebenfalls von Anfang an großen Wert legen sollten, ist eine gute Leinenführigkeit und ein antrainierter Blickkontakt auf Kommando. Später werden diese zwei Dinge Ihnen bei Rüdenbegegnungen sehr hilfreich sein. Achten Sie vor allem auch darauf, wer von Ihnen bei dem Spaziergang die Führung übernimmt. Gehen Sie mit Ihrem Hund spazieren oder geht ihr Hund mit Ihnen spazieren, indem er Sie überall hinzerrt, um seine Duftmarken zu setzen?!

 

Kastration beim Kromfohrländer?
 

Kastration???

In solchen aufsässigen Phasen ist es gar nicht selten, leider manchmal auch von Seiten der HundetrainerInnen, dass man Ihnen dringend raten wird, dass Sie Ihren Rüden unbedingt kastrieren lassen müssen. Und leider raten das ganz dringend manche Tierärzte auch. Bei den Tierärzten muss man dazu wissen, dass die an dem kleinen Eingriff auch ganz gut verdienen, aber da gibt es natürlich auch sehr unterschiedliche Auffassungen unter den Tierärzten.

Kromfohrländerrüden
 

Abwarten und Geduld

Sie sollten auf jeden Fall nicht die Nerven verlieren und keinen vorschnellen Entschluss fassen. Bis der Hund erwachsen wird mit ca. 3 - 4 Jahren, wird er auch wesentlich vernünftiger und auch wieder gehorsamer. Das werden Sie nach einiger Zeit auch merken. Auch wenn er mal sehr starke sexuelle Ambitionen zeigt, auch dieses Verhalten nimmt meist bis zum Erwachsenwerden wieder ab. Manchmal könnte man seinen Rüden freilich an die Wand werfen, wenn er zum Beispiel in der Hundeschule nichts anderes im Sinne hat, als zu seiner auserwählten Hündin hinkommen zu können und hechelnd mit verdrehten Augen nur in eine Richtung strebt und selbst die schönsten Leckerbissen verschmäht. Aber Sie können getrost damit rechnen, dass der „Hormonschub“ auch mal wieder nachlässt. 

 

Was bewirkt die Kastration?

Oft wird einem versprochen, dass das unerwünschte Verhalten mit der Kastration verschwindet. Das ist aber keinesfalls so!

Das männliche Sexualhormon verleiht dem Rüden nämlich eine gewisse Selbstsicherheit, die allerdings manchmal auch überschießend zu einer Art Selbstüberschätzung führt. Wenn das Testosteron (Sexualhormon) nach der Kastration nahezu gar nicht mehr produziert wird, dann kann der Rüde unsicher werden und sich sogar zum Angst- und Stressbeißer entwickeln. Vor allem auch deshalb, weil andere Rüden ihn für eine Hündin halten, ihn belästigen, nicht ernst nehmen und dadurch bis zur Weißglut treiben. Es gibt auch die Möglichkeit einer vorübergehenden „Kastration“ durch Hormonspritzen (z.B. um Katrationsauswirkungen vorher zu testen).

 

Bei dieser chemischen Kastration kommt es nicht zum nahezu vollständigen Ausfall des Sexualhormons. Der Sexualtrieb lässt dann nach und der Rüde zeigt dann eher das erwünschte Verhalten. Das lässt aber keinesfalls darauf schließen, dass der Rüde sich dann nach der operativen Kastration genauso verhält, denn dann fehlt ja die Menge an Testosteron, die ihm Sicherheit verleiht. (Dies wird in einer Studie von Frau Gabriele Niepel beschrieben.)

 

Für die Gesundheit eines Hundes ist es sicher besser, auf eine Kastration zu verzichten. Rüden sind häufiger nach einer Kastration inkontinent (unkontrollierter Harnabgang) oder neigen zu Problemen mit der Prostata (Vorsteherdrüse). Übrigens verändert sich auch das Fell des Rüden (gerade bei rauhaarigen Hunden) zum Nachteil hin. Die Farben verblassen und das Fell wird fusselig, weil mehr Unterwolle wächst. Es ähnelt dann dem Welpenfell. 

 

Was tun bei Fehlverhalten?

 

Das meiste schwierige Verhalten lässt sich durch Erziehung entsprechend beeinflussen. Auf nicht sexuell motiviertes Aggressionsverhalten hat die Kastration ohnehin keinen Einfluss. Bei Verhaltensauffälligkeiten helfen auch meistens Einzelsitzungen bei erfahrenen HundetrainerInnen.

Oft muss man das Verhalten und die Reaktionen der ganzen Menschenfamilie unter die Lupe nehmen, da darin die Ursachen für das Fehlverhalten des Hundes zu finden sind.

 

Kastration – nur im Notfall

Die Kastration sollte immer der absolute Notfall sein. In ganz seltenen Fällen, wenn ein völlig übertriebener Sexualtrieb dazuführt, dass der Rüde bei jeder Gelegenheit ausbricht und verschwindet bzw. wegen jeder läufigen Hündin trauernd und jammernd im Hause leidet und sogar das Fressen einstellt oder manchmal auch bei bestimmten Erkrankungen, dann wird man um eine Kastration nicht herumkommen. Aber bitte wägen Sie erst alle anderen Möglichkeiten ab. Sprechen Sie mit Ihrer ZüchterIn oder auch mit erfahrenen Kromfohrländerbesitzern oder Züchtern.

Es geht um die ganze Rasse

Wenn Sie zudem die Geschichte des Kromfohrländers gelesen haben , so werden Sie feststellen, dass sich der Ursprung aller unserer heutigen Kromis auf ein einziges Hundepaar (Urpeter und Fifi) zurückführen lässt. Später wurde zwar noch die Foxterrierhündin Elfe eingekreuzt; damit wären die „Stammeltern“ der heutigen Kromis jedoch schon komplett. Entsprechend klein ist daher die genetische Basis.

Die heute lebenden Kromfohrländer gehen aus Verpaarungen hervor, die es oftmals nur ein einziges Mal in dieser Konstellation (Rüde y mit Hündin x) gegeben hat. Daher ist es wünschenswert, dass aus jedem Wurf zumindest ein Rüde (wenn vorhanden) in die Zucht geht, damit eine gewisse genetische Vielfalt erhalten werden kann.

 

Leider ist es so, dass aus vielen Würfen kein einziger Hund (weder Rüde noch Hündin) in die Zucht geht, so dass dieser Wurf für die Kromfohrländerzucht unwiederbringlich verloren ist, obwohl die Nachkommen so einzigartig sind.

 

 

Aber es gibt noch einen anderen sehr gewichtigen Grund, warum vor einer voreiligen Kastration zu warnen ist. Da geht es nämlich um den Fortbestand der ganzen Rasse. Wenn alle nur einen Familienhund haben wollen und sonst gar nichts, dann gäbe es eines Tages keinen Kromfohrländer mehr. 

Einen Rüden für die Zucht einzusetzen, ist gegenüber dem Aufwand, den man mit einer Hündin und der Welpenaufzucht hat, relativ gering. Bedenken Sie auch, dass Sie Ihren eigenen Kromfohrländer der Tatsache verdanken, dass ein Rüdenbesitzer seinen Hund für die Zucht zur Verfügung gestellt hat.

 

Sie haben auf der einen Seite keinen großen finanziellen Aufwand und leisten auf der anderen Seite einen großen Beitrag zum Erhalt und zur Gesunderhaltung unserer Rasse. Es wäre also wirklich großartig, wenn Sie Ihren zukünftigen Familienhund den Kromi-Mädels als Bräutigam zur Verfügung stellen würden.

 

Auch der ältere Rüde ist gefragt!

Unser Appell richtet sich natürlich nicht nur an die neuen Rüdenbesitzer. Sollte also jemand diese Fibel lesen, der bereits stolzer Eigentümer eines gesunden und wesensfesten Rüden ist, so gilt unsere Bitte natürlich auch für ihn – auch dann, wenn der Rüde bereits älter ist, denn gerade ältere gesunde Rüden werden besonders gerne zur Zucht eingesetzt, denn je länger ein Rüde gesund bleibt, um so eher ist anzunehmen, dass er keine Erbkrankheiten weitergibt.

Noch mal ganz genau überlegen!

Auch wenn Sie „nur“ einen Familienhund möchten, sollten Sie sich daher überlegen, ob Sie Ihren Rüden - sofern er gesund und wesensfest ist - nicht dennoch zur Zucht zur Verfügung stellen möchten, damit er seine einmaligen Gene weitergeben kann. 

Viele Hündinnenbesitzer haben große Probleme, für ihre Zuchthündin einen passenden Rüden  zu finden, weil viele der vorhandenen Rüden auf Grund zu enger Verwandtschaft, zu riskanter Verpaarung (im Hinblick auf die Gesundheit) oder eines schlichtweg nicht passenden äußeren Erscheinungsbildes wegfallen.

 

Eine großartige Belohnung 

Sie werden sicherlich durch den Anblick des Nachwuchses IHRES Hundes großartig belohnt werden. Außerdem machen Sie bestimmt jede Menge Leute, die auf der Suche nach ihrem Familienkromi sind, sehr, sehr glücklich.  

Es ist auch von Interesse, den Werdegang der Nachkommen Ihres Hundes zu verfolgen, denn so kann es zutage kommen, ob Ihr Hund relativ gesundes Erbmaterial weitergibt.

 

Übrigens ist es ein Gerücht, dass Rüden schwieriger werden, wenn sie erst zum Decken gekommen sind. Das Gegenteil ist der Fall. Der Rüde gewinnt eher an Selbstvertrauen und reagiert dann oftmals souveräner.

 
 
 
 
Autoren: Dr. Sigrun Bennemann & Britta Schmidt
Copyright: ProKromfohrländer e.V., Dr. Sigrun Bennemann, Britta Schmidt

 

 
 
 
 
 
 

vergr��ern nach oben

 

 

Britta Schmidt

 

 

 

 

 

 

 

 


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